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Test
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05.12.2014

Numark NDX 500 Test

Single-CD/Multimedia-Player, MIDI-Controller und Interface

Großer Spielspaß zum kleinen Preis!

Der NDX 500 ist der brandneue Media Player von Numark, der Audio- und MP3-CDs sowie MP3-Daten von handelsüblichen USB-Sticks wiedergeben kann. Auch ein USB-Audiointerface hat unser Testkandidat mit „an Bord“ und via USB lässt sich das Teil auch als Controller für DJ-Programme einsetzen und ist für Serato DJ werksseitig vorgemappt. Der Player ist mit einem berührungsempfindlichen und Scratch-fähigem Jogwheel bestückt und bietet darüber hinaus u.a. drei Hot Cues sowie eine Loop-Sektion. Einen variablen Pitch-Bereich bis zu +/-100% und eine Master Tempo-Funktion zählen ebenso zu den Kernkompetenzen des Numarkschen Geräts.  

Eine derartige Feature-Liste bei einer UVP von 319,99 Euro? Das klingt wirklich ziemlich cool, insbesondere für DJs, die beim Auflegen sowohl mit CDs als auch mit einer DJ-Software arbeiten wollen. Ob diese Anwender beim NDX 500 auch tatsächlich fündig werden oder sie sich doch besser anderweitig umsehen, zeigt unser Testbericht.

Details

Erster Eindruck

Ich öffne die Verpackung und zum Vorschein kommt zuerst das Gehäuse des NDX 500 Players. Zur Spannungsversorgung dient ihm ein Netzkabel nach Euro-Norm. Natürlich befinden sich darüber hinaus weitere „Strippen“ im Paket; dabei handelt es sich um ein USB-2-Kabel zur Verbindung mit einem PC/Mac, sowie eine Stereo-Cinch-Leitung für die analoge Audioverbindung zwischen Player und DJ-Mixer. Sicherheitshinweise sowie eine deutsche Bedienungsanleitung gibt’s on top im Papierformat. Diese ist gut verständlich und mit vielen Abbildungen versehen.

Stolze 3,2 Kilogramm schleppt unser Testkandidat mit den Maßen 216 x 292 x 106 Millimetern (B x T x H) auf die Waage, was wohl maßgeblich auf das sehr robuste Metall-Chassis zurückzuführen ist, das auf der Unterseite mit vier großen Gummifüßen bestückt wurde. Sie verleihen dem Gerät auch auf rutschigen Unterlagen den nötigen „Grip“. Um die Seiten des Gehäuses wurde vom Hersteller eine Verkleidung aus Kunststoff aufgebracht, die erfreulicherweise sehr robust und bruchsicher wirkt. Für die Bedienoberfläche war dann aber zum Glück kein Plastik, sondern Metall das Material der Wahl. Das Bedienpanel ist mit einem edlen, glänzenden und kratzresistenten Lack versehen. Alle Tasten sind fest im Chassis verankert, machen einen hinsichtlich der Haltbarkeit guten Eindruck und verfügen jeweils über einen angenehmen Druckwiderstand. Auch Pitch-Fader sowie Push-Encoder wirken stabil und wurden mit griffigen Knöpfen ausgestattet. Alle USB-Buchsen auf dem Bedienfeld sowie die rückseitigen Anschlüsse machen bezüglich ihrer Verarbeitung und Langlebigkeit eine ebenso gute Figur. Insgesamt wirkt unser Testkandidat auf mich somit äußerst widerstandsfähig und ist wirklich hervorragend verarbeitet. „Eins! Setzen!“  

Anschlüsse

Die meisten Schnittstellen befinden sich wie gewohnt auf der Geräterückseite. Das Euro-Netzkabel, zum „Bestromen“ des Players wird in die dafür vorgesehene Buchse geführt. Gleich daneben ist der Netzschalter untergebracht. Der NDX 500 verfügt über einen unsymmetrischen Stereoausgang in Gestalt eines Cinch-Buchsen-Paares. Mit einem Rechner lässt sich der Player über den USB-Anschluss (Buchse Typ-B/USB 2.0) verbinden. Möchte ich den Player per Faderstart-Funktion fernsteuern, so steht hierfür eine 3,5 mm Klinkenbuchse bereit. Auf dem Bedienfeld gibt es einen weiteren USB-Slot (Buchse Typ-A/USB 2.0), zum Anschluss von USB-Flash-Speicher.

Features

Play that Beat...

Gestartet wird die Wiedergabe des NDX 500 durch das prominente Tastenpaar „Play/Pause“ und „Cue“. Diese sind angenehm groß geraten (27 x 18 mm/B x H) und verschiedenfarbig hinterleuchtet (blau und rot). Mit einem griffigen Push-Encoder durchsucht man Tracklisten und Ordner und lädt durch Herunterdrücken des Knopfes den gewünschten Song oder öffnet den selektierten Ordner. Hält man den Endlosregler nach unten gedrückt, so kann man in Zehnerschritten durch die Songs oder Ordner navigieren. Die „Source“-Taste dient zum Umschalten zwischen den verschiedenen Arbeitsmodi des NDX 500. Im USB-Modus spielt das Gerät MP3-Dateien von Flashdrives ab. Die verwendeten Laufwerke müssen dazu in FAT32 oder FAT16 formatiert sein. Kompatibel sind nur MP3-Files mit den allseits bekannten festen und konstanten Bitraten. Alle anderen Formate wie WAV, AIFF, AAC und MP3 mit variabler Bitrate (VBR) kann unser Testkandidat nicht verarbeiten. Bei der Vielzahl der im Netz mittlerweile erhältlichen Audioformate ist das in meinen Augen mittlerweile aber ein bisschen zu wenig. Getestet habe ich die Funktionalität im Umgang mit Flashdrives mit einem 4 Gigabyte großen USB-Stick, der mit FAT32 formatiert ist. Der Player brauchte im Test lediglich etwa drei Sekunden um den Inhalt des zu dreiviertel „vollen“ Sticks zu scannen. Da kann man nicht meckern. Das Display zeigt Datei- und Ordnernamen problemlos bis zu einer Länge von 30 Zeichen an. Leider ist der NDX 500 nicht in der Lage, die ID3-Tags der Files auszulesen und anzuzeigen, was den großen Vorteil von MP3-Files, nämlich den erheblichen Mehrwert aufgrund der umfangreichen standardisierten Metadaten mal locker unter den Tisch kehrt.

Unterhalb der USB-Buchse für Flashdrives befindet sich der „Eject“-Button zum Auswerfen der CDs. Das CD-Laufwerk arbeitet ohne fahrbaren Schlitten, sondern mit Slot-In mit automatisiertem Einzug und Auswurf, was angenehm fix vonstatten geht. So dauert der Einzug eines Silberlings lediglich circa eine Sekunde. Für den Auswurf der Scheiben werden ungefähr 1,5 Sekunden beansprucht. Im Test benötigte der Player für eine Audio-CD mit einer Spiellänge von 64 Minuten etwa vier Sekunden für das Einlesen des Lead-In und Anzeigen der Betriebsbereitschaft, was sich wirklich sehen lassen kann. Bei einer MP3-CD mit einer Datenkapazität von 600 MB brauchte das Teil circa 9 Sekunden, um spielbereit zu sein. Auch das liegt völlig im „grünen Bereich“. Eine blaue frontseitige LED beginnt zu leuchten, sobald das Gerät eingeschaltet wird, liefert aber keinerlei Feedback, ob eine CD eingelegt ist oder nicht.

Loop-Sektion & Hot Cues

Unterhalb des 100 mm x 25 mm (B x H) großen Displays befindet sich die Loop-Sektion mit drei gelb beleuchteten Tasten. Diese haben folgende Funktionen inne:  

Loop-In: Startpunkt für Schleife setzen

Loop-Out: Endpunkt der Schleife setzen, erneut in den Loop zurückspringen oder Schleife verlassen

Reloop: In den Loop zurückspringen und/oder diesen triggern  

Die Tasten der „Schleifenfabrik“ reagieren sehr direkt und so geht die Arbeit damit entsprechend leicht von der Hand. Das sorgt für den maximalen Spaßfaktor! Und das, obwohl diese Abteilung nicht Beat-synchron arbeitet. Mit ein wenig Übung bekommt man auch manuell saubere Loops „gebastelt“. Unterhalb der „Abteilung für Schleifen“ haben die drei Hot Cues ihren Platz zugeteilt bekommen, welche sich sehr leicht und intuitiv bedienen lassen. Einfach den „Record“-Button und die gewünschte Hot Cue-Taste drücken und schon ist der gewünschte Marker gesetzt. Zum Überschreiben dieser Kennzeichnungen geht man genauso vor. Alle Buttons dieser Abteilung verfügen über eine statusabhängige rote Beleuchtung.

Jogwheel, Pitch & Co

Das sehr stabile und leichtgängige Jogwheel hat einen Außendurchmesser von circa 125 mm. Es verfügt über eine berührungsempfindliche und griffige Metalloberfläche sowie einen Gummirand, der ebenso mit dem nötigen „Grip“ ausgestattet ist. Mit dem „Plattenteller“ lässt sich scratchen, es können Pitch Bends zwecks Beatmatching erzeugt werden und Songs lassen sich im Schnellmodus oder auf Wunsch auch Frame-genau durchsuchen. Die „Scratch“-Taste aktiviert den gleichnamigen Modus und sorgt dafür, dass sich der Teller ähnlich wie ein echtes Vinyl-Laufwerk verhält. Berühre ich die Oberfläche des Jogwheels, so stoppt der entsprechende Track und lässt sich wie eine Vinyl-Platte „kratzen“. Nach dem Loslassen läuft die Musik dann sofort mit vollem Tempo weiter. Die Vinyl-Emulation funktioniert gut und klingt hervorragend. Auf diese Weise lassen sich mit dem Gerät fast alle bekannten Scratch-Techniken performen. Thumbs up! Auch der Such-Modus, der durch Drücken der „Search“ Taste aktiviert wird, lief in meinem Test tadellos. Sehr praktisch finde ich, dass man im Scratch-Modus durch einen Griff an den Gummirand des Tellers alternativ auch die Pitch Bend-Funktion nutzten kann. Ist keine der beiden Tasten (Scratch oder Search) aktiviert, so arbeitet das Jogwheel komplett im Pitch Bend-Modus (Rand und berührungsempfindliche Oberfläche). So lassen sich Tonhöhenänderungen von etwa +/-20% erzeugen. Das geht natürlich auch mit den beiden Pitch Bend-Buttons (Plus & Minus), die für eine temporäre Veränderung der Geschwindigkeit von +/-4% sorgen. Beide Tools eigenen sich hervorragend zum Beatmatching. Die „Brake“-Taste sorgt für ein Plattenspieler- bzw. Vinyl-artiges Anlaufen bzw. Stoppen der Wiedergabe. Stufenlos zwischen 0,1 und 6 Sekunden ist die/der Bremse/Start einstellbar. Das gefällt! Und auch mit einer Reverse-Funktion, sprich einem Rückwärtslauf, ist unser Testkandidat ausgestattet. Auch das Reverse-Feature lief im Test einwandfrei.

Um das Jogwheel des Gerätes wurde ein blauer LED-Kranz platziert. Obwohl dieser auf den ersten Blick den Anschein macht, als könne er die Laufrichtung und das Tempo der Tracks visualisieren, bleiben die im Kranz verbauten sieben LED stehen, egal welche Aktion ich gerade ausführe, was ich ehrlich gesagt ein wenig enttäuschend finde. Somit erfüllt diese Illumination lediglich den Zweck, im Dunkeln das Jogwheel zu verorten.

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