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Test
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24.08.2012

PRAXIS

Der CDN77 USB ist ein solider Doppel-CD-Player mit einem aufgeräumten, übersichtlichen Layout. Gut gefallen mir die zahlreichen beleuchteten Tasten und Kontroll-LEDs. Auch die Pitchfader mit ihrem langen Regelweg und der praktischen Mittenrastung machen eine gute Figur. Ebenfalls positiv ins Auge fallen die großen, griffigen und verschiedenfarbig beleuchteten Play- und Cue-Tasten. Abgesehen von der Beleuchtung gelten die gleichen Eigenschaften für die Jogwheels. Besonders praktisch finde ich die Schnellsuch-Funktion, welche durch gleichzeitiges Drücken und Drehen erlaubt, in Zehner-Schritten durch eine CD oder Playlist zu navigieren.

Die Laufwerke verfügen praktischerweise über eine Auto-Close Funktion, welche die Schubladen automatisch schließt, sollten sie länger als 25 Sekunden offen stehen. So werden unnötige Beschädigungen oder Verunreinigungen des Gerätes vermieden. Zum regulären Schließen oder Öffnen benötigen die Player lediglich eine Sekunde. Knapp neun Sekunden verstreichen zum Laden einer Audio-CD (Album). Das liegt völlig im grünen Bereich. Genau wie das gefühlte Sekündchen, um sich einen Track vor- oder zurückzubewegen. Der Zehner-Sprung dauert kaum länger. In diesen Punkten gibt es also nichts zu meckern. Sehr praktisch ist die Tatsache, dass beide Player auf beide USB-Anschlüsse zugreifen können. So kann man mehrere Tracks hintereinander von nur einem USB-Stick abspielen. Die Auto-BPM-Erkennung des Gerätes liefert dem User mit einer erstaunlich guten Genauigkeit die jeweilige Song-Geschwindigkeit. Allerdings wäre zumindest eine Nachkommastelle auf der Anzeige wünschenswert gewesen.

Und die Kehrseite der Medaille? Beispielsweise sind die Eject-Buttons für meinen Geschmack mit einem Abstand von nur knapp sechs Millimetern etwas zu nah an den Jogwheels platziert. So können diese einem im Arbeitsalltag leicht in die Quere kommen. Außerdem sind sie, genau wie die Pitch-Bends, leider etwas klein und daher etwas fummelig ausgefallen. Ein echter Beinbruch ist dies aber nicht, da man sich nach einer Weile sicher daran gewöhnt hat.

Bezüglich digitaler Audiofiles ist der Proband ausschließlich mit dem Format MP3 kompatibel. Versuche, WAVE, AIFF oder M4A (iTunes-Store Format) abzuspielen, blieben erfolglos. MP3-CDs werden natürlich ausgelesen, und die Files lassen sich problemlos mit allen Effekten bearbeiten. Des Weiteren habe ich unseren Testkandidaten mit einem USB-Stick sowie einer 1TB großen Festplatte (beide mit der Formatierung FAT 32) getestet. In beiden Fällen wurden die darauf befindlichen Audiofiles und Ordner mit MP3-Files innerhalb weniger Sekunden angezeigt und konnten in die Player geladen werden. Nicht so gut gefällt mir, dass aus dem ID3-Tag lediglich die Songtitel, nicht aber die Interpreten angezeigt werden. Dabei ist es nichts Ungewöhnliches, dass einem bei einer Suche zwar der Künstler, nicht jedoch der entsprechende Songtitel dazu einfällt. Gelungen finde ich hingegen die Search-Funktion des CDN77. Auch beim schnellen Navigieren hört man sehr gut, an welcher Songstelle man sich gerade befindet.

Leider verfügt der CDN77 nicht über digitale Audioausgänge. Echt schade, auch wenn die beiden analogen Outputs einen sehr sauberen, druckvollen Sound ausspielen. Die Master-Tempo-Funktion produziert brauchbare Ergebnisse, wobei deren Leistungsfähigkeit im negativen Pitch-Bereich wesentlich besser ist, als in anderer Richtung. Ab plus vier Prozent sind minimale Timing-Schwankungen wahrnehmbar, doch es treten keine hörbaren Artefakte auf. Im Minus-Bereich treten hörbare Artefakte erst ab etwa 15 Prozent auf. Timing-Probleme sind auch beim Maximalwert (16) nicht vorhanden.

Nur eingeschränkt nutzbar ist das Scratching-Feature. Nach Loslassen des Jogwheels dauert es einfach zu lange, bis das Audiosignal wieder startet. Außerdem werden filigranere Scratch-Bewegungen der Hand nicht adäquat auf die Musik übertragen. Das reicht vielleicht für kleinere Gimmicks, aber nicht für eine halbwegs authentische Scratch-Einlage. Sehr interessant und ausgereift hingegen sind die beiden Features Reverse und Brake. Sie arbeiten zuverlässig und erweitern die klanglichen Möglichkeiten. Top! Obwohl die Loop-Funktion den In- und Out-Punkte einer Schleife nicht an den Beats angleichen kann, macht dieses Feature Spaß! 

Bleibt die Frage, wie sich unser Testobjekt bei Erschütterungen verhält. Diese können in der Praxis durch Bassvibrationen oder versehentliche Rempler entstehen. Die technischen Daten des Gerätes machen leider keine Angaben über den Anti-Schock-Puffer, doch der Praxistest zeigt, dass dieser definitiv ausreicht. Selbst härtere Stöße meiner Handfläche auf das Gehäuse konnten den Player nicht aus der Ruhe bringen.

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