Software
Test
10
11.09.2017

Novation Groovebox for iOS Test

iOS-App

Kostenlose Grooves 2go aus dem Hause Novation!

Hersteller Novation überzeugte uns dieses Jahr schon mit dem Synthesizer-Hybriden „Peak“ und dem paraphonen Analog-Synth „Circuit Mono Station“. Nun haben die Briten in Kooperation mit der Schwesterfirma Ampify für iOS eine Groovebox herausgebracht, die mit einem Drum-Machine-Modul und zwei Retro-Synth-Emulationen ausgestattet ist. Und das Beste: Die App ist kostenlos!

Die Synths sollen dabei auf Emulationen analoger Klassiker beruhen. Hinzu kommt ein intuitives Bedienkonzept, das es auch Anfängern ermöglichen soll, im Handumdrehen satte Beats zu zaubern. Die Grundausstattung der App lässt sich per In-App-Käufen erweitern. Inwieweit die Standardausrüstung zum Schrauben von Grooves ausreicht und was Groovebox noch alles zu bieten hat, haben wir uns im folgenden Review einmal genauer angeschaut.

Details

Kompatibilität und Verfügbarkeit

Groovebox ist eine Universal-App, weshalb sie sowohl für iPhone als auch für iPad erhältlich ist. Die App ist kompatibel zu allen iDevices, auf denen iOS 10 oder neuer installiert ist.

Bedienoberfläche und Konzept

Das Bedienkonzept der App erinnert weniger an eine Hardware-Groovebox: Step-Sequenzer oder dergleichen findet man hier also nicht. Vielmehr ist das Interface eine Verschmelzung von typischen DAW-Features, wie Pianorolle und Mixer, kombiniert mit einer benutzerfreundlichen Touchbedienung, die etwas an Propellerheads Figure erinnert.

Neben dem Einzeichnen der Noten via Pianorolle ist die Groovebox mit virtuellen Drum-Pads sowie Skalen-Klaviatur ausgestattet, mit denen sich die Noten leichter einspielen lassen. Wer nicht selbst spielen möchte, kann sich problemlos von den vorgegebenen Melodien und Drum-Patterns inspirieren lassen und an die App herantasten.

Die Grundausstattung ist sehr abgespeckt, aber immerhin sind globale Parameter zugänglich, was schon ein kleines bisschen Sound-Tweaking ermöglicht. Um alle Klangerzeuger-Module freizuschalten, sind für jeden der drei Klangerzeuger 5,49 Euro fällig. Weitere Drum-Kits gibt es für 2,29 Euro pro Expansion (insgesamt 11,45 Euro). Macht summa summarum rund 28 Euro, um den derzeitigen kompletten Content zu aktivieren. Mit den 13 Drum-Kits der Kostenlos-Version kommt man erst mal eine Zeit lang aus. Viel wichtiger sind da jedoch die Freischaltungen der zwei Synths. Groovebox bietet die drei Klanglieferanten: Drumbox, Retrobass und Poly-8, von denen sich insgesamt acht Instanzen in ein Projekt laden lassen. Was die Synths draufhaben und welche Limitierung die Standardversion besitzt, schauen wir uns im Folgenden einmal im Detail an.

Drumbox

Drumbox ist eine samplebasierte Drum Machine mit 16 Pads in 4 x 4 MPC-Style-Anordnung. Die Free-Version ist mit Parametern zur globalen Bearbeitung von Sample-Length, Filter und Pitch sowie acht Kits und 100 Drum-Patterns ausgestattet. Wer das komplette Modul freischaltet, erhält eine Effekt-Sektion mit Delay, Reverb, Distortion und Filter. Ebenso kommen dann Choke-Groups sowie ein Wellenform-Editor für die einzelnen Samples hinzu.

Retrobass

Der monophone Synth „Retrobass“ im Moog-Style besitzt zwei Oszillatoren und arbeitet mit subtraktiver Synthese. Er eignet sich besonders für knarzige Basssounds. In der kostenlosen Variante kommt er mit bereits 20 vorgefertigten Patches und 100 Bass-Patterns. Die Parameterbeschränkung ist hier ebenfalls sehr eng geschnürt: Lediglich Distortion, Wellenform, Pitch und Filter können justiert werden, was aber für einige Stunden Spaß ausreichend ist. Klangtüftler werden jedoch schnell die 5,49 Euro hinblättern, um den vollen Umfang ausreizen zu können. Erst dann hat man Zugriff auf die beiden Oszillatoren mit jeweils Sägezahn, Rechteck, Dreieck und Sinus-Wellenformen, inklusive Oszillator-Mix und -Pitch sowie einer Filter-Sektion, Envelope, LFO und Effekten. Selbst beim Durchforsten der mitgelieferten Presets wird schnell klar, was der Synth draufhat: fette, dreckige Bässe!

Poly-8

Der achtstimmige Poly-8 erinnert nicht nur optisch, sondern auch klanglich an sein unübersehbares Vorbild: den Klassiker Jupiter-8 von Roland. In der Vollversion erhält man hier Zugriff auf einige Parameter des Vorbilds. Darunter die beiden Oszillatoren, eine ausgiebige Filter-Sektion, zwei Envelopes, LFO und VCA sowie die Effekte mit Delay, Reverb und Distortion. Die Gratis-Version kommt immerhin mit 20 fetten Presets, 100 Poly-Patterns mit inspirierenden Akkorden sowie fünf Parametern, um global den Distortion, Filter und Resonance wie auch Glide und Delay zu regeln.

Umfangreiche Konnektivität

Mittels Ableton Link lässt sich Groovebox mit Ableton Live sowie etlichen weiteren Apps synchronisieren, sehr gut! Genial ist auch, dass sich die fertigen Projekte sogar direkt an Ableton Live exportieren lassen. Das funktioniert im Test hervorragend gut: Dabei wird daraus ein Ableton-Live-Projekt, das die Spuren als Audio-Clips bereitstellt – sehr gut umgesetzt. Hinzu kommt Inter-App-Audio- und Audiobus-Support sowie Bluetooth-Speaker- und USB/Bluetooth-Controller-Unterstützung – so muss das sein!

Innovative Pianorolle

Die Noten sind in der Pianorolle übersichtlich und kinderleicht programmierbar, was nicht zuletzt daran liegt, dass sich die Noten auf der Klaviatur vertikal nicht nur chromatisch, sondern auch in der eingestellten Skala darstellen lassen. In dem Fall ist es nicht möglich, falsche Noten einzuzeichnen, sehr gut! Auch Triolen lassen sich ebenso einzeichnen, perfekt! Hinzu kommt ein Swing, der „Normal“ und „Heavy“ eingestellt werden kann – „geshuffelt“ ist schon gar kein Ausdruck mehr für das, was dann aus den Beats herauskommt. Drum-Patterns sind also sehr lebendig programmierbar! Die Anschlagstärke lässt sich bereits vor dem Einzeichnen in drei Stärken definieren und auch die bereits programmierten bzw. gespielten Noten sind diesbezüglich im Nachhinein änderbar. Darüber hinaus lassen sich die gesamten Patterns löschen, in der Länge von 1 bis 16 Bar ändern oder aber es lassen sich per Zufall neue generieren – so macht das Noten-Editing auf dem iPad Laune! Schauen wir uns nun in der Praxis an, was man damit Schönes anstellen kann.

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