Hersteller_Clavia Stagepiano
Test
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28.09.2011

PRAXIS

Wie erwähnt, brillierte Clavia von Anfang an mit einer qualitativ hochwertigen Fertigung und Ausstattung seiner Instrumente. Ich selbst spiele das Nord Stage Classic 88 seit einigen Jahren, und es hat sich nie anders präsentiert als absolut zuverlässig und solide. Entsprechend gibt es am Erscheinungsbild, an den Reglern, Tastern, Eingängen etc. des Nord Stage 2 nicht den Hauch eines Zweifels: Das ist einfach auf Höhe der Kunst.

Immer wieder kritisiert wird das recht unzeitgemäße, winzige Display, welches tatsächlich nur Platz für das Allernötigste bietet. Dieser Kritik muss man entgegenhalten, dass Clavias Bedienkonzept darauf basiert, dass man eben nicht in endlosen Menüs herumrutscht, sondern direkten Zugriff auf praktisch alle Parameter hat. Ich bin absoluter Fan davon und kann aus meiner Erfahrung nur sagen, dass ich diese Direktheit sehr viel praxisorientierter und intuitiver finde - vor allem für die Bühne - als die ja auch schrecklich nach Bahnkartenautomat aussehenden Touch-Displays einiger Konkurrenten. Tatsächlich muss man beim Nord Stage nur in Ausnahmefällen in Menüs abtauchen, womit ich ein ausgefuchstes Display gerne zugunsten einer größeren Anzahl an Live-Controllern opfere.

Streiten kann man sich über die Haptik der Programmanwahl, welche beim Nord Stage hauptsächlich mit Hilfe des Jog-Wheels zu bewerkstelligen ist. Diese Design-Entscheidung ist nicht optimal, da auf diese Weise eine schnelle Anwahl der Programme, wie sie bei Zahlentastern gewährleistet ist, praktisch unmöglich wird. Dass Clavia dem Nord Stage 2 nun 400 statt voher 126 Programmspeicherplätze gönnt, ist sehr zu begrüßen, verschärft aber diese Problematik natürlich weiter. Ein kleiner Trost sind die nun von zwei auf fünf erweiterten Live-Programme, welche direkt über eigene Taster angewählt werden können. Allerdings hilft das im Zweifelsfall auch nicht weiter, denn wer spielt schon Sets mit nur fünf Songs...!? Nein, hier hätte Clavia über eine Konzeptänderung nachdenken sollen, zumal sich mit den neuen Möglichkeiten immer komplexere Programme bauen lassen und man eben nicht unbedingt nur Grundsounds wie Orgel oder Piano vom Nord Stage nutzen wird.

Anschlüsse

Beim Thema Anschlüsse lässt das Nord Stage für meine Begriffe keine Wünsche offen. Neben vier Ausgängen findet man Controller-Eingänge für ein Sustain-Pedal, ein Expression-Pedal, Orgelschweller und Leslie-Speed. Der USB-Anschluss, über welchen in den früheren Versionen lediglich Programme und Samples eingespielt (oder gebackupt) werden konnten, unterstützt nun auch "MIDI over USB", was die Verwendung des Nord Stage als USB-MIDI-Controller möglich macht. Ganz neu hinzugekommen ist ein Monitor-In, ausgeführt als kleine Stereo-Klinke, dessen Signal nicht an die Outputs durchgereicht wird und so z.B. zu Übungszwecken oder fürs Monitoring auf der Bühne verwendet werden kann.

Tastatur

Die Tastatur war schon immer ein Aushängeschild der Nord Stage-Reihe und ich bin mit der meines Nord Stage Classic 88 nach wie vor sehr zufrieden. Im Nord Stage 2 88 hat man nun eine neue gewichtete Tastatur verbaut. Im direkten Vergleich liegen keine Welten zwischen den Tastaturen, aber die neue weiß mit einer etwas präziseren und irgendwie klareren Haptik sehr zu gefallen.

Organ Section

Wenn wir das Nord Stage 2 schlicht von links nach rechts überfliegen, landen wir zuerst bei der Organ Section, welche, wie erwähnt, technisch der neuen C2 entnommen ist. Sie bietet weitestgehend das, was man von ihr erwarten würde, nämlich eine Orgel-Emulation mit Zugriegeln, Vibrato/Chorus, Percussion und natürlich eine Leslie-Simulation mit Overdrive – wobei das Leslie streng genommen zur Effekt Section gehört und auch für Piano- oder Synth-Sounds verwendet werden kann.

Besonders sind an der Orgelabteilung vor allem zwei Dinge: Zum einen bietet sie nicht nur die übliche B3, sondern auch eine Vox-Orgel aus den 60ern sowie eine Farfisa. Clavia weist darauf hin, dass die drei unterschiedlichen Grundsounds keineswegs die gleichnamigen Originale exakt nachbilden sollen, sondern vielmehr für eine Grundcharakteristik stehen. Mit der Wahl des Grundsounds verändert sich auch die Funktion der Zugriegel, so dass sie beispielsweise bei einem Farfisa-Sound als An- und Ausschalter für verschiedene Register fungieren, die sich nicht nur in der Tonhöhe, sondern auch im Sound unterscheiden.

Die zweite Besonderheit sind zweifelsohne die von Clavia mittlerweile bekannten Zugriegel, welche strenggenommen "Druckriegel" heißen müssten: Clavia hat dieses Bedienelement als LED-Säulen umgesetzt, deren Status per Up/Down-Buttons verändert wird. Somit wird ein Riegel nicht, wie z. B. bei einer Hammond, ausgezogen und reingedrückt, sondern per Druckknopf verändert. Diese Technik bietet natürlich den Vorteil, dass die in einem Programm gemachten Zugriegeleinstellungen sofort optisch erkennbar sind und dass man diese jederzeit ausgehend vom tatsächlichen Wert editieren kann. Andererseits unterscheidet sich die Haptik enorm von der einer echten Zugriegel-Orgel, was für Könner und Kenner des Metiers vermutlich eine ziemliche Umstellung bedeutet. Da ich mich nicht zu den Orgelspezialisten zähle, kann ich nicht wirklich beurteilen, inwieweit sich mit Clavias besonderer Lösung authentische Orgelspieltechniken umsetzen lassen. Allerdings habe ich den Eindruck, dass sich bis auf blitzschnelle Soundveränderungen alles machen lässt.

Allerdings ist mir ein Bug aufgefallen: Hält man Töne gedrückt, während man die Zugriegeleinstellungen ändert, erzeugt das Nord Stage bei jeder Wertveränderung ein leichtes digitales Knacken. Im lauten Bühnenkontext dürfte das nicht weiter auffallen. Dennoch sind diese Störgeräusche natürlich ärgerlich, und Clavia sollte da bei der nächsten Version unbedingt nachbessern.Soundmäßig gehört die im Nord Stage verbaute C2-Technik sicherlich zum Besten, was es auf dem Markt gibt. Bei der reinen Sounderzeugung habe ich bis auf einige Änderungen beim "Farfisa"-Sound keine großen Unterschiede zur älteren C1-Version festgestellt. Recht entscheidend verbessert hat sich allerdings die Leslie-Simulation, die nun einen sehr viel weniger plakativen Sound liefert als die Vorgängerin, die man durchaus als Schwachpunkt bezeichnen musste. Das neue Leslie kann zwar mit Spezialisten wie z. B. dem Neo Instruments Ventilator - ganz zu schweigen von echten Leslies - nicht mithalten, macht aber einen sehr guten Job, so dass man damit gut arbeiten kann, wenn man nicht gerade ausschließlich als Orgelspieler auf der Bühne steht.

Piano Section

Die Piano-Sektion ist für alles zuständig, was weitgehend unter den Begriff Akustik- oder E-Piano fällt. Hierzu zählen natürlich Flügel und Upright-Pianos, das Wurlitzer, diverse Rhodes-Varianten oder das CP-80, aber auch Harpsichord oder Clavinet. Zur Sound-Anwahl entscheidet man sich zunächst für eine Rubrik (Grand, Upright, E-Piano etc.) und dann für ein Modell in dieser Kategorie. Das ist, wie ich finde, sehr schön gelöst, weil man nicht in endlosen Zahlenkolonnen herumsuchen muss, sondern über die Kategorien schnell zum Ziel kommt.

Seit den Zeiten meines Nord Stage Classic hat sich bei den Pianos einiges getan, was die Raffinesse der Samplefeatures angeht. Dies betrifft vor allem die "Begleitsounds", also Saitenresonanzen, Release-Samples und Pedalgeräusche. All diese Komponenten können pro Sound, soweit im Samplepool verfügbar, ein- und ausgeschaltet werden, womit sich ein komplexes, sehr realistisches Klangbild ergibt.

Was die Qualität der Sounds angeht, die mit der Piano-Sektion gespielt werden können, würde ich das folgendermaßen zusammenfassen: Die Grands und Uprights sind einfach unfassbar gut. Ich habe selten Sounds erlebt, die gleichzeitig so nuanciert und authentisch klingen, andererseits aber phantastisch spielbar sind und sich außerdem auf der Bühne durchsetzen. In diesem Bereich hat Clavia für mich die Nase ganz weit vorne.

Rhodes, Clavinet und Harpsichord würde ich insgesamt als gut bezeichnen. Vor allem in der für die meisten sicherlich wichtigen Rhodesabteilung ist man einigermaßen auf Augenhöhe mit der Konkurrenz, wobei man ehrlich sagen muss: Wer allerhöchsten Wert auf einen grandiosen Rhodes-Sound legt, ist bei Clavia bisher leider noch nicht im Land seiner Träume. Aber im Gesamtpaket des Nord Stage 2 macht das dennoch eine ordentliche Figur. Letzteres kann man leider, leider über den Wurlitzer-Sound nicht sagen. Er mag für die gelegentliche Verwendung ausreichen, ernsthaft verwenden kann man ihn, wenn man ehrlich ist, nicht. Es ist bei dieser umtriebigen Firma nicht verständlich, warum man, soweit ich das sehen und hören kann, hier seit vielen Jahren nicht nachgebessert hat. Das Clavia-Wurlitzer ist dünn, ausdruckslos, wenig lebendig und fällt damit ganz deutlich gegenüber einigen Sample-Libraries und auch der Hardware-Konkurrenz ab. Schade, auch bei der mittlerweile dritten Inkarnation des Nord Stage muss man diesen dicken Minus-Punkt also notieren.

Der Einbruch beim Wurlitzer ist umso unverständlicher, als man konstatieren muss: Es gibt kaum einen Hersteller, der so fleißig beim Update und bei der Erweiterung seiner Sounds ist. Während zu den Zeiten, als ich mein Nord Stage Classic gekauft habe, noch ziemlich Ebbe auf der Clavia-Homepage herrschte, fliegen einem heute die frisch gesampleten Grands und Uprights nur so um die Ohren - und zwar auf allerhöchstem Niveau. Das finde ich absolut vorbildlich und einen Riesenmehrwert für ein Instrument, das sich damit praktisch immer wieder ein Stück weit neu erfindet.

Synth Section

Beim Thema virtuell-analoger Synth ist Clavia mit dem Nord Lead der Vorreiter der Branche gewesen. Hier stehen die roten Geräte seit langem für durchsetzungsfähige, fette Sounds. Die Synth-Sektion des Nord Stage 2 trägt dieses Erbe natürlich und ist also keinesfalls nur ein schlappes Anhängsel der Orgel- und Piano-Sounds.Das Herzstück jedes Analog-Synths sind die Oszillatoren, klassischerweise zwei Stück mit jeweils wählbaren Wellenformen. Clavia hat hier beim Nord Stage einen Kompromiss zwischen Soundvielfalt und sinnvoller Bedienbarkeit gesucht. Aus diesem Grund wurde wohl ein Layout mit zwei getrennt manipulierbaren Oszillatoren abgewählt und man entschied sich für eine Kombination. Das Layout hat einige - sogar Fachleute - zu der Aussage verleitet, das Nord Stage verfüge über nur einen Oszillator. Das ist natürlich nicht richtig. Vielmehr wählt man zum Beispiel die Sägezahnwellenform an und kann dann u.a. einen Modus einstellen, bei dem man zwei (virtuelle) Oszillatoren gegeneinander verstimmen kann. In einer solchen Einstellung entspricht dann das Ergebnis einem Synth mit zwei Oszillatoren, die beide Sagezähne produzieren. In anderen Einstellungen sind bis zu acht virtuelle Oszillatoren am Werk. Richtig ist natürlich, dass man nicht ohne weiteres eine Sinuswelle und einen Sägezahn mischen kann. Jedoch kann man dieses Manko dadurch umgehen, dass man den Synthie in Slot 1 und 2 des Programms aktiviert und die Slots layert, so dass man am Ende in einem Programm durchaus komplexe Synth-Sounds hinbekommt.

Als Klangerzeugung stehen die klassische subtraktive Synthese, FM, Wavetable-Synthese und Samples zur Verfügung. Weiterhin bietet das Modul eigentlich alles, was man sich so von einem Synth wünscht: ein 12dB- und 24dB-Filter, verwendbar als Lowpass, Highpass, Bandpass oder Notch, Modulation- und Amp-Envelopes, einen eigenen Vibrato-Effekt nur für die Synth-Sektion und einen Mono-Mode mit einstellbarem Portamento und Unisono, wobei bei letzterem die Verstimmung der Oszillatoren und sogar deren Anzahl gewählt werden kann. Neu an Bord sind ein Arpeggiator und ein LFO.Eine wesentliche Neuerung und Verbesserung ist sicherlich, dass der Synth nun auch Samples abspielen kann. Dies ermöglicht den (kostenlosen) Zugriff auf die grandiose Nord Sample Library. Diese bietet alle möglichen „Brot und Butter“-Sounds in guter Qualität, spielt ihre Stärken aber vor allem bei solchen Schönheiten wie einer Bank mit den originalen Mellotron-Sounds aus. Nicht zu vernachlässigen sind auch die Samples alter Analogsynth-Schätze, so dass man leicht und in sehr guter Qualität beispielsweise über die Strings des VP-330 oder andere schicke Dinge verfügen kann.

Zusammenfassend kann man sagen, dass der Nord Stage 2 ein durchaus beachtenswertes Synth-Modul bietet, das gut klingt und eine breite Soundpalette bedienen kann. Alle Neuerungen, vor allem Arpeggiator, LFO und Sample-Playback, finde ich substantiell und wesentliche Verbesserungen gegenüber dem Vorgänger. Wer sehr komplexe, eigentständige Synth-Sounds sucht, wird zwar sicherlich nicht um einen Spezialisten (wie z.B. den Nord Lead oder einen echten Analogen) herumkommen, aber dieses Feld auch noch abzudecken, wäre sicherlich zu viel von einem Allrounder wie dem Nord Stage 2 verlangt.

Effekte und Masterkeyboardfunktionen

Zwei Themen bleiben uns noch: Die eingebauten Effekte und die Extern-Sektion respektive die Masterkeyboard-Funktionen des Nord Stage 2.An Effekten bietet das Gerät eine Auswahl, die auf die wesentlichen Bedürfnisse der Sounds zugeschnitten ist. Auch hier also kein komplexes Multieffektgerät, in dessen Untermenüs man sich verliert, sondern eine kluge, maßgeschneiderte Lösung, die schnellsten Zugriff bietet.Es gibt eine Effektgruppe mit Autopan, Tremolo, Ringmodulator und einigen Wha-Wha-Varianten, eine weitere mit Phaser, Flanger und Chorus-Effekten. Dann ein tapbares Delay und eine Ampsimulation inklusive 3-Band-EQ. All diese Effekte werden per Taster für jeweils eine der drei Klangquellen (Orgel, Piano, Synth) aktiviert und können dann in Geschwindigkeit und Effektanteil geregelt werden.

Schade ist, dass sich z. B. ein Orgel- und ein Piano-Sound ein Delay nicht teilen können, da die Gruppen, wie gesagt, nur einem Modul zugeordnet werden können. Ansonsten hat Clavia aber auch an dieser Front fleißig weitergearbeitet. So teilen sich klugerweise die Effektgruppen zwei Drehregler, die jeweils für Geschwindigkeit und Effektanteil zuständig sind. In der früheren Version des Nord Stage hatte jede Gruppe eigene Regler, dafür war aber der Effektanteil teilweise nicht regelbar. Auch sehr willkommen ist, dass der 3-Band-EQ nun über durchstimmbare Mitten verfügt.

Zu den Effektgruppen gehört auch die bereits erwähnte Leslie-Simulation, die ebenfalls nicht nur der Orgel, sondern auch Piano und Synth zugordnet werden kann. Sie kann im normalen oder im Stop-Modus betrieben werden, sodass bei letzterem der Rotor beim Abschalten nicht langsam weiterdreht, sondern ganz zum Stehen kommt. Außerdem lässt sich per Regler die Verzerrung steuern, welche, das muss man leider sagen, relativ hässlich ausgefallen ist. Sie schafft es durchaus, den Sound ein bisschen zu würzen und aggressiver zu machen - in extremeren Einstellungen ist sie jedoch kein rechtes Hörvergnügen.

Am Ende der Signalkette gibt es weiterhin zwei globale Effekte, die sich auf den gesamten Sound auswirken: einen einfachen Kompressor - bei dem man lediglich die Stärke einstellen kann - und einen Hall. Auch beim Hall hat sich Clavia wieder fürs Griffige und Klare entschieden. Man hat die Wahl zwischen je zweimal Room, Stage und Hall. Dann noch ein Regler für den Effektanteil - fertig.

Bei der Beurteilung der Effektsektion sollte man das Ganze pragmatisch angehen. Die Effekte klingen allesamt gut, weder hauen sie einen vom Hocker noch müsste man sich bei irgendeinem davor schämen, ihn reinzuschrauben. Andererseits ist die Flexibilität bei der Bedienung bewusst so weit eingeschränkt, dass man von der Raffinesse keine Wunder erwarten kann. Ein Kompressor, dessen Attack, Release und Ratio nicht einstellbar sind, wird keinen Soundfetischisten letztendlich überzeugen. Das große „Aber“: Clavia setzt auch hier extrem schlüssig auf den Live-Einsatz, und dies geht nach meiner Erfahrung voll auf. Wer setzt sich schon bei Live-Sounds hin und editiert mühselig am Pre-Delay des Halls rum? Der Nord Stage hingegen ermöglicht sogar die Umsetzung spontanster Effektideen auf der Bühne. Komprimierter Piano-Sound in der Bridge wäre cool: Kein Ding, einschalten, Amount auf 8, fertig. Auch hier muss ich sagen: Hut ab vor diesem durchdachten Gesamtkonzept

.Verlieren wir zuletzt noch ein paar Worte über die MIDI- und Masterkeyboard-Fähigkeiten des Nord Stage. Das erste Feature, das hier wichtig ist: der Tastatursplit. Die Tastatur lässt sich in zwei oder drei Bereiche aufsplitten. Dies geschieht anhand von insgesamt 10 möglichen festen Splitpunkten, deren Aktivität mit grünen LEDs angezeigt wird. So schön dieses optische Feedback ist, bleibt mir doch immer noch unklar, warum sich Clavia für diese festgelegten Punkte entschieden hat und diese nicht frei wählbar gestaltet. Sicherlich, in dieser Ausführung passt sich das nahtlos in ein sehr visuelles Bedienkonzept ein, das Wert auf schnelle Erfassbarkeit und Manipulierbarkeit der Parameter legt. Jedoch weiß jeder Keyboarder, dass bei den Splitzones nicht selten ein Halbtonschritt über Glück oder Unglück entscheiden kann. Hier ist mir Clavias Konzept zu starr und nicht alltagstauglich genug.

Sind die Tastaturbereiche eingeteilt, können die einzelnen Module einem, zwei oder allen zugeordnet werden. Mit den Oktavshift-Tasten und natürlich den Lautstärkereglern der einzelnen Sektionen lassen sich zudem die Anpassungen so machen, dass die Sounds in der richtigen Lage und Lautstärke am Start sind. Außerdem kann man pro Sektion bestimmen, ob sich Pitch-Wheel und Sustainpedal auf diese auswirken oder nicht.Eine schöne Erfindung ist die sogenannte Extern-Sektion. Diese verhält sich im Grunde wie die anderen Module auch - das heißt, sie kann leicht an- und ausgeschaltet, gepitcht, in der Lautstärke eingestellt werden usw. - bedient aber externes Equipment, welches über MIDI angeschlossen ist. Netterweise kann die Sektion beim Umschalten von Programmen auch, wenn man möchte, Programmwechselbefehle schicken, so dass externe Klangerzeuger sich gleich mit umschalten. Per Wahlschalter kann man bestimmen, ob der Drehregler der Extern-Sektionen die Lautstärke über MIDI verändert, einen (neuen) Program-Change schickt oder einen Controller-Wert manipuliert, dessen Nummer man in einem Menü frei wählen kann.Alles in allem bietet das Nord Stage 2 grundlegende und bis auf die oben gemachte Einschränkung wiederum gut durchdachte Masterkeyboard-Funktionen an. Auch hier kommen allerdings jene nicht um Alternativen herum, die sich komplexere Möglichkeiten wünschen, etwa mehr und flexible Splitzones, unterschiedliche Velocitykurven pro Zone oder ähnliches.

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