Hersteller_Motu
Test
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21.06.2017

Praxis

Sehr gute Performance und Latenz

Die Anbindung des MOTU 8A ist mit USB 3 am besten, hier reagiert das Interface äußerst zackig auf Änderungen wie beispielsweise der Samplerate oder des -buffers. Bei der Verbindung via Thunderbolt oder AVB dauert es beim Wechsel schon mal etwas länger. Das ist kein Problem von MOTU allein, sondern ist mir auch bereits bei vielen anderen Herstellern aufgefallen.

Trotzdem darf man bei der Verbindung mit Thunderbolt die beste Latenz erwarten (2,67 ms), mit USB 3 knapp dahinter (3,0 ms). AVB stellt das Schlusslicht dar, ist aber auch nicht weit von den vorherigen Werten entfernt (3,75 ms). Alle drei Latenzen sind demnach sehr gut. Gemessen habe ich übrigens an meinem Mac Pro in Ableton Live bei 48 kHz und 32 Samples.

Momentan lässt sich via AVB auf dem Mac nur mit 48, 96 und 192 kHz arbeiten. 44,1 kHz und seine Vielfachen sind nicht möglich. Unverständlicherweise lassen sich die Interfaces außerdem nur via Netzwerkverbindung updaten. Das sollte geändert werden. Empfohlen wird übrigens OSX 10.11.

Grundsätzlicher Bedienkomfort

Die Bedienung des 8A ist einfach und verständlich gelöst. Kompliziert wird es anfangs nur beim Einrichten der AVB-Streams und beim Verständnis der Routing-Matrix. Werden mehrere Interfaces gekoppelt, tauchen die gesammelten Parameter aber dafür dann komfortabel auf einer Seite auf. Ebenfalls gut: Für dich wichtigsten Konfigurationen gibt es Presets, die automatisch Routings vornehmen.

Dank der übersichtlichen GUI ist die Unmenge an verfügbaren EQs und Kompressoren grundsätzlich gut überschaubar. Besonders gut gefallen mir dabei die extra großen Fenster zur grafischen Drag-and-Drop-Bedienung der EQs und Kompressoren. Schade nur, dass nicht alle Werte im Grafik-Modus mit der Maus bedienbar sind. Das mag am Rechner und im Browser noch ok sein, in der iOS-App nervt es aber richtig. Ebenfalls störend ist, dass hin und wieder Teile des Mischpultes nicht richtig geladen werden. Und wo ich gerade beim Motzen bin: Eine Möglichkeit, die Effekte in ihrer Reihenfolge zu vertauschen habe ich nicht finden können.

Auf meinem betagten iPad mini war die Remote-App gut nutzbar, lief aber nicht besonders flüssig. Kleinere Unterschiede zur browserbasierten Variante sind beispielsweise das Umschalten und das Nicht-Hinzuschalten der Pages für EQ, Comp, Gate, etc. im Mixer. Ansonsten sind sich beide Varianten äußerst ähnlich. Die Nutzung könnte kaum simpler sein: Jeder Rechner im Netzwerk – dazu zählt eben auch das iPad und alle anderen Rechner im WLAN – kann alle vorhanden Interfaces editieren. Nicht schlecht.

Klang

Es ist fast überflüssig zu sagen, aber die Wandler klingen sehr knackig, frisch und haben keinerlei Auffälligkeiten. Der Rauschabstand ist natürlich ebenfalls sehr gut, Verbesserungen sind hier kaum von Relevanz, da jede Quelle zur Aufnahme mehr rauschen wird, als das Interface selbst. Um den nur theoretisch vorhandenen Einfluss der Wandler zu zeigen, habe ich unsere bekannten Testaudios einmal durch ein 20 cm langes, symmetrisches Kabel gezogen. Und wo ich gerade dabei war, habe ich auch noch ein paar Beispiele zu den Effekten gebastelt.

Hier geht es zum Download der unkomprimierten Files!

Klanglich sind die Effekte pragmatisch-unauffällig, trotz der Werbung mit Attributen wie „britisch“ und „LA-2A“. Ich muss euch also enttäuschen: Grundlegende Regelcharakteristika wurden zwar durchaus eingefangen, hier von „Mojo“ zu sprechen, wäre aber Blasphemie. Meiner Meinung nach hätte man, anstatt Lizenzrechte für schicke Namen zu kaufen, lieber etwas mehr Zeit in den Bedienkomfort der Effekte investieren können. Da ist durchaus reichlich Luft nach oben.

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