Hersteller_Mooer
Test
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19.10.2019

Praxis

Für die Soundfiles spiele ich mit dem GE150 zunächst stereo direkt in meine Soundkarte (RME Fireface UFX) und gehe von dort in meine DAW.

Am Anfang steppe ich durch ein paar Werkspresets, wobei ich mich auf wenig effektbeladene Programme reduziere, um den Ampsound klarer wahrzunehmen. Hier muss man sagen, das Mooer grundsätzlich eher sparsam mit Effekten umzugehen weiß und die Werkspresets durchaus einsetzbar sind:

Auch wenn mir vor allem die Cleansounds der Presets bereits sehr gut gefallen, mache ich mich nun an eine paar Eigenprogrammierungen und beginne mit einer Fender Twin Reverb-Speakersimulation. Der Sound ist clean und liefert sehr gute knackige Pickingsounds:

Nun schalte ich einen Tube Screamer davor. Die typische nasale Mittenfrequenz des grünen Kobolds ist ziemlich gut getroffen und bluesige Crunchsounds gehen leicht von der Hand:

Hier möchte ich mich von der Dynamik des Mooers überzeugen und wähle eine Two Rock Coral Simulation, bei der ich mit Volume-Regler und Pickup-Anschlag arbeite. Hier macht sich der günstige Preis des GE150 leider etwas bemerkbar, denn mit der Dynamik und Variationen im Anschlag wäre der Sound bei einem echten Amp vor allem bei heruntergedrehtem Volume-Regler lebendiger und vor allem transparenter. Dennoch können Zerr- und Dynamiknuancen in einem ordentlichen Rahmen wiedergegeben werden und der Zerrsound hat eine schöne Wärme.

Als nächstes kommt eine Telecaster zum Einsatz und ich wähle einen Vox AC 30 plus Blue Comp als Kompressormodul sowie einen Mooer G als EQ. Der Sound geht klar in die Vox-Richtung, auch wenn der Mooer sich mit dem Echtvergleich schwer tun würde. Der Cab-Block lässt zwar viele Eingriffe in puncto Mike-Platzierung und Mikrofontyp zu, allerdings sind diese Veränderungen teilweise eher marginal. Das reale "Herumschieben" des Mikrofons vor einer Box würde da sicherlich größere Unterschiede hervorbringen, aber gemessen am Preis ist es schon erstaunlich, was für Möglichkeiten der User hier hat.

Kommen wir nun zur Effektsektion, die eine Fülle an Brot-und-Butter-Effekten, aber auch Spezialitäten wie LoFi-Filter und Ringmodulator an Bord hat. Die Klangqualität aller Effekte ist durchaus gut. Das Tremolo wabert schön harmonisch, der Chorus gibt saubere Schwebesounds wieder und Delay und Reverb bieten ein Fülle von verschiedenen attraktiven Modellen. Der Oktaver des dritten Beispiels ist nicht als solcher bezeichnet, sondern wurde dem Pitch-Shifter-Block entnommen. Das Tracking läuft relativ sauber, auch wenn bei hoher Zerre und tieferen Noten leichte Unsauberkeiten in der Intonation zu hören sind.

Mit dem Wah-Pedal lässt sich trotz der kompakten Maße sehr gut arbeiten und die Fußfläche wirkt stabil und griffig. Da die Parameter sehr flexibel einstellbar sind, hat man auch eine Fülle von Eingriffsmöglichkeiten.

Da im GE150 auch einige Akustik-Ampmodelle und auch Faltungen von Akustik-Cabinets angeboten werden, schnappe ich mir meine Breedlove Oregon mitsamt Piezo-Tonabnehmer und setzte sie über das Mooer-Pedal ein. Nach vielem Experimentieren habe ich mich dazu entschieden, die Cabfaltung gänzlich wegzulassen und nur das Acoustic-Modell im Amp-Block zu verwenden. Das Zirpige des Piezos wird etwas abgemildert, und wem das nicht reicht, der kann natürlich entweder mit dem EQ oder aber auch durch das Laden einer Gitarrenkorpus-IR in einen freien IR-Slot seinen Sound aufwerten.

Das Laden von Drittpartei IRs läuft über den Editor problemlos: Einfach das kleine Plussymbol neben dem freien Slot drücken und schon kann man den entsprechenden Ordner auf seiner Festplatte wählen. Der Cab Block bietet nun natürlich nur noch die Endstufensimulation variabel an und die Auswahl des Mikrofontyps und der Positionierung entfallen bei externen Faltungen.

Viele Gitarristen werden den GE150 sicherlich auch in Kombination mit einem Gitarrenverstärker einsetzen. Hierzu gibt es prinzipiell zwei Optionen: Entweder verbindet man ihn mit dem Input eines linear eingestellten Amps, oder aber, was sicherlich zu bevorzugen ist, wenn man die Ampsimulationen einsetzen will, in eine Endstufe bzw. den Return eines Amps. Letzteres wird hier getestet und ich führe das Mooer-Pedal in den Amp-Return meines Mesa Boogie MkV. Der Sound nimmt für meinen Geschmack deutlich an Druck und Plastizität zu. Das Preset ist identisch mit dem vorhergehenden Soundbeispiel, lediglich der Cab-Block wurde deaktiviert.

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