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26.01.2012

Mode Machines SL-1 Test

Analoger Monophoner Desktop-Synthesizer

Neues aus dem Synth-Labor

Mit dem SL-1 von Mode Machines darf man eine noch relativ neue Firma auf dem Synthesizer-Markt begrüßen. Sie ist ein Ableger von „Touched by Sound“, einem Musik Fachhändler für Ausgewähltes und generalüberholte Gebrauchtinstrumente. Unter dem Namen „Music And More“ (MAM) hatte man hier schon vor einiger Zeit Eigenkreationen wie Sequenzer, Drum Machines, Synthesizer, Vocoder und Effekte im 19" Format im Vertrieb. Der Sitz von Mode Machines ist Cadolzburg in Bayern. 

Auf der Website von Mode Machines liest man folgenden Satz: „Wir sind ein Hersteller für innovative elektronische Musikinstrumente. Wir lieben analoge, aber auch richtig coole digitale Technologie. Unsere Instrumente sind alle MADE IN GERMANY!“. So etwas freut das Herz des puristischen Knöpfchendrehers mit Sinn für Qualität genauso, wie den geneigten Globalisierungskritiker. Und das ist auch gut so. Der bonedo-Ansatz für Testberichte ist aber ein ganz anderer, nämlich ein vornehmlich praktischer: Wie klingt es, funktioniert es, ist es vernünftig gebaut, stimmt der Preis?

DETAILS

Der Mode Machines Synthlab SL-1 ist ein monophoner Synthesizer, der nach dem Prinzip der subtraktiven Synthese arbeitet. Sein recht ansehnliches Gehäuse beinhaltet eine diskret aufgebaute, komplett analoge Schaltung. Laut Herstellerangaben gibt es hier keine Mikroprozessoren, digitalen Steuerungseinheiten und keine DSPs. Das MIDI Interface ist das einzige Bauteil, das digitale Daten verarbeitet. Auch auf einen USB-Anschluss hat man verzichtet.

Kommen wir zur Klangerzeugung: Es gibt zwei VCOs, die entweder eine Sägezahn- oder Pulswelle erzeugen können. Mit ihren Parametern Semitone und Finetune versetzt man sie in die gewünschte Stimmung. Sie können insgesamt über einen Bereich von rund sechs Oktaven erklingen, Oktavumschalter gibt es aber nicht. Auch ein Suboszillator kann stufenlos hinzugemischt werden. Er steht immer in tonaler Abhängigkeit zum VCO1 und ist werkseitig eine Oktave tiefer angelegt. Wer sich nicht scheut, seinen SL-1 aufzuschrauben, kann den Suboszillator mit Kalibrierungsvorrichtungen auf der Platine noch „eine Etage tiefer legen“ oder auch seine Grundlautstärke ändern. Die Mastersektion bietet Parameter zum Einstellen der Portamento-Zeit und zum (Nach)Regeln des globalen Tunings. Auch ein separater Rauschgenerator und Ringmodulator, der sich allerdings mit dem Suboszillator seinen Platz teilt, ist an Bord. In der Mixing-Einheit können bis zu vier Signale, bestehend aus VCO 1 und 2, Rauschen und Suboszillator, in ein Lautstärkeverhältnis gesetzt werden. Zur Modulation der Tonhöhe oder der Pulsbreite der Oszillatoren stehen zwei LFOs bereit. Sie bieten die Wellenformen Dreieck sowie ansteigender oder abfallender Sägezahn. Auch hier kann man sich per Umstecken von „Jumpern“ und „Trimmern“ auf der Platine weiterer Optionen bedienen: Es lassen sich so grundsätzlich höhere Frequenzen wählen oder die Dreieckswelle gegen eine Pulswelle eintauschen. Die Synchronisation der LFOs per MIDI Clock ist nicht vorgesehen.

Die Sektion „Mod“ links unten dient der Steuerung von Modulationen per MIDI. Wahlweise kann die MIDI-Velocity auf Filter oder VCOs wirken - mit regelbarer Intensität. Das Filter kann somit auch anschlagsempfindlich gespielt werden. Ein hier ebenfalls aktivierbarer Hardsync-Mode der beiden Oszillatoren bietet weitere klangliche Gestaltungsmöglichkeiten. 

Im Signalfluss folgt nach den VCOs das Filter des Synthlab SL-1. Es arbeitet als Lowpass mit 24dB Flankensteilheit und ist mit regelbarer Filterresonanz und Keytrack ausgestattet. Hier soll das legendäre Kaskaden-Prinzip - bekannt aus vielen Moog Synthesizern - zugrunde liegen. Zur dynamischen Gestaltung des Filterklangs lässt sich eine Hüllkurve mit den Parametern Attack und Decay heranziehen. Und auch der LFO1 kann Modulationsquelle sein.

Der dritte Basisbaustein der Klangerzeugung ist - wie bei so vielen analogen Synthesizern - der VCA. Er gestaltet die Lautstärke der Klänge. Der VCA ist velocityempfindlich und kann von seiner ADSR Hüllkurve und dem LFO2 moduliert werden. 

Hier noch einmal die Eckdaten der Klangerzeugung in der Übersicht:

  • 2 x VCOs mit Sägezahn oder Pulswelle (Pulswelle mit regelbarer PWM)
  • 1 x VCF, 24dB Tiefpass/Kaskadenfilter
  • 1 x VCA
  • 1 x separater Noise Generator
  • 1 x Ringmodulator
  • 1 x Suboszillator, klingt 1 Oktave tiefer als VCO1 (kalibrierbar)
  • 2 x LFO
  • 1 x ADSR Hüllkurve für den VCA 
  • 1x AD Hüllkurve für den VCF

 

Kommen wir zur Rückseite des "Synthesizer-Labors":

An der Rückseite findet man neben Powerbuchse und An/Aus-Knopf ein MIDI-Interface mit MIDI IN und MIDI THRU, einen Audio-Aus- und Eingang sowie ein CV/Gate-Interface. Das CV/Gate-Interface ist werkseitig als Ausgang konfiguriert. So kann man den Synthlab SL-1 per MIDI ansteuern und diese Steuerbefehle per CV/Gate-Interface an mit entsprechenden Eingängen ausgestattete Synthesizer weiterleiten. Das MIDI Interface verarbeitet Note On, Note Off und Velocity-Befehle. Die Steuerspannung des CV-Ausgangs liegt bei 1Volt/Oktave, der Gate-Ausgang sendet mit bis zu +5 Volt. Über das „Mäuseklavier“ auf der Platine können hier aber auch andere Konfigurationen gewählt werden. Beispielsweise lässt sich das CV/Gate-Interface auch als Empfänger für eingehende CV/Gate-Steuerbefehle nutzen. (Das MIDI Interface wäre in diesem Fall dann deaktiviert.) Alle Ein- und Ausgänge sind als 6,3mm Klinke ausgelegt.

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