Recording
Test
2
11.11.2020

MiniDSP UMIK-1 Test

kalibriertes USB-Messmikrofon

Alles easy mit USB?

Möchte man ein Studio mit 1A-Sound haben, ist eine gute Raumakustik unumgänglich. Ein essentieller Teil dieser ist das korrekte Ausmessen, denn nur so erhält man Daten, anhand derer sich Absorber-Module konzipieren, Speaker korrekt aufstellen und Korrekturfilter bestimmen lassen. Man braucht also ein Messmikro – und das muss nicht besonders viel kosten. 

Es gibt einen Typen dabei häufiger, weil er günstig ist und von Herstellern wie Presonus, Behringer, Superlux, Sonarworks und auch t.bone faktisch baugleich angeboten wird. Der Hersteller MiniDSP hat mit dem UMIK-1 nun eine Variante am Start, die sich durch einen USB-Anschluss abgrenzt und Empfehlungen von Dirac Live und gar den RoomEQWizard genießt.

Details

Protokolliertes USB-Messmikro

Das UMIK-1 ist ein simples und ziemlich lineares Messmikrofon mit eingebauten Preamp und Class-Compliant-USB-Schnittstelle für Windows, Linux, MacOS und iOS. Einen XLR-Anschluss gibt es nicht.

Hersteller miniDSP ist vor allem für seine Shark-DSP-Prozessoren aus dem Bereich Streaming-Amplifier, 19-Zoll-Crossovers, Network-Audio und Car-HiFi bekannt.

Prepared for Dirac Live 3

Eine weitere Konstante innerhalb der Produktlinie von miniDSP ist die Integration der „Dirac Live 3“ Mess- und Korrektursoftware, welche für große Setups automatisch Korrekturfilter erzeugen und laden kann. Die Software hat sich als Lösung im Installations- und Live-Betrieb etabliert. Ein mitgeliefertes digitales Messprotokoll sorgt für obligatorische Fehlerkompensation und kann unkompliziert in die Software geladen werden.

Seit geraumer Zeit kann man den Dirac Live Prozessor auch auf dem Rechner als VST(3), AAX oder AU-Plug-in nutzen und die Korrekturfilter so in die DAW der Wahl laden. Das Ganze bewegt sich so grob zwischen den üblichen Consumer-Software-Lösungen, wie beispielsweise Sonarworks Reference 4, und dem absoluten High-End-Prozessor Trinnov ST-2

Same same, but different

Zurück zum Mirko: Dieses kennt man von andere Herstellern bereits und kommt damit sicherlich aus der selben Fabrik in China. Von Behringer heißt es jedenfalls ECM-8000, bei Presonus PRM-1, bei Superlux ECM999 und von Sonarworks gibt es das XREF20 – die günstigste Variante von t.bone kostet keine 35 Euro!

Bei den günstigen Modellen gibt es meist kein Messdiagramm bzw. Korrekturfile dazu. Wenn man annimmt, dass alle vom selben chinesischen Förderband purzeln, sollte man auch kurz darüber nachdenken ob eventuell "die guten ins Töpfchen die schlechten ins Kröpfchen" wandern. Das ist allerdings reine Spekulation meinerseits.

In allen Fällen handelt es sich aber immer um eine 1/4-Zoll Elektret-Kapsel mit Kugelcharakteristik, die einen Übertragungsverlauf von 20 Hz bis 20 kHz ohne weitere Angaben zum Abfall und einen max. SPL von 133 dB anbietet. Zum eigentlichen Mikro gibt es noch ein USB-Kabel, einen Mic-Clip, sowie eine kleines Windshield und das passende Tisch-Dreibein dazu, alles platzsparend verpackt in einem soliden Karton.

Auf ausladende Kunststoffkoffer, die es bei anderen Herstellern dazu gibt, muss man verzichten. Dafür findet man das Kalibrierungs-File nach Eingabe der Seriennummer auf der Herstellerseite ohne Registrierung. Alles in allem und in Anbetracht des USB-Anschlusses (24Bit@48 kHz) für einen Straßenpreis von 100 Euro ein faires Angebot.

1 / 3
.

Verwandte Artikel

User Kommentare