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Test
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14.07.2020

Millenium B20 Becken Test

Becken Serie

Die richtige Mischung

Millenium B20 heißt die preisgünstige Beckenserie, die es auch Anfängern ermöglichen soll, die klanglichen Vorzüge der klassischen B20-Beckenlegierung zu genießen. Die bereits vor Jahrhunderten entdeckte Kupfer-Zinn-Mischung im Verhältnis 80:20 prägt die Musik ganzer Epochen quer durch so unterschiedliche Genres wie Orchestermusik, Swing, Rock'n'Roll und viele mehr und ist auch aus der modernen Beckenproduktion nicht wegzudenken. Da der Herstellungsprozess im Allgemeinen recht aufwendig ist, waren bislang auch die Preise entsprechend hoch. Das soll sich nun ändern. Anmerkung der Redaktion: Wir haben den Test von 2014 mit weiteren Modellen und um ein Video der kompletten B20-Palette ergänzt. 

Ein Beckenset aus B20-Bronze, bestehend aus einer 14“ Hi-Hat, einem 16“ Crash, einem 20“ Ride-Becken und einer Transporttasche für insgesamt 185 Euro, das ist, als würde man einen Goldring im Kaugummiautomaten verkaufen – also eigentlich ein Aprilscherz. Aber bei einem Hersteller, der komplette Drumsets, die nicht nach Spielzeug aussehen und sogar passabel klingen, für unter 300 Euro anbietet, überrascht diese radikale Preisgestaltung nicht. Das Musikhaus Thomann hat Millenium über viele Jahre hinweg als Hausmarke im Bereich Drums etabliert und richtet sich dabei in erster Linie an Schlagzeuganfänger, die ein „richtiges“ Instrument spielen möchten, aber trotzdem zunächst große Investitionen vermeiden wollen. Schließlich kann es gerade bei den Kids ja passieren, dass die Drumsticks nach ein paar Monaten in der Ecke liegen und das gute Drumset mit den teuren Becken, für die Papi einen halben Monatslohn hingeblättert hat, im Keller verstaubt. Ob sich über die Millenium B20 Becken nicht nur Papis Portemonnaie, sondern auch der trommelnde Sprössling und die kritischen Ohren des Testers freuen und wie sich die sonstigen Modelle aus dem Millenium B20 Portfolio anhören, erfahrt Ihr in diesem Bericht. 

Details

B20 – eine Zauberformel mit langer Tradition

Obwohl es mittlerweile etwa zehn verschiedene Rezepturen gibt, aus denen Becken hergestellt werden, bildet die magische B20-Legierung eine Konstante, die noch heute relevant ist, wenn es um Beckenproduktion auf höchstem Niveau geht. Der Aufwand, aus 80 Prozent Kupfer und 20 Prozent Zinn ein wohlklingendes Becken herzustellen, ist vergleichsweise hoch. Während es beispielsweise möglich ist, B8-Becken, die lediglich über acht Prozent Zinnanteil verfügen, aus industriell gefertigten Blechen herauszustanzen, muss das B20-Rohmaterial zunächst im Ofen erhitzt werden, um daraus schließlich die Rohlinge zu formen. Diese werden dann plattgewalzt und weiterbearbeitet. Besonders hochwertige Becken erfahren natürlich eine etwas intensivere Behandlung als Einsteigerinstrumente. Zur Herkunft der Becken lässt sich sagen, dass sie in China und nicht in der Türkei hergestellt werden. In Bezug auf den Herstellungsprozess ließ sich in Erfahrung bringen, dass die Herstellung zum großen Teil maschinell erfolgt, der endgültige Feinschliff aber per Hand vorgenommen wird. 

Alle zum Test vorliegenden Becken tragen auf den Oberseiten das bekannte schwarze Millenium-Logo sowie die Größen- und Typenbezeichnung und zeigen ein natürliches Finish mit markantem Abdrehmuster, während die sehr fein abgedrehten Kuppen und Unterseiten hochglänzend poliert sind. Deutlich erkennbar sind die kreisförmig auf den Spielflächen angeordneten Hammereinschläge, deren Abstände sich zur Mitte hin verdichten. Die Kuppen und die äußeren Ränder blieben vom Hammer verschont. Positiv zu vermerken ist die gleichmäßige Gewichtsverteilung der Becken. Auf dem Finger balanciert, liegen sie exakt waagerecht und neigen sich nicht zu einer bestimmten Seite, wie es selbst bei teureren Becken oft vorkommt.

Die Modelle im Einzelnen

Bis auf die 14“ Hi-Hat, die es aktuell nur im Dreier-Set zu kaufen gibt, könnt ihr euch alle folgenden Modelle auch einzeln zulegen.

Die 14“ Hi-Hats

Mit 1050 Gramm für das Top- und 1170 Gramm für das Bottom-Becken könnte man die Hi-Hats als leicht übergewichtige Medium-Cymbals bezeichnen. Die Rillen, die der Abdrehmeißel auf den Oberseiten hinterlassen hat, sind in gleichmäßigen, relativ großen Abständen angeordnet und fallen nicht allzu tief aus. Auffällig sind die Bearbeitungsspuren um die Mittellöcher herum, die aber nur von unten zu sehen sind. An den Rändern der Becken lassen sich keinerlei Unebenheiten entdecken. 

Das 20“ Ride

Das 20“ Ride präsentiert sich in einem etwas anderen Erscheinungsbild als die Hi-Hats und das Crash. Hier wurde die Oberseite intensiver bearbeitet, was sich am dichteren Abdrehmuster erkennen lässt. In Bezug auf die Hämmerung sind keine Unterschiede zu den anderen Becken auszumachen. Wie beim Crash ist auch hier das Gewicht mit 2280 Gramm ‚Medium-Standard’, allerdings fällt die Kuppe des Rides mit überdurchschnittlichen 15 Zentimetern Durchmesser aus dem Rahmen. 

Die drei Crashbecken und das Splash

Die drei Crashes in den Größen 14“, 16“ und 18“ zeigen exakt dieselbe Optik wie die Hi-Hats. Alle Becken sind im Medium / Medium-Thin-Bereich angesiedelt, der dünne Rand spricht für ein zügiges Ansprechverhalten. Als kleinen Bruder zum 14“ Crash gibt es außerdem noch ein leicht ausfallendes Splash in 12“ – neben den beiden Chinas das dritte Effektbecken im Bunde. 

Das 16“ und 18“ China 

Für den Alarm-Faktor sind zwei Chinas in den universellen Größen 16“ und 18“ zuständig. Mit ihren matt schimmernden Oberflächen unterscheiden sie sich vom Rest der hochglanzpolierten B20-Becken. Beide Chinas haben sehr dünne Ränder, eine breite umgebogene Krempe und die zylindrische Glockenform, welche typisch ist für Chinas, die aus dem Mutterland dieser Spezies stammen.

Die Tasche

Natürlich soll auch die Transporttasche nicht unerwähnt bleiben, die es als eine Art „Gratisbeigabe“ zum Dreierset dazu gibt. Sie ist simpel gestaltet und muss ohne Polsterung auskommen, dafür bietet sie eine herausnehmbare, doppelte Trenneinlage, durch welche die Becken vor gegenseitigem Zerkratzen geschützt sind.

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