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Test
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06.09.2016

Martin Lüders PG-8X Test

Freeware Synthesizer PlugIn

Runderneuerter Freeware-Klassiker

Vor einigen Jahren veröffentlichte Martin Lüders mit dem PG-8X einen kostenlosen Software-Nachbau des legendären Roland JX-8P. Trotz einfach gestalteter Bedienoberfläche und der exklusiven Unterstützung für Windows erfreute sich das Plug-in allergrößter Wertschätzung. Die aktuelle Version sieht nicht nur schicker aus, sie läuft mittlerweile auch unter OSX als VST-Modul.

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Details + Praxis

Der PG-8X ist ein zwölfstimmiger Software-Synthesizer mit zwei digital kontrollierten Oszillatoren (DCO). Diese erzeugen wahlweise Sägezahn, Rechteck bzw. Pulswelle sowie Rauschen. Alternativ zur zwölfstimmigen Polyphonie lassen sich zwei Stimmen zu einer zusammenfassen („unison‟), dann ist das Plug-in noch sechsstimmig spielbar. Oder man fasst alle Stimmen zu einer einzigen fetten Stimme zusammen: Jetzt ist der Synth „nur‟ noch monophon.

Genau wie im Original ist der Signalweg mit einem konfigurierbaren LFO bestückt, zwei exponentiellen ADSR-Hüllkurven, einer Filtersektion samt 24-dB-Hochpass inklusive Resonanz sowie einem Stereo-Chorus. Weiterhin steht eine Aftertouch-Sektion zur Verfügung, dank derer sich Vibrato, Portamento oder Bends steuern lassen.

Die überarbeitete Benutzeroberfläche erinnert deutlich an das Original. Beim Editor wurde der Roland PG-800 Programmer nachgebildet, mit dem sich die Sounds komfortabler modifizieren ließen als über die Haupteinheit. Die äußerlichen Gemeinsamkeiten trägt der PG-8X ins Innere und so lassen sich via SysEx Presets zwischen dem Plug-in und der analogen Hardware austauschen. Presets sucht man zunächst vergebens, diese können jedoch im Web kostenfrei bezogen werden. Eine solide Auswahl findet ihr hier.

 

Der Synth überzeugt durch Soundvielfalt: Von perkussiven und metallischen Tönen bis hin zu komplexen Flächensounds ist alles möglich. Das liegt nicht zuletzt an der Option zur Cross Modulation. Die erlaubt es, beide DCOs zu syncen oder sogar zu ringmodulieren. Die sehr gut klingenden Filter tragen selbstverständlich auch ihren Teil zum Gelingen bei. Besonders viel Spaß bereitet das Experimentieren mit dem umfangreichen LFO, mit dem sich beinahe alle Aspekte des Signalwegs modulieren lassen. Ein Highlight ist der Stereo-Chorus für die finale Soundveredelung.

Fazit

Martin Lüders hat mit dem PG-8X nicht nur einen unglaublich analog klingenden Software-Synth programmiert, sondern die Messlatte für Freeware ein beachtliches Stück höher gelegt. Der Synth punktet durch seine klangliche Finesse und die aufwendige Modulation. Die Nähe zum Original wird nicht zuletzt durch die Kompatibilität zu den Hardware-Presets unterstrichen. Unsere Empfehlung ist also eindeutig: Runterladen und ausprobieren.

  • PRO
  • übersichtliche und moderne Benutzeroberfläche
  • aufwendige Modulationsmöglichkeiten
  • hohe Soundvielfalt / analoger Klang
  • kompatibel mit Original-Hardware
  • Contra
  • kein Contra
  • Preis
  • kostenlos

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