Gitarre Genre_Metal Hersteller_Marshall
Test
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17.02.2010

Marshall JMD100 Test

Digitaler Geschichtsunterricht

Die Karriere des James Charles Marshall begann Anfang der sechziger Jahre mit einem kleinen Musikgeschäft in Hanwell, einem Randbezirk von London. Hier verkaufte Jim zunächst ausschließlich Schlagzeuge. Da die Verstärker von Fender damals zwar schwer angesagt, allerdings recht teuer und in Europa nur schwer erhältlich waren, erweiterte der gewiefte Geschäftsmann sein Sortiment im Laufe der Zeit um Gitarrenverstärker und Lautsprecherboxen.

Der erste Amp aus eigener Fertigung war der legendäre JTM 45, dessen Schaltung auf der des Fender Bassman beruhte. Zwei Jahre später folgte der Bluesbreaker, der vor allem durch Eric Clapton, der damals noch bei John Mayall spielte, weltbekannt wurde. Es folgten die klassischen Topteile mit 50 und 100 Watt, eben genau die Modelle, für die Marshall auch heute noch bekannt ist. Mir beispielsweise läuft regelmäßig das Wasser im Munde zusammen, wenn ich an den JCM 800 denke, der einen klassischen Rocksound erzeugt, der an Brachialität kaum zu toppen ist und Generationen von Gitarristen in seinen Bann gezogen hat.

Das Jahr 2010 steht bei Marshall ganz im Zeichen des Siliziums. Die nagelneue JMD-Serie vereint neueste Computertechnik mit altbewährter Röhrentechnologie, zwei Welten also, die unterschiedlicher nicht sein könnten. In den Hybridverstärkern der Preamp-Sektion entsteht der Sound mittels modernster Digitaltechnik, um anschließend von einer muskulösen Röhrenendstufe zu den Speakern geleitet zu werden. Bei der Auswahl der „nachgebauten Amps“ bleibt Marshall puristisch. Anstatt zu versuchen, alle Gitarrenamps des Planeten in einem Gerät zu vereinigen, hat man sich bei der JMD:1 Serie darauf verlegt, ausschließlich Modelle aus eigener Fertigung zu reproduzieren.

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