Test
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09.06.2021

Praxis

Dank des geringen Eigengewichts lassen sich beide Modellversionen super easy aus ihrer Verpackung befreien. Auch das Aufsetzen auf meine beiden Boxenstative lässt sich problemlos allein bewerkstelligen. Nach dem Einschalten leuchtet die grüne LED-Bar an der Front und signalisiert mir, dass die Box ausreichend mit Netzstrom versorgt wird. Die LED-Bar kann der Anwender im Menü des Speakers umstellen und wahlweise nur bei anliegendem Audiosignal illuminieren lassen oder aber komplett ausschalten, wenn es mal ein dezenteres Auftreten sein muss.

Nach dem Einschalten erscheint im LED-Display des Speakers die Mixer-Ansicht. Ich bediene das Menü über den großen Rotary-Encoder rechts neben dem Display. Neben den Fadern zur Lautstärkeregelung der einzelnen Kanäle bietet mir der Mixer auf den vier Einganskanälen die Möglichkeit, einen Equalizer zu nutzen. Die Auswahl erfolgt durch Drücken des Auswahl-Potis. Das jeweils ausgewählte Tool wird durch eine grüne Hintergrundbeleuchtung signalisiert. Mit Hilfe des Pfeil-Icons, das sich in allen Menüpunkten wiederfindet, gelange ich wieder zurück auf die Mixer-Ansicht.

Durch Anwahl des Icons unten rechts im Mixer-Display gelange ich in das Setup-Menü des Speakers. Hier befinden sich unter “Mode” insgesamt fünf DSP-Presets für die diversen Anwendungzwecke der Box. Die vorhandenen Presets enthalten neben “Flat”, “Live”, “Club” und “Speech” auch eine Einstellung für den liegenden Betreib als Bühnenmonitor “Mon”. Unter dem Punkt “SUB” im Setup-Menü kann ich die Filterfrequenz auswählen. Auch hier befinden sich feste Presets zum Betrieb mit einem passendem Subwoofer (zu unserem Testmarathon).

Ein praktisches Feature versteckt sich hinter dem Delay-Icon. Hier bietet sich dem stolzen SRT-Besitzer die Option, jedem Speaker individuelle Delay-Zeiten zu vergeben. Die maximale Verzögerung liegt hier bei 100 ms, was einer Entfernung von ca. 30 m entspricht. Ein absolut nützliches Tool, wenn man mal längere Distanzen mit mehreren Boxen realisieren muss. Unter dem Menüpunkt “Bluetooth” bietet die Box mir zum einen die Möglichkeit, sich mit einem Bluetooth-fähigen Zuspieler zu verbinden sowie die Möglichkeit zum Koppeln mit weiteren Speakern der SRT-Reihe. Unter dem letzten Auswahlpunkt “Config” des Setup-Menüs kann ich den Input der ersten beiden Mixerkanäle auswählen und zudem finde ich hier auch die globalen Einstellungen der einzelnen Boxen, wie zum Beispiel die Regulierung der Display-Helligkeit oder das Ausschalten der grünen LED-Bar auf der Frontseite.

Eine wirklich durchdachte Funktion entdecke ich unter dem Punkt “Lock”. Hier habe ich die Möglichkeit, den Lautsprecher vor fremden Zugriff mit einem Locking-Code zu schützen. Eine unheimlich praktische und in manchen Situationen sogar Geld sparende Option, vor allem beim Einsatz im Party-Betrieb. Sollte man den Locking-Code einmal vergessen, muss man nicht die virtuellen Panzerknacker kontaktieren, sondern findet im Owners-Manual, das der Hersteller auf seiner Homepage zur Verfügung stellt, die Lösung. Hier befindet sich auch noch ein ganz besonderes Schmankerl: eine Huldigung des verstorbenen “Jeopardy” Moderators Alex Trebek in Form einer Mackie SRT Jeopardy Edition. Wie genau man diese aktiviert, möchte ich aber hier nicht vorweg nehmen. Lasst euch überraschen!

Klang Mackie SRT215

Damit ich mir einen ersten Eindruck vom Klang der SRT215 verschaffen kann, verbinde ich den Speaker via Bluetooth mit meinem iPad. Um das Tablet mit der SRT215 koppeln zu können, wähle ich den Menüpunkt Bluetooth im Setup-Menü aus. Die Verbindung erfolgt problemlos, zunächst ohne Verwendung der Remote-App, indem ich das iPad direkt mit der Box verbinde. Damit ich direkt in den Genuss von echtem Stereo komme, nutze ich außerdem die Möglichkeit, den zweiten Speaker zu koppeln und zwar ebenfalls via Bluetooth. Nachdem ich den einzelnen Boxen die jeweils richtige Seite zugewiesen habe, wähle ich mit dem Encoder Connect aus. Nach nur wenigen Sekunden erfolgt die Verbindung und schon erklingen beide Lautsprecher.

Bereits im Flat Mode klingen die beiden Speaker sehr ausgewogen. Auch bei geringer Lautstärke werden alle Frequenzen sauber und klar dargestellt. Dreht man ein wenig mehr auf, verteilt sich die Musik wunderbar im Raum vor den Boxen und es macht wirklich Spaß, mit den SRT215 Musik zu hören. Im Club-Modus erhalte ich ein wenig mehr Wumms durch eine leichte Anhebung im unteren Frequenzband. Auch der Limiter agiert in diesem Modus recht kräftig, was ja leider bei manch überambitioniertem DJ auch notwendig ist. Das Preset „Speech“ suggeriert mir, die ideale Wahl zum Betrieb mit einem Mikrofon zu sein. Für meinen Geschmack greift hier der Low-Cut des EQs aber ein wenig zu kräftig ins Signal ein und ich empfinde die Anpassung des Mikrofonsignals mithilfe des Kanal-Equalizers als bessere Wahl.

Um den Monitor und den Live-Modus zu testen, baue ich das Testsetup ein wenig um: Den ersten Speaker stelle ich auf „Live“, um diesen als Mini-PA zu betreiben. Über den Mix-Ausgang des ersten Speakers geht es via XLR-Kabel in den zweiten Speaker, den ich liegend im Mon-Modus als aktiven Bühnen-Wedge verwende. Als Klangquelle nutze ich diesmal einen Laptop mit Audiointerface, einen Gitarren-Amp, abgenommen mit einem Sennheiser e906, und ein SM58 Mikrofon, das mit einem Voice Pro Vocal-Effektgerät meine Stimme mit ein wenig Hall und Delay verschönert. Nachdem ich ein paar Loops in Ableton Live programmiert habe, jamme ich ein wenig mit der Gitarre dazu und begleite das Ganze mit bestem Kauderwelsch.

Alle Signale laufen in einem Mackie VLZ14 Analogmixer zusammen und gehen von dort in den ersten Speaker. Auch bei diesem Setup machen die Boxen eine gute Figur. Die E-Gitarre klingt angenehm klar, ohne in den Höhen zu aufdringlich zu werden. Der Gesang kommt gut durch und die Synthie- bzw. Drumloops klingen ebenfalls sauber und haben ordentlich Druck. Natürlich fehlen die wirklich tiefen Sub-Bässe. Dieses Problem lässt sich aber mit einem zusätzlichen Sub beheben. Im Monitor-Betrieb kann ich auch bei höheren Pegeln kein Feedback erzeugen. Erst bei voll aufgedrehtem Gain-Poti und mit geringem Abstand zur Box fängt der Speaker an zu kreischen. Auf jeden Fall eignet sich dieses Setup locker für Solo-Künstler, die in kleineren Locations ihre Kunst zum Besten geben möchten.

Klang Mackie SRT212

Auch der mit einem 12-Zoll-Speaker ausgestattete SRT212 macht klanglich einen guten Eindruck. Bei höheren Lautstärken wirkt die kleinere der beiden Boxen im direkt Vergleich ein wenig unaufgeräumter als ihr 15-Zoll Verwandter. Man merkt, dass der 12-Zöller doch ein wenig mehr zu kämpfen hat als das größere Modell. Sowohl Leistungs- als auch Lautstärke sind technisch aber absolut ausreichend für die Verwendung im Bandproberaum oder als Bühnenmonitor in kleineren Locations. Natürlich kommt der SRT212 im tiefen Bereich ebenfalls eher an seine Grenzen, was den Einsatz eines zusätzlichen Subwoofers empfiehlt – zumindest wenn geplant ist, den SRT212 als Main-PA-Speaker einzusetzen.

Die Remote App SRT-Connect

Neben der Bedienung direkt am Gerät bietet sich dem potentiellen Endkunden die Möglichkeit, die Speaker der SRT-Reihe mit Hilfe der Remote-App fernzusteuern. Die Remote App SRT-Connect lässt sich sowohl unter Android als auch unter iOS betreiben. Beim ersten Start der Remote-App wird einem ein Firmware-Update des Lautsprechers angeboten. Hierbei ist es wichtig, die automatische Sperre des Smartphons auszuschalten, da die App ansonsten während des Updates einfriert. Nachdem ich beide Speaker mit der aktuellen Firmware upgedatet habe, lassen sich die Boxen problemlos fernsteuern. Gut gelöst ist die Bedienung im Stereo-Betrieb. Hier habe ich die Wahl, beide Boxen verlinkt oder aber jedem einzelnen Speaker individuelle Pegel- und Equalizer-Einstellungen zu vergeben. An Funktionen bietet die App ein komplettes Abbild sämtlicher Menüpunkte, die sich auch am Lautsprecher selber finden. Somit ist eine wirklich vollständige Fernsteuerung der einzelnen Speaker möglich. Um sich mit der App vertraut zu machen, einfach mal den Demo-Modus starten.

Zielgruppe

Die SRT Serie von Mackie richtet sich an all diejenigen, die auf der Suche nach einem gut klingenden, schnell einsatzbereiten Fullrange-Speaker sind und viel Wert auf eine einfache Bedienung legen. Die Tatsache, dass alle Modelle der SRT-Reihe einen integrierten 4-Kanal-Digitalmixer beheimaten, macht den Speaker vor allem für Singer/Songwriter oder sonstige Solokünstler attraktiv. Auch das geringe Eigengewicht ist hier positiv hervorzuheben. Die Mackie SRT-Reihe bietet aufgrund ihres breit aufgestellten Portfolios unzählige Kombinationsmöglichkeiten, sei es der Einsatz als hochwertiger Bühnenmonitor oder als kleine PA. Soll’s mal etwas größer sein, hat man als Anwender die Option, das bestehende System mit Subwoofern zu erweitern. Hier bietet die Firma Mackie mit dem SR18 S einen aktiven 18-Zoll Sub an. Neben dem Einsatz im Musiker-Bereich eignen sich die Speaker selbstverständlich wunderbar zur Wiedergabe von Musik aus der Dose, sei es auf Hochzeiten, Geburtstagsfeiern oder auch in kleinen Clubs. 

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