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Test
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12.05.2015

Mackie MR10S mk3 Test

Aktiver Subwoofer

How low can you go ?!

Wer kleinere Speaker sein Eigen nennt und gerne Bass-mäßig upgraden möchte - ohne seine alten Speaker verkaufen zu müssen – der kommt um einen Subwoofer nicht herum. Aber auch Heimkinos profitieren von der Oktave nach unten. Doch kräftige Tiefbass-Power ist meist nicht wirklich günstig zu haben, umso überraschender und erfreulicher ist es also, dass Budget-Spezialist Mackie einen Basswürfel für unter EUR 500,- ins Rennen schickt. Zeit für eine kleine Nahaufnahme!

Details


Der Mackie MR10S mk3 ist ein aktiver Subwoofer mit einem kleinen, integrierten Bassmanagement. Das bedeutet, man muss nicht unbedingt einen extra Kanal für diesen Subwoofer opfern, da er unkompliziert in die Verkabelung eines bestehenden (aktiven) Stereo-Setups integriert werden kann. Konkret geht es also von der Quelle, wie beispielsweise einem Audiointerface, mit den (ehemaligen) L- und R-Kabeln zuerst in den Subwoofer und dann von da aus in die (Satelliten-)Speaker weiter.

Der MR10S mk3 gehört, wie der Name auch durchaus verrät, zu einer Serie von aktiven Nahfeldmonitoren aus der MR-Serie von Mackie. Diese ist bereits in der dritten Auflage erhältlich (mk3) und orientiert sich entsprechend auch optisch an dem uns heute zum Test stehenden Subwoofer. Das Nahfeld-Dreigespann besteht übrigens aus einer 8-Zoll, 6-Zoll und 5-Zoll Variante, wobei die letzten beiden Speaker Mackie MR6 mk3 und MR5 mk3 heißen und wir sie auch schon im Test hatten. Grundsätzlich funktioniert ein Subwoofer natürlich auch mit jedem anderen Speaker, wie auch übrigens den sehr günstigen Mackie CR3 und CR4 Speakern, die wir ebenfalls schon getestet haben.

Das Gehäuse des MR10S besteht aus MDF, was in dieser Preisklasse absoluter Standard ist. Mit 15 mm Dicke (25 mm an der Front) ist das Gehäuse sowohl steif als auch noch leicht genug (12,4 kg). Der Holzkasten wurde matt-schwarzem Vinyl foliert und natürlich auch von innen gedämpft. Als Konstruktionsprinzip kam das Bassreflex-Prinzip zum Einsatz, wodurch tiefe Frequenzen einfacher abgebildet werden können und die Maße mit 320x381x381 mm (BxHxT) auch noch im Rahmen bleiben. Es gibt zwar auch geschlossene Gehäuse, wobei uns hier als Beispiel die Dynaudio BM9S II und BM14S II dienen sollten, die allerdings auch in einer deutlich höheren Preisliga spielen. 

Die Vorderseite verfügt weiterhin über eine Stoffbespannung, die abnehmbar ist und den hyperbolisch geformten 10-Zoll Woofer (254mm) aus einem Glass-Aramid-Gemisch versteckt. Ohne Schutz sieht der Sub meiner Meinung nach zwar cooler aus, allerdings sollte man die Schutzwirkung einer solchen Stoffbespannung auch nicht unterschätzen. Für einen sicheren Stand steht das Gehäuse übrigens auf üppigen Gummifüßen, die natürlich auch Resonanzen mit dem Fußboden unterbinden. Spikes sehen zwar durchaus stylischer aus, dass diese hier aber besser wirken würden, mag ich zu bezweifeln.  

Kommen wir nun zu den inneren Werten: Als Leistungsverstärker werkelt hier ein IC in DMOS Class-AB Konfiguration und liefert damit laut Datenblatt 120 Watt an 4 Ohm (RMS) sowie 240 Watt Peakleistung. Damit sollen wiederum maximale 119 dB(SPL) in einem Meter Abstand erzeugt werden können, wobei sich die Eichung bei einem +4dBu Input bei 113 dB(SPL)@1m befindet. Das sind recht sportlich Werte, und ich greife sicherlich nicht allzu weit vor, wenn ich behaupte, dass diese Werte auch nur theoretischer Natur sind. In der Praxis - mit Techno und HipHop bewaffnet – wird der Woofer deutlich eher in die Knie gehen. 

Ebenso optimistisch sind die Werte des Freifeldübertragunsbereichs gestaltet, welcher mit 35 bis 180 Hz beziffert wurde. Auf die Gefahr hin, mich zum 1000. Mal zu wiederholen: Ohne eine Angabe des gemessen Abfalls sind das ziemlich nutzlose Angaben. Dass hier bei -3dB gemessen wurde, lässt sich allerdings ausschließen. Ich schätze mal, man bezieht sich hier auf -10dB. Das kann ich auch daran erkennen, dass im Blockschaltbild ein „Overexcursion Protect“-Filter eingezeichnet ist, das als Butterworth mit 12dB/Oct ab 40 Hz agiert und dafür sorgen soll, dass allzu heftige Auslenkungen die Membran nicht komplett aus den Angeln hebt. Weitere Schutzmaßnahmen umfassen eine thermische Überlastschaltung sowie eine magnetische Streufeldkompensation.

Kommen wir nun zur Rückseite und den Anschlussmöglichkeiten. Wie bereits erwähnt befindet sich hier der Bassreflex-Tunnel und zwar ganz oben in Form eines ovalen Schlitzes. Hier sollte man sich nicht vom PDF-Manual täuschen lassen, was den Bassport witziger Weise auf der Unterseite zeigt. Unter dem Port findet sich wiederum eine abgesetzte Metallplatte, welche nicht nur die Elektronik und alle Anschluss beherbergt, sondern auch als Wärmeableiter fungiert. In ihrem unteren Bereich findet sich der IEC-“Kaltgeräteanschluss“ nebst Sicherungsfach, Spannungswahlschalter und natürlich auch ein Hauptschalter sowie wiederum darüber die Audioanschlüsse.

Dazu zählen symmetrische XLR- und TRS-Eingänge sowie symmetrische TRS-Ausgänge. XLR-Ausgänge gibt es hier also leider nicht. Da aber fast jeder Budget-Speaker über TRS-Eingänge verfügt, ist dieser Umstand aber durchaus zu verschmerzen. Hier werden jedenfalls im Stereo-Betrieb die (Satelliten-)Speaker angeschlossen, da das Eingangssignal hier auch weiter durchgereicht wird. Die eingebaute „Frequenzweiche“ des Subwoofers hat allerdings keinen Einfluss auf diesen Eingang, sodass man gegebenenfalls die Low-Cuts an den Speakern bemühen muss, wenn man diese nicht unbedingt Full-Range betreiben will. Gut also, wenn die Speaker so etwas haben. Die Mackie MR3 Monitor-Serie hat diese allerdings nicht - sowie auch generell keine Möglichkeit der Bassabsenkung. Schade.

Rechts von den Anschlüssen befindet sich das Gain-Poti (-30db bis +6dB), um den Sub relativ zu den Speakern einstellen zu können. Weiterhin findet sich hier auch das „Crossover“, was meiner Einschätzung nach etwas irreführend beschriftet ist, da es sich hier ja nicht wirklich um eine Trennfrequenz bzw. Übernahmefrequenz handelt, die eingestellt werden kann. Im Prinzip handelt es sich ja „nur“ um ein Low-Pass bzw. High-Cut für den Subwoofer, welcher sich entsprechend zwischen 40 – 180 Hz (12 dB/Oct) einstellen lässt. Im Handbuch gibt Mackie diesbezüglich folgende Einstell-Empfehlungen für ihre MR mk3 Serie an: 

  • MR5mk3: 57 Hz
  • MR6mk3: 46 Hz
  • MR8mk3: 40 Hz 

Hinzukommt ein zweistufiger Polarity-Switch, um auch die Phase des Subs drehen zu können (0° und 180°), sowie ein weiterer kleiner Schiebschalter, der wiederum mit Auto-Power beschriftet ist und drei Positionen kennt. In der „OFF“-Position ist der Amp des Subs dabei deaktiviert. Jetzt mag sich der eine oder andere sicherlich fragen, für was das denn gut sein soll, schließlich gibt es ja auch noch einen Hauptschalter… Nun, da die Stereo-Quelle nicht einfach passiv durch den Sub geroutet wird - in den Stereoausgängen also  eine Amp-Stufe zum Einsatz kommt - hat dies zur Folge, dass wenn man den Sub komplett ausschaltet, die angeschlossenen Speaker ebenfalls „tot“ sind, da eben kein Signal zu den „Satelliten“ weiter durchgeschleift wird. Der „Off“-Schalter ist also eigentlich als ein Subwoofer-Bypass zu verstehen. 

In der „Auto“-Position ist wiederum die „Stromsparfunktion“ aktiv, allerdings sollte man hiervon nicht zu viel erwarten, da der Stromverbrauch leider nur unwesentlich verringert wird. Konkret: Im Leerlauf nimmt der Sub in etwa 16 Watt Leistung auf, mit dem aktivierten Auto-Power sind es aber auch noch ganze 12 Watt. Von daher: irgendwie sinnlos. In der „Off“ Position“ - ihr könnt es euch denken - ist die Stromsparfunktion hingegen gänzlich deaktiviert. Im Betrieb gönnt sich der Sub übrigens auch nur gute 40 Watt. Die Details wären geklärt, auf in die Praxis!

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