Hersteller_Ludwig
Test
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25.11.2015

Ludwig LM402T Supraphonic Snare Test

Snare Drum aus Aluminium

Das T-Modell

Ein nahtloser Aluminiumkessel, gepaart mit dem legendären Namen Ludwig, lässt vielen Schlagzeug-Fans das Wasser im Munde zusammenlaufen und bringt die Augen zum Glänzen. Und das ist auch kein Wunder, denn hört man Trommler oder Audio Engineers über Snares reden, fällt garantiert früher oder später der eine Name: Ludwig Supraphonic, kurz „Supra". Ich könnte quasi diesen Test komplett mit Aneinanderreihungen bekannter (und weniger bekannter) Trommler und deren legendären Aufnahmen füllen, um zu verdeutlichen, wie erfolgreich diese Trommel und ihre kürzere Schwester, die LM400 mit fünf Zoll Kesseltiefe war und bis heute ist. 

Die Nostalgiker und Bonham Fans sind dieser Snare also eh restlos verfallen, doch was ist mit dem Rest? Also den Trommlern unter euch, die - abseits von allem Kult-Brimborium - einfach nur eine richtig gute Snare kaufen wollen? Dass auch andere Hersteller schön klingende und erschwinglichere Töchter haben, dürfte den meisten nicht verborgen geblieben sein, darum checken wir hier, ob sich die Supraphonic auch heute noch behaupten kann.

Details

Die Legende - der nahtlose Ludalloy Kessel

An dem vorliegenden Testmodell findet sich natürlich der klassische Ludalloy Aluminium Kessel, in unserem Fall in der 6,5 Zoll tiefen Variante. Ursprünglich als reine Kostensparmethode entwickelt, ersetze er ab den frühen 60er Jahren eine weitere Legende im Ludwig Portfolio, den bis dato vorherrschenden Messingkessel namens Super 400. Im Zeitalter von Beatles und Rock’n‘Roll und der sprunghaft steigenden Nachfrage schaute man bei Ludwig vor allem nach mehr Trommel-Output zu günstigeren Herstellungspreisen. Und das Klangkonzept hinter dem Aluminium-Sparmodell ging auf und sorgt bis heute durch unzählige Aufnahmen für den Hype und die Legendenbildung um die Supraphonic Snares. 

In der Mitte des circa 1,6 Millimeter starken und makellos verarbeiteten Kessels findet sich die typische nach außen gewölbte Sicke, ebenso klassisch ist die rundliche Gratung mit reichlich Fellauflagefläche auf der Oberseite und die spitzere Gratung auf der Unterseite. Auf den Innendämpfer der Vorfahren muss allerdings verzichtet werden, dafür findet sich ein weiterer alter Bekannter, der P85 Strainer, eine Teppichabhebung, die aufgrund ihrer simplen Konstruktion seit Jahrzehnten für Kontroversen unter Trommlern sorgt. Bei dieser Abhebung wird auch 2015 der Teppich noch mit anfälligen und weichen Kreuzschlitzschrauben eingespannt, von der praktischen Vierkant-Lösung anderer Hersteller kann man bei der Legende nur am Butt End profitieren. Insgesamt wirkt die Trommel schlicht und ist für ihre Ausmaße überraschend leichtgewichtig, worüber sich der tourende Drummer freuen dürfte.

Neuzeitliche Parts und sparsame Ausstattung

Im Hause Ludwig USA, wo man die alten Errungenschaften seit Jahrzehnten vor allem verwaltet, muss man schon genau hinschauen, um etwas neues zu entdecken. Am T-Modell sind es eigentlich nur die Messing Tube Lugs aus Taiwan, die allerdings von zahllosen Herstellern verbaut werden. Bei unserem Testkandidaten kann man sie als Hommage an die traditionsreichen Ludwig Vintage Modelle der 20er Jahre verbuchen. Üblicherweise sind Supraphonics mit den unverkennbaren Imperial Lugs ausgestattet. An allen 20 Stimmschrauben finden sich kleine Gummiringe, die ein ungewolltes Herausfallen der Schrauben aus den Spannreifen verhindern. Neben den 2,3 Millimeter starken Stahlspannreifen stammt auch der montierte Snareteppich aus Taiwan. Bei diesem setzt Ludwig aber ganz kräftig den Rotstift an, denn der 20-Spiraler inklusive Plastikbändern gehört zur untersten und einfachsten Materialkategorie, was bei einem Anschaffungspreis von mittlerweile 798 Euro für Kopfkratzen beim Tester sorgt. Aber noch etwas ist bei Ludwig Trommeln anders als bei der Konkurrenz: Die Felle stammen aus eigener Fertigung. Montiert sind ein weiß beschichtetes Schlagfell und ein klares Resonanzfell mit der Bezeichnung Ludwig Medium. Ob diese für den kultigen Bumms sorgen, prüfe ich jetzt im Praxisteil.

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