Test
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13.06.2019

Praxis

Geringes Gewicht erleichtert das Handling der Lewitt 140 Air

In der Praxis machen die beiden Lewitt 140 Air direkt Spaß. Es fängt beim extrem niedrigen Gewicht an: Was haptisch zunächst etwas flatterhaft wirkt, sorgt beim Einsatz an Stativen jedoch für einfache und vor allem dauerhafte Positionierungen. Die großen Schieberegler sind zudem gut zu erreichen und rasten zuverlässig ein. Anders als Halterungen, welche nicht über zusätzliche Arretierschrauben verfügen, gefallen mir die Lewitt-Teile ebenfalls gut, so kann auch ein versehentlicher Ruck am Kabel der einmal gewählten Ausrichtung nichts anhaben. Als Schallquellen kam eine Dreadnought-Gitarre von Baton Rouge zum Einsatz, gespielt von meinem Freund und Kollegen Michael Krummheuer, sowie Hi-Hat- und Overhead-Positionen an meinem Oriollo Aluminium-Drumset. 

Der AIR-Schalter bewirkt deutliche Klangveränderungen

Zunächst positioniere ich die beiden Testexemplare in XY-Anordnung vor der Akustischen. Als Vergleichsmikrofone kommen meine treuen Oktava MK012 zum Einsatz, welche etwa in der gleichen Preisklasse spielen die die Lewitts, aufgrund ihrer klanglichen Eigenschaften aber auch im professionellen Bereich gerne eingesetzt werden. 

Das Abhören der Soundfiles zeigt, dass die Lewitts wirklich gut klingen. In der Neutralstellung, also ohne Aktivierung von Air-Schalter und Low Cut, ergibt sich ein warmes, obenrum sehr gutmütiges Klangbild. An die Auflösung von Mikros deutlich höherer Preisklassen kommen sie zwar nicht heran, was bei dem Preis ja aber auch nicht zu erwarten war. Im Vergleich kommen die Oktavas – welche nicht über klangverändernde Schaltungen verfügen – etwas drahtiger und minimal räumlicher rüber, gleichzeitig sind sie untenrum etwas schlanker. Schaltet man nun den Air-EQ der Lewitts ein, wandelt sich ihr Charakter. Nun wird es obenrum spritziger, ohne dass man das Gefühl hätte, dass die Höhen übermässig angehoben worden wären. Dafür sorgt die hohe Center-Frequenz der Anhebung, welche eben das Gefühl von Luftigkeit erzeugt und nicht von lauteren Höhen. Gleichzeitig profitiert die räumliche Darstellung der Aufnahme, was mir besonders beim Picking sehr gut gefällt. Aktiviert man zusätzlich den Low Cut, ergibt sich ein moderner, drahtiger Gitarrenklang, der zumindest die Illusion teurerer Mikrofone vorgaukelt. Beim Strumming ändert sich das Bild etwas, hier gefallen mir die Oktavas sowie die Lewitts in der Neutralstellung am besten. Die Verhältnisse der Einstellungen zueinander bleiben natürlich erhalten, der Air-EQ betont mir jetzt allerdings den Griff- und Anschlagsgeräusche etwas zu stark. Wie immer ist dies jedoch auch von anderen Faktoren wie dem Spieler, der Gitarre und – vor allem – den klanglichen Vorlieben abhängig.

Offen, aber kontrolliert als Overheads

Über dem Drumset machen die Lewitts ebenfalls eine gute Figur. Sie wirken im neutralen Modus in den unteren Mitten wiederum etwas schlanker und fokussierter als die Oktavas, liefern aber etwas mehr Detail in den Becken und beim Snaredrum-Anschlag. Betätigt man den Air-Schalter, wird der Klang umgehend präsenter und offener, die Becken treten mehr in den Vordergrund, ebenso die Attacksounds der Toms und der Snare. Gut gefällt mir der Umstand, dass die Höhen nicht stechend werden oder brüchig und diffus klingen. Der Air-EQ sorgt vielmehr für eine kontrollierte Präsenzverbesserung. Bei sehr scharfen Becken könnte er zuviel des Guten liefern, allerdings hat man dafür schließlich die neutrale Alternative. Hier könnt ihr euch die Soundfiles anhören: 

Auch Hi-Hats können vom Air-Schalter profitieren

An der Hi-Hat bestätigen sich im Wesentlichen die vorher gewonnenen Erkenntnisse an den anderen Schallquellen. Besonders der neutrale Modus gefällt mir sehr gut. Meine 13 Zoll großen, sehr warm klingenden Zildjian K Hi-Hats kommen werden kontrolliert und realistisch abgebildet, auch die Übersprechungen vom Rest des Kits klingen ausgewogen und musikalisch. Ich würde sie hier auch meinen Oktavas vorziehen. Aktiviert man den Air-Switch, lässt sich die Hi-Hat im Mix schön nach vorne holen, ohne dass man sie allzu laut machen müsste. Das gefällt mir sehr gut, denn ich bin in den meisten Fällen kein Freund zu dominanter (Hi-Hat-)Becken. 

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