Test
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10.07.2019

Praxis

Die Lewitt LCT 040 Match bieten lebendige Sounds mit guter Transientenwiedergabe

Im praktischen Einsatz stellt sich schnell heraus, dass die klanglichen Eigenschaften der Lewitts durchaus zu ihrem optischen Erscheinungsbild passen. Sie klingen nämlich kompakt, offen und liefern aufgrund ihrer Konstruktion einen sehr leichtfüßigen Klang. Im Vergleich mit meinen Oktava MK012 fällt sofort auf, dass sie in den unteren Mitten und Bässen wesentlich schlanker daher kommen. 

An der akustischen Gitarre, einer Baton Rouge Dreadnought, wirken sie damit straffer und moderner, wobei die Abbildung der Details nicht unbedingt Mikros der 100-Euro-Klasse vermuten lässt. Speziell beim Picking wird deutlich, dass die Lewitts mit den Feinheiten im oberen Register präziser umgehen als die Oktavas. Beim Strumming gefällt mir der untenrum voluminösere Sound der Oktavas besser, die Lewitts wirken hier, als wäre ein Low Cut am Werk. Das kann in vielen Situationen vorteilhaft sein. Nicht Vorhandenes hinzu addieren ist jedoch immer schwieriger als Überflüssiges zu entfernen. 

Becken und Hi-Hats klingen detailliert, aber nicht zu scharf

Dass die Lewitts über dem Drumset ebenfalls weniger „Bass-Wumms“ haben würden als die Oktavas, war nach den Erfahrungen an der akustischen Gitarre abzusehen, trotzdem gefallen sie mir hier wirklich sehr gut. Um genau zu sein, bin ich erstaunt, wie präzise und druckvoll sie das gesamte Kit übertragen, ohne scharf oder verschmiert zu klingen. Ihre Fähigkeit, den Transienten zügig zu folgen, sorgt für eine schöne Präsenz bei den Tom-Anschlägen, Snares und Hi-Hats, den tonalen Bauch der Trommeln vermisst man spätestens im Gesamtmix mit den anderen Mikrofonen nicht mehr. Dort klingen die Lewitts nämlich insgesamt straffer als die Oktavas, welche – sofort man auf einen Low Cut im Mix verzichtet – einen wesentlich wolkigeren und gemütlicheren Sound darstellen. Dasselbe gilt für die Hi-Hats. Der „eingebaute“ Low Cut der Lewitts sorgt für eine sehr einfache Einbindung der Becken in den Gesamtklang, während die Becken selbst realistisch und lebendig rüber kommen. In welcher Form das Matching die durchweg guten Ergebnisse begünstigt, vermag ich nicht abschließend zu beurteilen. Fakt ist jedoch, dass sie an meinen RME UFX Preamps identisch hohe Outputs produzieren und auch im akustischen Vergleich praktisch nicht auseinander zu halten sind.

Der Vergleich mit den größeren LCT 140 Air

Obwohl es sich beim Lewitt LCT 140 Air um wesentlich umfangreicher ausgestattete und daher teurere Mikrofone handelt, gibt es bestimmt einige unter euch, die sich fragen, ob die Mehrausgabe nicht vielleicht lohnt. Die Antwort ist relativ klar, denn die 140er sind dank ihres Low Cuts, des Pads und der Air-Schaltung definitiv vielseitiger als unsere kleinen Testkandidaten. Auch klanglich ist der Unterschied offensichtlich, denn die größeren Brüder bieten ein breiteres Fundament in den unteren Mitten und Bässen. Überall dort, wo die Mikrofone alleine zum Einsatz kommen, dürfte der Griff zu den teureren Modellen sinnvoll sein. Sollte das Drumset also ohne Tom-Mikrofone auskommen müssen oder die akustische Gitarre im Rahmen einer Solo-Performance übertragen werden, sind die 040 unterlegen. Das bedeutet jedoch nicht, dass es sich bei ihnen um schlechtere Mikros handelt, sie bieten eben nur ein deutlich schlankeres Klangbild mit dem Fokus auf Mitten und Höhen. Hier kommen noch ein paar Vergleichs-Soundfiles, welche ich mit den LCT 104 Air im neutralen Modus aufgenommen habe. 

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