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Test
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19.03.2013

Laney TI15-112 Tony Iommi Signature Amp Test

Combo-Gitarrenverstärker

Backstage-Rocker

Der Laney TI15-112 Tony Iommi Signature Amp im bonedo-Test - „Designed specially for Tony Iommi to use backstage to warm up on before he hits the huge stages of the worlds´ arenas“. Diese Aussage spricht für sich. Der gute Tony hat  also mal wieder eine neue Marke gesetzt. Einen Signature-Amp für die Bühne haben ja mittlerweile viele Gitarristen, aber einen speziellen Combo nur zum Warmspielen in der Garderobe, das hat es bis dato eher selten gegeben. Respekt! Aber natürlich hat ein verdienter Riffschmied wie Tony Iommi einen solchen Luxus auch verdient, keine Frage!

Allerdings ist der Laney TI15-112 für einen Backstage-Amp wirklich gut ausgestattet und hat ein paar nette Features an Bord. Dementsprechend werden wir im folgenden Test erforschen, ob der Verstärker eventuell auch zu mehr „taugt“, als nur zum Sparring-Partner hinter der Bühne.

Details

Gehäuse/Optik

Der Amp ist solide gebaut, das Holz-Gehäuse wurde mit Tolex überzogen und der Speaker mit einem Metallblech vergittert. Na ja, vergittert trifft es hier nicht ganz: Die Front ist nämlich das erste Signature-Feature des Amps und besteht aus einer Metallplatte, in die per Laser die typischen Iommi-Kreuze geschnitten wurden. In Sachen Farbgebung orientiert sich Laney am Haupteinsatzgebiet des Meisters und hat sich in allen Bereichen für Schwarz entschieden, lediglich weiße Regler und eine weiße Beschriftung sorgen für einen kleinen farblichen Kontrast.

Das Elektronik-Chassis ist oben mit dem Gehäuse verschraubt. Alle Bedienelemente und die Eingänge sind auf der Front des Amps zu finden, weitere Anschlüsse parken auf der Rückseite. Der TI15-112 ist mit einem 12“ Custom HH Acoustic-Lautsprecher ausgestattet. Die dadurch bedingte Baugröße macht ihn für einen Übungsamp relativ groß. Auch ein Leichtgewicht ist er nicht unbedingt, denn er bringt stattliche 14,8 kg auf die Waage. Heavy Metal eben… Das ist aber auch kein Wunder, denn Tony setzt auch bei seinem Übungs-Amp auf die schiere Kraft der Röhre. Der Sound des Kraftpakets wird mit fünf der glühenden Elektronikbauteile erzeugt. Dabei arbeiten drei ECC83 (12AX7) in der Vorstufe und zwei EL84 in der Endstufe.

Auch die Leistung sollte definitiv ausreichen, um den ganzen Backstage-Bereich am Warm-Up-Prozess teilhaben zu lassen:  Der Combo liefert satte 15 Röhren-Watt, man kann aber auch eine reduzierte Leistung von weniger als einem Watt wählen, indem man den zweiten Eingang (>1Watt) benutzt. Die fetten Metal-Sounds mit schmatzig-sahnigem Röhren-Fundament lassen sich also auch in niedriger Zimmerlautstärke spielen – dem Übungsamp-Aspekt wird also doch Rechnung getragen.

Transportiert wird der TI15-112 mit dem obligatorischen Tragegriff auf der Oberseite. Direkt daneben sorgt ein Lüftungsgitter dafür, dass die von den Röhren erzeugte Wärme bestmöglich abgeleitet wird. Der Amp ruht standfest auf vier Gummifüßen, die komplette Verarbeitung macht einen sehr wertigen und robusten Eindruck.

Bedienfeld

Der TI15-112 Combo ist ein Einkanaler. Die Konzeption des sogenannten Single High Gain Iommi Channel entspricht dem High Gain Kanal seines aktuellen Laney Signature-Topteils TI100. Auch die Anzahl der Regler ist mit diesem Kanalzugs des Heads identisch, lediglich eine Funktion (Tone statt Presence) wurde geändert.

Wie oben bereits erwähnt, hat der Combo zwei unterschiedliche Eingänge, einmal den normalen (15 W), bei dessen Belegung die Leistung von 15 Watt abgerufen wird und den „Late Night Input“ (>1 Watt). Ist dieser belegt, liefert der Verstärker eine reduzierte Leistung von weniger als einem Watt aus. In Sachen Bedienelementen geht es links mit einer Pre-Boost Schaltung mit regelbarem Pre-Boost Gain los. Hier wird dem Preamp eine Boost-Funktion vorgeschaltet, damit er noch etwas härter angefahren werden kann und so mehr Verzerrung ausspuckt. Viele Gitarristen machen so etwas ja mit einem vorgeschalteten Overdrive- oder Booster-Pedal, dieses Feature ist hier direkt integriert und kann entweder auf dem Frontpanel oder per optionalem Fußschalter aktiviert werden. Ist der Pre-Boost eingeschaltet, wird das über eine rote LED angezeigt.

Weiter geht es mit der üblichen Zerr- und Klangregelung. Hier stehen neben einem Dreiband-EQ (Bass, Middle, Treble) ein Drive- und Volume-Regler für die Kontrolle des Verzerrungsgrades und der Endlautstärke zur Verfügung. Auf der rechten Seite warten dann noch zwei weitere Klangregel-Tools. Dynamics ist für den Low End Bereich zuständig (beim Topteil firmiert der Regler unter dem Begriff „Enhance“). Der Tone-Regler ist eine Höhenblende, die vergleichbar mit dem Tone-Control bei Overdrive-Pedalen ist. Hier kann man den Gesamtsound entschärfen oder auf Wunsch auch noch etwas greller machen.

Rückseite

Auch die Rückseite des Amps ist mit Metall armiert: Die Bassreflex-Öffnung wird hier durch ein Blech mit quadratischen „Löchern“ bewacht. Auf dem Panel warten verschiedene Buchsen auf Anschluss. Es gibt zwei Lautsprecher-Ausgänge, von denen einer (8Ω) mit dem internen Lautsprecher belegt ist, der zweite (16Ω) kann für einen externen Speaker genutzt werden. Allerdings sollte man die beiden nicht gleichzeitig verwenden.

Weiterhin gibt es einen integrierten Effektloop mit schaltbarer Pegelanpassung und eine Fußschalterbuchse, über die sich der Pre-Boost mit einem Fußschalter fernsteuern lässt, der allerdings nicht im Lieferumfang enthalten ist. Für das Üben hat man die Möglichkeit über einen Miniklinken-Anschluss einen MP3- oder CD-Player an den Verstärker anzuschließen - und frequenzkorrigierte Recording-Ausgänge gibt es auch noch. Zwei an der Zahl: einen für den Bühnengebrauch, bei dem der integrierte Lautsprecher aktiv bleibt und einen für Silent-Recording und Kopfhörer-Anwendungen, bei denen der Speaker stummgeschaltet wird.

Unterm Strich ist der Verstärker also sehr gut bestückt und bestens für die verschiedensten Einsatzbereiche auf und hinter der Bühne gerüstet. Und wie er klingt, das erfahrt ihr jetzt im Praxisteil!

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