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Test
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11.11.2020

Korg Opsix Test Preview

FM-Synthesizer

Hat Korg die FM-Synthese neu gedacht?

Angekündigt wurde der neue Korg Opsix bereits während der letzten Winter-NAMM 2020, wo Korg die Studie eines Synthesizers hinter Glas präsentierte, auf der man die Algorithmen des legendären Yamaha DX7 aus 1983 gedruckt auf der Gehäuseoberfläche erkennen konnte. Selbst der Name ‚Opsix‘ war schon vergeben, Informationen dazu gab es allerdings wenig. Klar war also, dass es sich bei diesem neuen Synthesizer um die FM-Synthese drehen würde.

Details

Seitdem hat sich viel getan und der Korg Opsix soll noch im November 2020 in die Läden kommen. Dabei hat sich Korg entschieden - nicht wie bei dem Ausstellungsstück hinter Glas - auf ein größeres Gehäuse und auf mehr Tasten zu setzen, sondern hat den Opsix quasi mit dem gleichen Chassis ausgestattet, in welchem auch der Korg Wavestate steckt. Sprich: 37 normalgroße Tasten, ein extrem leichtes Kunststoffgehäuse und ein scharfes aber auch recht kleines OLED-Display. Daran werden sich möglicherweise manche Geister scheiden.

Tonerzeugung mit neuem Ansatz

Klar ist: Opsix bietet FM-Synthese mit sechs Operatoren. Hier ist jedoch noch nicht Schluss, denn der Synthesizer ist mehr als die Reinkarnation des klassischen Yamaha DX7, einem der meist verkauften Synths aller Zeiten. Das beginnt bereits bei den Modi, die für jeden Operator separat wählbar sind: FM, Ring Modulation, Filter, Filter FM und Wave Folder. Das alleine garantiert schon eine große klangliche Vielfalt. Dabei arbeiten die Operatoren nicht mehr ausschließlich mit Sinuswellen, sondern stellen 21 verschiedene Schwingungsformen mit unterschiedlichen Obertonstrukturen zur Wahl. Neben den vorgegebenen 40 Algorithmen bietet Opsix Möglichkeiten eigene Varianten selbst zu programmieren. Damit will man einerseits die typischen Sounds der 1980er Jahre ermöglichen, andererseits auch klanglich weitere, vor allem moderne Wege gehen.

Passend dazu lässt sich im weiteren Signalfluss auch die „v-analoge“ Richtung (natürlich digital) einschlagen und den Klang mit einem Multimode-Filter bearbeiten, das elf verschiedene Modelle anbietet. Im weiteren Verlauf gesellen sich noch drei LFOs (mit 23 Schwingungsformen) und drei ADSR-Hüllkurven hinzu. Interessant ist ein virtuelles Patchbay, das mit zwölf Routings weiteren Spielraum einräumt. Für die finale Klangpolitur ist der Opsix ebenso gerüstet. Im Angebot befinden sich drei Effekt-Sektionen mit 30 teilweise auch ungewöhnlichen Effekten.

Geschrumpfte Tastatur

Die 37 leicht gewichteten Tasten gehören nicht unbedingt zu den Highlights des Opsix, manchen wird der Tonumfang zu gering sein, anderen wird die Tastatur zu leichtgängig sein. Ersteres konnte man bei dem Wavestate-Synth noch eher akzeptieren, da man dort eher mit durch Wave-Sequenzen animierten Sounds arbeitet, die als chilliger Klangteppich durch akkordische Spielweise aufgerufen werden. Ruft man beim Opsix das legendäre DX-7 E-Piano auf, fehlen für ein zweihändiges Spiel doch schon ein paar Tasten, respektive Oktaven. Auch die Polyphonie von max. 32 Stimmen (in manchen Fällen auch 24) hätte ein paar Tasten mehr verdient. Wer also mehr Tasten benötigt, kommt nicht darum herum, eine größere Tastatur anzuschließen.

Sequenzer & Arpeggiator

Mit an Bord des Opsix ist ein polyphoner 16-Step-Sequenzer (6 Noten pro Step) mit Motion Sequencer, der bis zu sechs Lanes bedient. Der separate Arpeggiator schöpft aus einem Fundus von sieben Arp-Patterns um Sounds zu animieren. Das sollte eine gute Basis sein, um für viele Anwendungen gerüstet zu sein.

Anschlüsse

Auf der Anschlussseite stehen MIDI In/Out und USB-MIDI sowie die Audio-Ausgänge L/MONO und R, ein Kopfhöreranschluss und ein Eingang für ein Dämpferpedal zur Verfügung.

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