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30.05.2018

Klangschalen Ratgeber und Kaufberatung

Kristallklangschalen, Tibetische Singing Bowls und Klangschalen für Meditation und Klangschalentherapie

Welche Klangschale passt zu meiner Anwendung?

Man kennt ihren Klang aus dem Yoga-Unterricht, aus der New Age Musik oder von Klangreisen. Auch bei Sound-Healing Sessions erfreuen sich die klingenden Schüsseln großer Beliebtheit. Aus musikalischer Perspektive gehören Klangschalen zur Instrumentenfamilie der Glocken, genau genommen zu den stehenden Glocken, und ihr klarer Klang mit langem Sustain hat auf viele Menschen eine entspannende Wirkung. 

Die ersten Klangschalen kamen wohl aus China und wurden zwischen dem 16. und 11. Jahrhundert v. Chr. hergestellt. Während sie im Zen-Buddhismus als Begleitung für Meditationen eine lange Tradition haben, ist der Einsatz im Yoga eher eine neuzeitliche Entwicklung. Auch die Reibe-Spielweise, bei der die Schale durch das Reiben, z.B. mit einem Holzschlägel, zum Schwingen gebracht wird, ist eher eine moderne Entwicklung. Schauen wir uns im Folgenden mal an, welche Arten von Klangschalen geläufig sind.

Die verschiedenen Arten von Klangschalen

Es gibt drei verschiedene Kategorien, in die man Klangschalen unterteilen kann - Meditationsschalen, Therapieschalen und Kristallschalen. Jede dieser Untergruppen hat unterschiedliche Charakteristiken und ist für einen bestimmten Einsatz vorgesehen. 

1. Klangschalen zur Meditation 

… zeichnen sich durch einen lang anhaltenden, klaren Ton aus. Sie können eine bauchige oder zylindrische Form haben, wobei letztere einen längeren Ton und schwebenden Klang entwickeln. Die größten Klangschalen sind mit einem Gewicht von über 20 Kilogramm und Durchmessern von mehr als einem halben Meter äußerst massiv. Traditionell werden diese Klangschalen aus Metall hergestellt, meistens aus einer Zinn-Kupfer-Legierung. Das Metall wird geschmolzen und dann in Gussformen geformt. Meditationsschalen machen einen Großteil der Klangschalen aus, die man hierzulande sieht und hört. Sie werden, wie der Name vermuten lässt, sowohl bei Meditationen, als auch bei Klang- und Musikaufnahmen sowie Klangreisen verwendet.

Hier seht ihr unser Video mit Tibetanischen Klangschalen in verschiedenen Größen:

2. Kristallklangschalen 

Wie der Name schon vermuten lässt, bestehen diese Schalen aus Glas oder Kristall, und sie klingen noch klarer und länger als Meditationsklangschalen. Teilweise steht ihr Klang minutenlang im Raum. Diese Schalen werden oft auf bestimmte Töne oder Frequenzen gestimmt, und es gibt sie in vielen farblichen Variationen. 

Je dicker die Wandstärke der Schale, desto höher und klarer ist der Klang. Der Kristallanteil im Material hat ebenfalls Einfluss auf den Klang. Reine Kristallklangschalen schwingen deutlich länger und anhaltend voluminöser aus.

Hier seht ihr unser Video mit verschiedenen Kristallklangschalen:

3. Therapieklangschalen 

… haben ein breiteres Frequenzspektrum und Schwingungen, die sich auf den Körper übertragen. Sogar, wenn der Ton schon verklungen ist, sind diese noch deutlich spürbar. Es gibt sie in verschiedenen Größen, und sie werden meistens entweder nah am Körper oder sogar auf dem Körper gespielt, indem sie beispielsweise auf dem Rücken oder dem Bauch platziert werden. Bei Therapieschalen kommt es mehr auf die körperliche Erfahrung der Schwingungen als auf den Klang an. Letzterer ist im Vergleich zu den Kristall- und Meditationsklangschalen eher unspektakulär, weshalb wir auf eine Aufnahme verzichtet haben.

Klangschalen-Spieltechniken und -Schlägel

Auch bei den Schlägeln für Klangschalen gibt es eine große Bandbreite von Modellen. Typisch für moderne Klangschalen ist ein Holz- oder Glasschlägel, der oft mit Gummi, Leder, Kautschuk oder Silikon überzogen ist. Damit kann die Klangschale sowohl geschlagen als auch gerieben werden. 

Für Frosted Schalen mit rauer Oberfläche benutzt man Schlägel ohne Überzug. Alternativ können zum Anschlagen unterschiedliche Sticks aus dem Perkussionsbereich verwendet werden, mit Filz-, Gummi- oder Kautschukkopf. Als Alternative zu Reibeschlägeln eignen sich auch Gongtreiber. Klangschalen werden meistens auf einem Gummiring, Filzpolster oder einem kleinen Kissen platziert, damit sie möglichst frei schwingen können.

Anschaffungspreise von Klangschalen

Während kleine Klangschalen schon für 15 EUR zu haben sind, kann ein amtliches Set von verschieden großen Schalen eine beträchtliche Investition sein. Ein Set von Therapieschalen beispielsweise schlägt mit 1.400 EUR zu Buche, große Meditationsschalen zwischen 10 und 20 Kilogramm kosten schnell mehrere Tausend Euro. Den Preis bestimmen neben Größe und Gewicht das Material sowie die Verarbeitung. Der Klang ist allerdings ein echtes Erlebnis, und die tiefen Bassschwingungen von einer großen, hochqualitativen Klangschale gehen buchstäblich durch den ganzen Körper.

Welche Klangschale passt zu meiner Anwendung, wie stelle ich mir ein passendes Set zusammen?

Meditationsschalen sind die Klassiker unter den Klangschalen und eignen sich für die meisten Anwendungen im Bereich Musik, Klangreisen und Meditationsbegleitung.  Aber auch Kristallschalen können in den genannten Bereichen gut funktionieren, ihr Fokus liegt im klaren und sphärischen Klang. Manchmal passt genau dieser Klang und das extrem lange Sustain einer hochwertigen Kristallschale, manchmal braucht es den tiefen und erdigen Sound einer großen Meditationsschale. Therapieschalen haben eine Sonderstellung, es gibt sie passend für verschiedene Bereiche des Körpers, und man kann sich in sie hinein stellen oder sie am oder auf dem Körper platzieren. Hier gibt also das geplante Anwendungsgebiet grob die Größe und das Gewicht der Schale vor.

Bei der Zusammenstellung eines Sets von Klangschalen gilt es, drauf zu achten, verschiedene Frequenzen abzudecken und Schalen zu finden, die sich zu einem homogenen Klangbild ergänzen. Es gibt auch fertige Sets, die in Material, Wandstärke und Klang aufeinander abgestimmt sind. Wenn man sich die Schalen einzeln zusammensuchen möchte, ist es ratsam, auszuprobieren und sie im Zusammenhang zu spielen.

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