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07.10.2019

Kaufberater: Günstige Bühnenbeleuchtung und Lichteffekte für kleine Bands

Licht-Equipment für budgetorientierte Musiker: Unsere Tipps für euren Gig!


Ihr möchtet eurem Publikum sehens- und erlebenswert inszenierte Gigs bieten, doch die Investition soll sich in verträglichen Grenzen halten, zumal euer Bandkalender sich hauptsächlich auf kleinere Clubtermine konzentriert. Außerdem steht ihr nicht unter dem Druck der professionellen Auftragsflut und wenn sich größere Events ergeben, ist man ohnehin extern versorgt oder kann leistungsfähige Komponenten anmieten. Hier einige Tipps und Vorschläge, wie ihr eure Lightshow treffsicher und kostengünstig umsetzen könnt:

Die gute Nachricht: Mittlerweile gibt es auf dem Markt zahlreiche Produkte, die auch für Normalanwender erschwinglich sind. Wichtig in diesem Zusammenhang ist es, sich auf die grundlegenden Komponenten zu konzentrieren. Außerdem sollte das System jederzeit erweiterbar sein. Im Zeitalter von DMX, LED-Technologie und digitaler Steuerungssoftware ist das längst kein Problem mehr. Auch dass die Hersteller sich mit ihren Preisen weltweit gerne mal unterbieten, spielt euch in die Hände. Bevor ihr euch auf die wild entfesselte Produktsuche begebt, lehnt euch einen Augenblick auf dem Theorie-Sofa zurück und überlegt, was überhaupt Sinn und Zweck der Lichtshow ist.

Die Bühne lichtoptimiert mit Lichtgeometrie einrichten

Was hat ein Raum? Logo: rechts, links, vorne, hinten, oben, unten und dann natürlich noch alles, was sich im Inneren abspielt. Schon ernüchternd, wenn man sich vor Augen hält, dass ihr euch eigentlich in einem überdimensionalen Vogelkäfig ohne greifbarem Gitter bewegt. Andererseits entspannend ist die Tatsache, dass ihr lediglich in Modulbauweise diese Teilbereiche bearbeiten müsst und dadurch ein ansehnlich abwechslungsreiches und emotional untermalendes Lichtszenario entwerfen könnt. Versteht die Bühne als eurer Wohnzimmer, das ihr einrichten wollt. Und in dem ihr euch – im Umkehrschluss die Gäste – nicht mit überfrachteter Effekthascherei, wirbelnden Kreiseln, Gobos, Moving-Heads & Co. zu des Wahnsinns fetter Beute machen wollte. Das ist schlichtweg nicht nötig. Das Licht ist lediglich der unterstützende Rahmen für eure Musik. Aber ganz ohne geht's eben auch nicht.

Steuerung – der Einstieg funktioniert nahezu kostenlos

Bereits bei der Steuerung könnt ihr mit euren Finanzen betont sparsam umgehen. Sinnvollerweise organisiert ihr – Stichwort Erweiterbarkeit – das Ganze auf Basis einer entsprechenden Lichtsoftware. Ja, zugegeben, dafür benötigt man üblicherweise ein iPad oder ein Notebook. Aber ganz ehrlich – ihr seid eine Band und stammt direkt aus dem Kommunikationszeitalter. Irgendwer wird schon einen Laptop besitzen, der sich für die Zwecke einsetzen lässt. Ein preiswertes DMX-fähiges Interface dazu und schon stehen zahlreiche Möglichkeiten zur Verfügung. So handelt es sich beispielsweise bei DMXControl um ein Open-Source-Programm, das von einer riesigen Community kontinuierlich weiterentwickelt wird. Bei der Vielzahl der virtuellen Köche sind selbstverständlich auch Funktionen implementiert, um die der Livemucker nicht gebeten hat.

Die Nutzbarkeit ist auch nicht zwangsläufig selbsterklärend. Das wird aber durch die Vielzahl der Möglichkeiten und die Anbindung für lau bei Weitem wieder ausgeglichen. Ein Kompromiss-Apfel, in den man gerne mal beißen kann. Es gibt viele weitere Programme, die als Einsteigerversion im nichtkommerziellen Bereich gratis genutzt werden können. Beispielsweise Audials Light, DiaLux, Lightworks und andere. Ab welchem Zeitpunkt ihr eure Band als „kommerziell“ bezeichnen wollt, sei einmal dahingestellt.

Bedienung: Wer soll das machen?

Möglicherweise steht ihr der Tatsache gegenüber, keinen externen LJ oder FOH zum Team zählen zu können. Verbleibt die Notwendigkeit, das Licht von einem Bandmitglied bedienen zu lassen. Als hätte der nichts Besseres zu tun. Und schließlich soll der ja zunächst mal sein Instrument bedienen. Selbst wenn der Bandkamerad multitaskingfähig ist, im entscheidenden Moment – so viel ist mal sicher – wird er die Hände voll haben. Liegt zufällig gerade eine Gitarre, ein Bass oder sonst was drin. Wie soll man dieser kuriosen Problematik begegnen? Greift ihr ein klein wenig tiefer in die Tasche, bietet sich der Eurolite DMX Move Bigfoot Fußcontroller 192 an. Damit könnt ihr die komplette Lichtshow per Fuß steuern. Ein separates DMX-Interface ist nicht mehr nötig.

 

Kannen für die lichtoptimierte Grundstimmung

Idealerweise stellt – oder hängt – ihr rechts und links vorne am Bühnenrand jeweils ein Lichtstativ mit LED-PARs. Für die gewünschte Lichtausbeute genügen meistens schon drei bis fünf Kannen auf beiden Seiten. Bei Herstellern wie , Eurolite, Cameo, ADJ und vielen weiteren ist das mittlerweile ein Standardprodukt geworden. War es noch vor wenigen Jahren üblich, vor die weißstrahlenden PARs Farbfolien zu hängen, die im Laufe der Zeit langsam verblassten, ist das längst Schnee von gestern. Heute erzielt innovative RGB-LED-Technik die unterschiedlichsten Farbspektren bei stufenloser Farbmischung und ist zudem deutlich effektiver. Okay, nun haben wir sie. Was damit tun?

Idealerweise stellt – oder hängt – ihr rechts und links vorne am Bühnenrand jeweils ein Lichtstativ mit LED-PARs. Für die gewünschte Lichtausbeute genügen meistens schon drei bis fünf Kannen auf beiden Seiten. Bei Herstellern wie Stairville, Eurolite, Cameo, ADJ und vielen weiteren ist das mittlerweile ein Standardprodukt geworden. War es noch vor wenigen Jahren üblich, vor die weißstrahlenden PARs Farbfolien zu hängen, die im Laufe der Zeit langsam verblassten, ist das längst Schnee von gestern. Heute erzielt innovative RGB-LED-Technik die unterschiedlichsten Farbspektren bei stufenloser Farbmischung und ist zudem deutlich effektiver. Okay, nun haben wir sie. Was damit tun?

Der Kardinalfehler: Einfach während des Songs anmachen, in der Set-Pause ausmachen und sich ansonsten nicht mehr darum kümmern. Dabei sind die PARs eigentlich mindestens die halbe Miete, so sie den vernünftig genutzt und ausgenutzt werden. Gerade aufgrund der unkomplizierten Lichtmischung sind sie imstande, nahezu die komplette Bühne emotional und songdienlich zu beleuchten. Das verleitet allzu leicht dazu, sie immer bei voller Power zu betreiben.

Exakt das Gegenteil sollte der Fall sein. Immer nur eine Grundstimmung erzeugen und das Ganze dann mit Effekten wie Blindern oder Backlights garnieren. Wenn ihr im günstigen und praktikablen Bereich der PARs bleibt, könnt ihr für beide Seiten zusammen mit ungefähr 500 Euro auskommen. Nach oben sind selbstverständlich keinerlei Grenzen gesetzt. Aber man kann ja auf lange Sicht immer noch anbauen.

Bewegtes und intelligentes Licht situationsbedingt einsetzen

Im Gegensatz zu Disc- oder Lightjockeys werdet ihr vermutlich mit bewegtem Licht sparsam umgehen. Der Grund ist, dass die Kollegen am Plattenteller den Dancefloor und die gesamte Location inszenieren müssen, ihr aber „nur“ die Dramaturgie eurer musikalischen Darbietung. Für euch heißt das: Akzente setzen und die Blicke des Publikums immer dorthin lenken, wo gerade wirklich etwas geschieht. Ideal lassen sich dafür die aktuellen Moving Heads von ADJ wie der ADJ XS 600 oder die von Cameo, beispielsweise der Auro Spot 100, verwenden. Euer Nutzen: Die Dinger sind leise, leicht, mühelos per DMX programmierbar und können bestimmt irgendwann aus der Bandkasse bezahlt werden.

Den 3D-Raum mit Nebel tapezieren

Wenn's im Wohnzimmer muffig ist, macht man das Fenster auf. Wird die Bühne zum Raum erklärt, schmeißt man Nebel in den wandlosen Raum. Er dient als Medium, in dem sich die Lichtstrahlen brechen und damit weitaus deutlicher erscheinen. Für euren Einsatzzweck bieten sich insbesondere Bodennebelmaschinen an. Diese spezielle Variante der Nebelmaschine gehört nicht zu den Günstigsten. Das liegt daran, dass sie das Fluid vor dem Ausstoß runterkühlt, damit der Nebel nicht sofort nach oben steigt und sich verflüchtigt. Dennoch lohnt sich die Ausgabe. Ihr bleibt ohne Hustenreiz vom Publikum erkennbar.

Ihr selbst wiederum könnt die Texte, Notenpulte und die Set List erkennen. Hat doch was. Das eigentlich Positive ist aber, dass der Nebel mit Geräten wie der Eurolite NSF-350 LED Hybrid Spray Fog extrem kontrollierbar bleibt, außerdem gleich die LED-Lichteffekte integriert sind. Machbar sind zwar bis zu sieben Meter hohe Nebelfontänen, doch wir wollen uns ja – wie besprochen – in Selbstbeherrschung üben.

Fluter – statisch aber wirkungsvoll

Auch von kleinen Bands werden gerne Fluter eingesetzt, also Scheinwerfer mit einem weiten Abstrahlwinkel und einer großen Range, die für die Basisatmosphäre on Stage sorgen. Bedenkt man dazu, für wie wenig Geld kompakte LED-Fluter wie der Stairville LED Flood Panel 150 zu bekommen sind, nämlich unter schlappen 50 Euro, bietet es sich unbedingt an, dem Drummer, Keyboarder oder der Brass-Sektion ein solches Töpfchen zu gönnen.

Blinder – multifunktional alles Machbare rausholen

Beinahe hätten wir's vergessen: Eine Ausnahme bei eurer Lichtshow sind die sogenannten Blinder. Die füllen eben nicht ausschließlich den besagten „Vogelkäfig“. Die Blendscheinwerfer zielen mit weißem Licht direkt auf das Publikum. Was die machen? Na ja, wie der Name schon sagt: Sie blenden. Ein Effekt, der gerne dramaturgisch beim ersten und/oder letzten Song und speziellen Dynamiksteigerungen genutzt wird. Blinder sind üblicherweise mit mehreren neben- oder übereinander postierten Einzellampen ausgestattet. Praktisch sind Leisten wie der Strip Blinder X mit 10 x 75 W von Ignition. Dieses und vergleichbare Produkte kriegt man schon für zwei grüne Scheine und weniger.

Euer Vorteil: Er lässt sich aufrecht am Stativ oder an der Mini-Traverse montieren, steht euch nicht im Weg rum. Der Strip klaut euch also nichts von dem ohnehin kaum vorhandenen Platz. Außerdem ist er per DMX steuerbar, sodass ihr in gedimmtem Zustand zugleich ein vernünftiges Frontlicht habt. Somit habt ihr gleich zwei nützliche Geräte in Personalunion. Und wenn die Dinger durchdacht und sinnvoll platziert werden, können sie sogar mit einer gewissen Kompromissbereitschaft als Punktstrahler für die Musiker zum Einsatz kommen. Das wäre dann Funktion, die Dritte …. 

Eurolite DMX Move Bigfoot Fußcontroller 192 (Produktseite auf thomann.de)    

Stairville CLB8 Compact LED Bar 8 Bundle (Produktseite auf thomann.de)     

Eurolite NSF-350 LED Hybrid Spray Fog (Produktseite auf thomann.de)

Ignition Strip Blinder X (Produktseite auf thomann.de)   

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