Gitarre
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11.11.2015

Kaufberatung E-Gitarren

Welche E-Gitarre soll ich kaufen? - Die wichtigsten Infos auf einen Blick

Tipps für den E-Gitarren-Kauf

Der grosse Kaufberater E-Gitarren - Das E-Gitarren Angebot ist mittlerweile so üppig, dass nicht nur Einsteiger massive Probleme haben, sich in dem stetig wachsenden Modell-Dickicht zurechtzufinden. Damit die Wahl nicht zur Qual wird, kann es helfen, sich im Vorfeld einige Gedanken über die gewünschten Eigenschaften und das bevorzugte Einsatzgebiet des zukünftigen Instruments zu machen.

Die Tatsache, dass sich den einzelnen E-Gitarren-Typen unterschiedliche Klang- und damit bis zu einem gewissen Grad auch Einsatz-Eigenschaften zuordnen lassen, ist eine recht effektive Möglichkeit, sich im E-Gitarrendschungel zurechtzufinden. Natürlich gibt es immer wieder Gitarristen, die offensichtlich gegen den Strom schwimmen und in ihrem jeweiligen Metier Instrumente einsetzen, die laut Schema überhaupt nicht dafür geeignet sind. So spielt beispielsweise bei Status Quo die Fender Telecaster eine Hauptrolle, die eigentlich als typische Country-Gitarre gilt. Oder Dave Grohl, der bei den Foo Fighters eine sogenannte Semiakustik-Gitarre einsetzt, die normalerweise eher in Jazz- und Fusion-Gefilden zu Hause ist. Das heißt, auch in diesem Bereich ist nichts in Stein gemeißelt, aber wer zum ersten Mal auf der Suche nach einer E-Gitarre ist oder sich in einem bestimmten Genre bewegt, ist gut beraten, sich auf die traditionellen und bewährten Modelle zu konzentrieren. Deshalb wollen wir uns im Folgenden die gängigsten und damit auch wichtigsten Modell-Varianten und ihre individuellen Vorzüge etwas genauer anschauen. Dabei haben wir die Instrumenten-Typen herausgesucht, die den Verlauf der E-Gitarren-Entwicklung am intensivsten geprägt haben und - in der Folge - am häufigsten kopiert wurden bzw. als Vorlagen für Modellvarianten anderer Hersteller dienten.

Gibson Les Paul

Die Gibson Les Paul ist der Prototyp einer Rock-Gitarre. Eine "Paula" und ein Marshall-Stack (Kombination Verstärker und Box), und die Welt ist in Ordnung. Das offizielle Debüt des Modells fand im Jahr 1952 statt. In Sachen "Motorisierung" kamen in den ersten Jahren ausschließlich P-90 Pickups zum Einsatz, ein 1946 erschienener Singlecoil-Tonabnehmer (Einzelspul-Tonabnehmer), der dank seines fetten, rauen Sounds bis heute zu den beliebtesten Modellen aus dem Gibson-Sortiment gehört. Die erste Les Paul mit Humbucker (Doppelspul-Tonabnehmer) wurde der staunenden Öffentlichkeit im Jahr 1957 vorgestellt. Die Gitarre war aus dem Stand ein Riesenerfolg und prägte den Sound und die Geschichte der Rockmusik wie nur wenige andere Entwicklungen. Trotz zahlreicher Modellvarianten ist die Les Paul bis heute ihrer ursprünglichen Auslegung und Formgebung treu geblieben.

Sound und Handling

Dank der Tonabnehmer-Bestückung in Kombination mit den verwendeten Tonhölzern - in der Regel besteht der Korpus aus Mahagoni und trägt eine Ahorndecke - liefern Les Pauls (und auch viele ihrer zahlreichen Kopien) fette, durchsetzungsstarke Sounds, ideal für alle Spielarten des Rock. Doch obwohl die Gitarre als typisches Rock- und Blues-Instrument gilt, ist ihre Basis sehr flexibel. Mit ihrem Klang lassen sich problemlos alle gängigen Stilistiken abdecken - das Prädikat Allrounder hat sich diese Gitarre damit absolut verdient. Obwohl die Bespielbarkeit einer Gitarre grundsätzlich von vielen Faktoren abhängt und die eines Gitarren-Typs nur unzureichend allgemein beurteilt werden kann, lassen sich der kurzen Mensur (Länge der frei schwingenden Saite) von 628mm der Les Paul einige grundsätzliche Eigenschaften zuordnen. So liefern die kürzeren Saiten einen warmen Grundsound und eine Saitenspannung, die im Vergleich zu Instrumenten mit langer Mensur (648mm) geringer ist. Auf diese Weise lassen sich selbst stärkere Saiten-Sätze recht problemlos spielen - gerade für Anfänger ein absolutes Kaufargument.

Kaufempfehlung Typ Singlecut

Preisklasse 600,- bis 1000,- Euro

ESP LTD EC-1000 Vintage Black (Produktseite auf thomann.de)

PRS SE 245 Tobacco Sunburst (Produktseite auf thomann.de)

Preisklasse 200,- bis 600,- Euro

PRS SE Standard 245 TS (Produktseite auf thomann.de)

Hagstrom Ultra Swede BB (Produktseite auf thomann.de)

 

Preisklasse bis 200,- Euro

Harley Benton SC-1000 VB Progressive Line (Produktseite auf thomann.de)

Harley Benton SC-450Plus LD Vintage Series (Produktseite auf thomann.de)

Fender Telecaster

Die Geschichte der Firma Fender startet in den 40er Jahren, als ein smarter junger Mann namens Leo Fender in seinem Radiogeschäft an elektrischen Gitarren und entsprechenden Verstärkern tüftelte. Mit der Esquire stellte Leo 1948 seine erste selbstkonstruierte E-Gitarre vor. 1951 folgte die Broadcaster, die später in Telecaster umbenannt wurde und als erste in Serie gefertigte Solidbody-Gitarre (Gitarre mit massivem Korpus ohne Resonanzkörper) der Welt gilt. In einer Zeit, in der alle Hersteller auf Semi-Acoustics setzten, eine ziemlich mutige Entscheidung; sprach man Gitarren mit massivem Korpus seinerzeit doch per se ab, "vollwertige Musikinstrumente" zu sein. Doch Leo ließ sich nicht beirren, zeigte Durchhaltevermögen und wurde belohnt. Immer mehr Musiker entdeckten die Vorzüge der Gitarren aus der kalifornischen Instrumentenschmiede und so musste auch die Konkurrenz bald neidlos anerkennen, dass sich Fender mit seinem Konzept durchgesetzt hatte. Heute gehört die Telecaster zu den charakterstärksten Instrumenten im Reigen des E-Gitarren-Angebots.

Sound und Handling

Typisch für Teles ist ihr sprichwörtlicher "Twang". Dieser entsteht durch die Kombination eines Ahornhalses (lange Mensur) mit einem Korpus aus Esche und dem obligatorischen Singlecoil-Pickup am Steg. Gerade im Country- und Blues-Genre macht der knackige Sound des Pickups einen Top-Job. Doch Gitarristen wie Rolling Stone Keith Richard treten auf jedem Gig erneut den Beweis an, dass es sich auf einer Tele auch trefflich rocken lässt. Die Telecaster ist zwar ganz sicher kein Allrounder, wer aber ein Instrument mit "Attitude" sucht, das sich aus der Masse abhebt, ist hier bestens aufgehoben.

Kaufempfehlung Typ T-Style

Es gibt ein großes Angebot an T-Style-Gitarren. Hier sind unsere Empfehlungen in drei Preiskategorien

Preisklasse 600,- bis 1000,- Euro

Fender Standard Telecaster MN AW (Produktseite auf thomann.de)

Chapman Guitars ML-7 T

Preisklasse 200,- bis 600,- Euro

Fender Squier Affinity Tele MN BB (Produktseite auf thomann.de)

Fender SQ Classic Vibe Tele 50's BB 

Preisklasse bis 200,- Euro

Harley Benton TE-20 SB Standard Series (Produktseite auf thomann.de)

Ibanez GFR20GSP-BKF

Fender Stratocaster

Die Stratocaster erblickte 1954 das Licht der Welt. Was heutzutage wie ein "Instant-Success" aussehen mag - schließlich ist die Strat die am meisten verkaufte (und kopierte) E-Gitarre der Welt - gestaltete sich Mitte der 50er Jahre alles andere als einfach. Namentlich das unsymmetrische Design, gepaart mit den tiefen, ergonomischen Korpus-Shapings auf Vorder- und Rückseite wurden von der Branche mit Argwohn beäugt. Wieder waren es die Musiker, die den Stein ins Rollen brachten. Immer mehr Gitarristen schenkten dem Instrument mit dem außergewöhnlichen Design ihr Vertrauen und machten die Strat so zum Symbol der aufkeimenden Rock-Bewegung. Und das ist bis heute so geblieben. Ganz nebenbei: Ohne die Stratocaster wären alle anderen unsymmetrischen Double-Cutaway Gitarren (Gitarren mit zwei ungleich großen Korpus-Ausschnitten) undenkbar gewesen.

Sound und Handling

Der Korpus der traditionellen Fender Stratocaster besteht aus Erle oder Esche, der Hals aus Ahorn, wahlweise mit einem Ahorn- oder Palisandergriffbrett belegt.

In der klassischen Ausführung kommt die Gitarre mit drei Singlecoil-Pickups, die für den typischen Sound des Instruments sorgen. Dabei liefert der Tonabnehmer in der Bridge-Position (in unmittelbarer Nähe des Stegs) sehr brillante Solo- und Rhythmussounds, der Pickup in der Mitte ist der ideale Partner, wenn es um knackige Funk-Rhythmen und offene, transparente Soli geht. Die Hals-Position ist die Domäne bluesiger Leads und saftiger Akkordsounds. Auch die Strat ist also ein echtes Allround-Instrument. Lediglich knallharte Rock- und Hardrocksounds und singende Solos lassen sich mit dem Singlecoil-Tonabnehmer in der Steg-Position nicht so gut realisieren. Um dem Wunsch der Szene nach mehr Dampf Rechnung zu tragen, bieten Fender und die vielen Hersteller von Strat-Kopien und allem "Artverwandten" seit Jahren Instrumente mit leistungsstarken Humbuckern in der Stegposition an (Fat Strat). Auf diese Weise "aufgebretzelte" Gitarren machen dann auch im ganz harten Rock eine richtig gute Figur.

Kaufempfehlung Typ ST-Style

ST-Style Gitarren sind sehr beliebt, daher ist die Auswahl auch entsprechend groß. Unsere Empfehlungen findet ihr hier in drei Preiskategorien sortiert.

Preisklasse 600,- bis 1000,- Euro

Fender Standard Strat MN AWT (Produktseite auf thomann.de)

Ibanez RG970WBWZ-WLB

Fender Std Stratocaster HSS MNAW (mit Humbucker in der Steg-Position) (Produktseite auf thomann.de )

Preisklasse 200,- bis 600,- Euro

Fender Squier Classic Vibe Strat 60s (Produktseite auf thomann.de)

Fender Squier Vint. Mod. 70 Strat BK (Produktseite auf thomann.de)

Yamaha Pacifica 112V OVS (mit Humbucker in der Steg-Position)

 

Preisklasse bis 200,- Euro

Fender Squier Bullet Strat HSS RW BSB (Produktseite auf thomann.de)

Harley Benton ST-20 BK Standard Series (Produktseite auf thomann.de)

Gibson SG

Die SG-Bauform wurde von Gibson im Jahr 1961 ursprünglich als Nachfolger für die Les Paul Standard entwickelt. Auffälligstes Design-Merkmal der neuen Gitarre war ein radikal überarbeiteter Korpus. Er bestand nicht nur komplett aus Mahagoni, sondern war auch noch wesentlich dünner und somit leichter als der Body der legendären Verwandten. Außerdem besaß die Gitarre zwei minimal versetzte, scharf angeschnittene Cutaways. Das neue Design kam an und nicht umsonst ist die SG das einzige Modell im Gibson-Programm, das seit seiner Veröffentlichung ohne Unterbrechungen gebaut wird. Und dank kompromissloser User wie Angus Young oder Tony Iommi und einer stetig wachsenden Fangemeinde gehört die "coole Axt" heute zu den ganz großen Symbolen der Rock-Musik.

Sound und Handling

Genau wie die Les Paul kommt auch die SG mit einem Hals in kurzer Mensur: Die Bespielbarkeit der Gitarren ist im Allgemeinen sehr gut. Dank ihres relativ flachen Mahagoni-Korpus sind SGs recht leicht und entsprechend komfortabel zu bedienen. Zwei Humbucker in Hals- und Stegposition sorgen für ein breites Spektrum der angesagtesten Rock- und Bluessounds, nicht ganz so drückend wie die Les Paul, aber dafür knackig und dynamisch. Auch im Clean-Betrieb überzeugen SGs mit einem breiten Klang-Spektrum, sodass sich alle erdenklichen Stilistiken abdecken lassen. Weiterer Vorteil: Original SGs sind relativ preiswert, sodass man die Vorzüge einer echten Gibson genießen kann, ohne sein Konto allzu stark belasten zu müssen. Ansonsten hält der Markt ein breites Spektrum an Kopien in allen Preis- und Qualitätsklassen bereit.

Kaufempfehlung Typ Doublecut-Style

Hier sind unsere Empfehlungen für Doublecut-Style-Modelle in drei verschiedenen Preiskategorien.

Preisklasse 600,- bis 1000,- Euro

Gibson SG Special 2014

Guild S-100 Polara Blk (Produktseite auf thomann.de)

 

 

Preisklasse 200,- bis 600,- Euro

Epiphone SG G-400 Pro EB (Produktseite auf thomann.de)

ESP LTD Viper-10 BLK (Produktseite auf thomann.de)

 

 

Preisklasse bis 200,- Euro

Ibanez GAX30-WNF (Produktseite auf thomann.de)

Harley Benton DC-580 CH Vintage Series (Produktseite auf thomann.de)

Semiakustik-Gitarren

Um richtig abrocken zu können, muss es nicht unbedingt immer eine Solidbody-Gitarre sein. Neben dem bereits erwähnten Dave Grohl haben Musiker wie Alvin Lee, Ted Nugent oder Steve Howe schon vor Dekaden bewiesen, dass auch Semi-Acoustics (Gitarren mit Resonanzräumen im Korpus) im Rock-Biz eine gute Figur machen.

Aber ganz so einfach ist der Umgang mit ihnen nicht. Gitarren mit einem hohlen Korpus neigen nämlich gerade bei großen Lautstärken und Verzerrungen zu Rückkopplungen. Die erste Maßnahme der Industrie, den Gitarren das Feedback abzugewöhnen, war eine Verkleinerung des Korpus-Volumens (Thinline-Bauform). Doch das alleine reichte nicht aus. Gibson kam auf die Idee, eine Semiakustik-Gitarre zu konstruieren, die mit einer vom Halsansatz bis zum Korpusende reichenden massiven Holzeinlage, dem sogenannten Sustainblock, ausgestattet war ( ES-335, 1958).

Diese teilmassive Bauform machte es möglich, die Vorteile eines Solidbody-Instruments genießen zu können, ohne dabei auf den offenen, transparenten Sound einer "quasiakustischen" Gitarre verzichten zu müssen. Dank der innovativ ausgestatteten ES-335 war es auf der Bühne endlich möglich, den Verstärker bis zu einem gewissen Grad aufzudrehen, ohne dabei Gefahr zu laufen, von ungewollten Rückkopplungen in Grund und Boden gehupt zu werden. Aber Achtung: Es gibt natürlich auch Semiakustik-Gitarren, die ohne Sustainblock auskommen (ES-355, Epiphone Casino etc.). Wenn man auf feinzeichnende, dynamische Clean-, Blues- und Crunchsounds im Stil der Beatles oder Brit-Pop-Legenden wie Oasis steht, ist man hier bestens aufgehoben. Fans, bei denen es gerne auch etwas brachialer zur Sache gehen darf, sollten sich aber auf jeden Fall für eine Semi-Akustik mit Sustainblock entscheiden.

Zur besseren Orientierung sind hier unsere Empfehlungen für die Semi-Akustik Gitarren, aufgeteilt in drei verschiedene Preiskategorien.

Preisklasse 600,- bis 1000,- Euro

Gretsch G5420T Electromatic OR (Produktseite auf thomann.de)

Ibanez AS153-AYS (Produktseite auf thomann.de)

Preisklasse 200,- bis 600,- Euro

Harley Benton CST-24HB TOL Tobacco Flame (Produktseite auf thomann.de)

Ibanez AS53-TF (Produktseite auf thomann.de)

Preisklasse bis 200,-

Preisklasse bis 200,- Euro

Harley Benton TE-90QM Trans Red (Produktseite auf thomann.de)

Harley Benton HB-35 CH Vintage Series (Produktseite auf thomann.de)

Heavy Gitarren

Neben den traditionellen Formen, die wir in den vorangegangenen Abschnitten vorgestellt haben, hat sich im Laufe der Zeit im Hard/Heavy- und Metal-Bereich ein etwas speziellerer und dem Genre angepasster Gitarrentypus durchgesetzt. Rein äußerlich weicht die typische Heavy-Gitarre in ihrer Korpusform vom traditionellen Design ab und hat ihren Ursprung in den Explorer- und Flying-V-Typen von Gibson, die 1958 auf den Markt kamen. Hersteller wie Charvel/Jackson, Dean, ESP, B.C. Rich oder Ibanez brachten in diesem Genre einige sehr markante Instrumente auf den Markt, wobei neben den extravaganten Korpusformen auch die Tonabnehmer eine sehr wichtige Rolle für einen charakteristischen Heavy-Sound spielen. Hier sind fast ausschließlich Humbucker mit möglichst hoher Ausgangsleistung im Einsatz, die den Amp mit einem kräftigen Signal ansteuern und ihn so zu einem stark verzerrten Sound veranlassen. Oft werden aktive Pickups benutzt, die neben einer hohen Ausgangsleistung auch noch weniger anfällig für Nebengeräusche sind - ein häufiges Problem bei hohen Zerrgraden und großen Bühnenlautstärken. Die Hälse der meisten Heavy-Gitarren sind recht schlank gebaut, was dem Greifen von schnellen Riffs und Leads entgegenkommt. Entscheiden muss man sich auch bei diesen Instrumenten zwischen Tremolo-Bridge und feststehender Brücke. Grundsätzlich wichtig ist, dass der Steg dem Handballen der Spielhand eine gute Auflagefläche bietet, denn der Heavy-Sound ist geprägt von der sogenannten Palm-Mute Spielweise, bei der die Saiten mit dem Ballen der Spielhand abgedämpft werden.

Um etwas Licht ins Dunkle zu bringen kommen hier Empfehlungen für Heavy-Äxte in drei unterschiedlichen Preiskategorien.

 

Preisklasse 600,- bis 1000,- Euro

Jackson RRXMG Rhoads SW BP

ESP LTD Iron Cross SW (Produktseite auf thomann.de)

Preisklasse 200,- bis 600,- Euro

BC Rich Mockingbird ST Slash Transparent Red

Dean Guitars Michael Amott Tyrant X SPL (Produktseite auf thomann.de)

Kaufempfehlung Typ Heavy-Gitarre

Preisklasse bis 200,- Euro

Harley Benton WL-20BK Rock Series (Produktseite auf thomann.de)

BC Rich Warlock Widow

7-saitige Gitarren

Im Zeitalter des Drop-Tunings (Herunterstimmen der Saiten) hat auch die mit einer zusätzlichen B-Saite im Bass aufgerüstete 7-String Gitarre ihren Platz gefunden. Vorteil: Um den gewünschten Schub zu erzielen, muss man die Gitarre nicht herunterstimmen: Eine Siebensaitige liefert das Spielgefühl einer "normal" gestimmten Sechssaitigen und macht es dennoch jederzeit möglich, echten Tiefgang ins Spiel zu bringen. Ob man es braucht oder nicht ist, wie so vieles im Leben, reine Geschmacksache.

Wir haben für euch drei empfehlenswerte 7-Saiter Instrumente in unterschiedlichen Preiskategorien herausgesucht.

Preisklasse 600,- bis 1000,- Euro

Ibanez RGIR27BFE-WNF

Preisklasse 200,- bis 600,- Euro

Jackson JS22-7 Dinky SB (Produktseite auf thomann.de)

Preisklasse bis 200,-

Preisklasse bis 200,- Euro

Harley Benton R-457 BK Progressiv Series (Produktseite auf thomann.de)

Bariton-Gitarren

Zwar sorgt bei der 7-String die zusätzliche B-Saite unter der tiefen E-Saite schon für mehr Druck, aber für wen es noch dunkler und böser sein muss, der greift zur Bariton-Gitarre. Sie hat in den letzten Jahren eine fulminante Karriere hingelegt und ist vor allem dort erste Wahl, wo es um die Macht im Frequenzkeller geht, zum Beispiel im Metal und seinen diversen Spielarten. In der Regel kommt eine Bariton mit einer längeren Mensur, ist mit dickeren Saiten bestückt und in den gleichen Intervallen gestimmt wie eine normale Gitarre, allerdings meist eine Quarte (H) oder sogar eine Quinte (A) tiefer. Das bedeutet zwar, dass man sich grifftechnisch nicht umgewöhnen muss, allerdings sorgt die lange Mensur, die in der Regel bei 70 cm liegt, für weitere Wege. Wer mit einer Baritongitarre liebäugelt, der sollte sich auf jeden Fall auch mit der veränderten Ergonomie vertraut machen, denn die Instrumente sind normalerweise nicht nur ein gutes Stück länger, sondern meist auch etwas massiger und schwerer als eine Standardgitarre. Was die Auswahl anbelangt, ist jede Sorge unbegründet: Kaum eine Bauform, die inzwischen nicht auch als Baritongitarre erhältlich wäre. Sogar die gute alte Telecaster gehört dazu.

Dies sind unsere Empfehlungen für Bariton Gitarren.

Preisklasse 600,- bis 1000,- Euro

ESP LTD EC-401B BLKS (Baritone)

Preisklasse 200,- bis 600,- Euro

Preisklasse 200,- bis 600,- Euro

Fender SQ VM Baritone Jazzmaster (Produktseite auf thomann.de)

Entscheidungshilfen

Wir haben jetzt schon eine ganze Menge über die Eigenschaften unterschiedlicher Gitarren-Typen erfahren. Zeit, einige grundsätzliche Betrachtungen zum Thema E-Gitarrenkauf anzustellen. Wie eben schon erwähnt, ist nicht jeder Gitarrentyp in der Lage, jedem Anspruch gerecht zu werden. Um Fehlkäufe zu vermeiden, sollte man sich also vorher genau überlegen, was man eigentlich will.

Bevor wir loslegen, möchten wir aber auf ein kleines Problem aufmerksam machen, das nicht unbedingt sehr populär ist und deshalb auch von vielen gerne ausgeblendet wird: Der Sound einer Gitarre wird nämlich zu einem nicht zu unterschätzenden Teil vom Spieler selbst geformt. Genau aus diesem Grund erleben übrigens gerade Anfänger, die das Equipment ihrer Helden in dem Glauben nachkaufen, sie würden anschließend so klingen wie "Captain Kirk und Co", häufig eine ziemlich frustrierende Überraschung. Um bei einer Beratung nicht für zusätzliche Verwirrung zu sorgen, müssen wir deshalb den Faktor "Mensch" weitgehend ausblenden und uns bei der Betrachtung der einzelnen Instrument auf allgemeine Faktoren beziehen und daher auch ein wenig pauschalisieren!

Neben den Eigenarten des Spielers haben natürlich auch Komponenten wie die verwendeten Hölzer, die Mensurlänge, die Saiten oder die Tonabnehmer-Bestückung einen maßgeblichen Einfluss auf den Sound eines Instrumentes. Gitarristen beispielsweise, die auf druckvoll krachende Rockriffs und sahnige Solo-Sounds stehen, sollten immer Gitarren den Vorzug geben, die mit einem Humbucker in der Stegposition ausgestattet sind. Egal, ob kurze oder lange Mensur, ob Eschen- oder Mahagoni-Korpus, nur mit einem doppelspuligen Tonabnehmer in dieser Position lassen sich "rockige Träume" wirklich authentisch realisieren. Und man kann die Angelegenheit noch weiter vereinfachen: Gitarren mit einem zweiten Humbucker in der Hals-Position liefern, neben warmen Solosounds, zusätzlich sehr amtliche Cleansounds, mit denen sich die meisten Stilistiken abdecken lassen. Wer es noch einen Tick flexibler möchte und zum Beispiel auch im Pop- und Funkgenre tätig werden will, der wählt am besten ein Instrument, das neben einem Humbucker am Steg mit je einem Singlecoil in der Mittel- und Halsposition "motorisiert" ist. Anstelle des Singlecoils am Hals kann es aber auch ein Humbucker sein. Gitarren mit einer H/S/H-Bestückung (Humbucker/Singlecoil/Humbucker) und 5-Wege Pickup-Wahlschalter gehören zu den stilistisch vielseitigsten Instrumenten am Markt.

Aber auch der Abstand zwischen Steg und Sattel, und damit die Länge der schwingenden Saiten (Mensur) nimmt Einfluss auf den Sound und auch die Bespielbarkeit: So sorgt eine lange Mensur (z.B. Fender Strat, 648mm) für zusätzliche Brillanzen und eine transparente Performance. Kurze Mensuren ( z.B. Les Paul 628mm) unterstreichen den warmen Charakter eines Sounds.

Info: Um die gewünschte Tonhöhe zu erreichen, muss man längere Saiten intensiver spannen als kürzere. Dieser Spannungsunterschied wirkt sich nicht nur auf das Schwingungsverhalten und den Sound aus, sondern beeinflusst auch die Bespielbarkeit des Instruments. So vermittelt eine Les Paul, die mit einem 010er-046er Satz bespannt ist, immer auch ein weicheres Spielgefühl als beispielsweise eine Fender Strat, die mit exakt dem gleichen Satz bezogen wurde.

Tremolo, ja oder nein?

Es gab sicherlich Phasen in der Musikgeschichte, in denen sich ein echter Metalhead ohne Tremolo-System (bewegliche Steg-Konstruktion) erst gar nicht aus dem Haus gewagt hätte. Im Zeitalter des NewRock sieht das etwas anders aus. Da das heutzutage "hippe" Herunterstimmen der Saiten zur Erzeugung noch böserer, brachialerer Sounds in Verbindung mit einer Gitarre mit feststehender Brücke wesentlich einfacher erledigt ist, erfreuen sich entsprechend ausgestattete Instrumente in den letzten Jahren einer stetig wachsenden Beliebtheit. Was aber nichts heißen soll. Mit ein wenig Know-How kann man natürlich auch einer Gitarre mit Tremolo-System die "tiefen Töne" beibringen. Doch ganz abgesehen vom Herunterstimmen ist ein Tremolo-System auf einer Gitarre nicht unbedingt nötig, kann aber viel Spaß bereiten. Deshalb sollte man vor dem Kauf eines Instrumentes unbedingt in sich gehen und überlegen, ob man wirklich (k)eines braucht. Denn der nachträgliche Einbau ist so eine Sache!

Info

Grundsätzlich wird die Szene heute von zwei Tremolosystem-Typen dominiert: Dem oben abgebildeten Floyd-Rose Tremolo und Vintage-Style Tremolosystemen in den unterschiedlichsten Ausführungen.

Um den Unterschied zwischen den beiden Systemen klar zu machen, müssen wir ein wenig ausholen. In der Zeit bevor sich der smarte amerikanische Tüftler Floyd Rose der Verbesserung der Stimmstabiltät von Tremolosystemen widmete, war ihr erfolgreicher Einsatz eine Art russisches Roulettespiel. Entweder man hatte Glück und konnte nach dem Gebrauch des Tremolos einigermaßen gestimmt weiterspielen oder die Gitarre war anschließend so verstimmt, dass man sie einpacken oder das Stimmgerät auspacken konnte.

Floyd hatte von derartigen Problemen die Nase voll und suchte konsequent nach den Schwachstellen herkömmlicher Tremolos. Schnell konnte er drei Hauptschuldige für die mangelnde Stimmstabilität ausmachen: Den Schlupf der Saiten im Bereich der Mechaniken, die Reibung in den Sattelkerben und die Reibung und die daraus resultierende Rückstellungenauigkeit der Tremolo-Bridge. Durch die Entwicklung eines Klemmsattels, der eine Saitenarretierung ermöglichte und damit das Rutschen der Saite bzw. ihr Verhaken in den Sattelkerben beim "Tremolieren" verhinderte, nahm er die beiden erstgenannten Faktoren schon mal aus dem Rennen.

Das war noch eine relativ leichte Übung - zugegebenermaßen aber ziemlich genial. Bei der Bridge gestalteten sich die Umbaumaßnahmen schon etwas massiver. Floyd minimierte die Reibung indem er sein neues Tremolo an zwei in den Korpus geschraubte Bolzen lagerte. Die Bereiche der Brücke, die Kontakt zu den Bolzenschrauben hatten, schliff er zu Messerkanten, so dass die Auflageflächen und damit die Reibung massiv abnahm. Das Ergebnis war ein durchschlagender Erfolg.

Ein Problem gab es aber noch. Nach dem Schließen des Klemmsattels waren die Mechaniken nicht mehr zu gebrauchen. Bevor man Stimmen konnte, musste man zunächst die mit Inbusschrauben gesicherten Arretierungen lösen. Sehr, sehr unpraktisch. Also kam Floyd auf die Idee, dem Tremolosystem ihm Stil einer Violine, Feinstimmer zu spendieren - für jede Saite einen. Mit ihrer Hilfe ließen sich leicht verstimmte Saiten problemlos und schnell nachtunen. Das System hatte seine Marktreife erlangt.

Auch moderne Vintage-Tremolos werden an zwei Bolzen gelagert. Geschliffene Messerkanten an der Grundplatte der Bridge minimieren die Reibung und sorgen so für einen verstimmungsfreien Betrieb. Tatsächlich funktioniert das ganze so gut, dass die Stimmung auch krasse Einsätze unbeschadet übersteht - gerade, wenn man zusätzlich auf die Vorteile von Locking-Mechaniken (Mechaniken, mit denen sich die Saiten arretieren lassen) zurückgreift. Vorteil gegenüber Floyd-Rose Systemen ist, dass so auf einen Locking-Nut (Klemmsattel) verzichtet werden kann. Das wiederum erleichtert das Wechseln der Saiten.

Weise Worte

Gerade Beginner, die nicht wissen, ob ihnen das Gitarrespielen überhaupt liegt, sind häufig nicht bereit, viel Geld für ihr erstes Instrument auszugeben. Tatsache ist jedoch, dass eine "grottige Billig-Klampfe" ganz sicher nicht die optimalen Voraussetzungen für einen erfolgreichen Start in die Rockstar-Karriere bietet. Und dabei ist der Sound nur die eine Seite der Medaille. Häufig nimmt schon die schlechte Bespielbarkeit Anfängern jeglichen Spaß am Erlernen eines Instrumentes. Das muss nicht sein! Und viel Geld muss man für eine vernünftige E-Gitarre heutzutage auch nicht mehr ausgegeben. Nahezu alle Markenhersteller haben mittlerweile Instrumente im Angebot, die preisgünstig sind und dennoch Qualitätsstandards bieten, die den Einstieg so angenehm wie eben möglich machen.

GLOSSAR

Steg/Bridge:

Die Brücke dient zusammen mit dem Sattel, der den Übergang des Halses zur Kopfplatte markiert, in erster Linie dazu, die Länge der schwingenden Saiten zu bestimmen, also die Mensur. Bei vielen Instrumenten dient er auch der Befestigung der Saiten, die dort mit ihren sogenannten Ball-Ends (Kugel-Enden) eingefädelt werden. Er soll außerdem die Saitenschwingungen bestmöglich auf den Korpus zu übertragen. Der Steg einer E-Gitarre trägt mit den sogenannten Reitern die kleinen Auflageflächen der Saiten, die in der Regel einzeln oder paarweise angeordnet sind und zur Justierung der Oktavreinheit einstellbar sind. Da die Brücke meist auch höhenverstellbar ist, hat man die Möglichkeit, zusätzlich die Saitenlage (Abstand zwischen Griffbrett und Saiten) frei zu bestimmen. Fest mit dem Korpus verschraubte Stege werden auch als Fixed Bridge oder Non Tremolo Bridge bezeichnet. Neben den Stegen mit integriertem Saitenhalter existieren auch getrennte Systeme. Das bekannteste kam erstmals auf der Les Paul zum Einsatz und besteht aus einem sogenannten Stop-Tailpiece Saitenhalter und einer Tune-O-Matic Brücke.

Vibrato/Tremolo-System:

Neben den feststehenden Brückenkonstruktionen gibt es auch beweglich gelagerte Stege, die man als Tremolo oder Vibrato bezeichnet. Die Konstruktion ist vergleichbar mit einer senkrecht stehenden Wippe, deren Achse an der Korpusoberfläche gelagert ist. Die untere Hälfte besteht aus einem Metallklotz mit sechs Löchern, durch den die Saiten von der Korpusrückseite aus auf die Vorderseite geführt werden und dort über sechs separat einstellbare Reiter in Richtung Kopfplatte laufen. Den Gegenzug zur Saitenspannung erzeugen Federn, die in der sogenannten Federkammer den Metallklotz in der Balance halten und nach jeder Aktion wieder in die Ruhestellung zurückführen. Mithilfe des sogenannten Tremoloarms lässt sich nun die komplette Brücke gegen die Federspannung kippen und das Verstimmen der Saiten und damit den typischen Vibrato-Effekt ermöglichen.

Humbucker:

Als Humbucker bezeichnet man einen doppelspuligen Tonabnehmer, der in der Regel eine höhere Ausgangsleistung als der "gemeine" Singlecoil-Pickup liefert. Die zweispulige Bauweise (Brummkompensationsspule) bewirkt außerdem, dass Brumm- und Einstreugeräusche effektiv unterdrückt werden.

Singlecoil:

Singlecoils sind Tonabnehmer in einspuliger Bauweise. Sie generieren im Allgemeinen weniger Ausgangsleistung (und damit weniger Verzerrung) als ihre doppelspuligen Verwandten, überzeugen aber durch ihre sehr offene, transparente Performance. Durch die einspulige Bauweise neigen Singlecoils dazu, auf äußere elektromagnetische Einflüsse mit Brummen zu reagieren.

Hals-Tonabnehmer:

Der Tonabnehmer, der in unmittelbarer Nähe des Halses montiert ist.

Steg/Bridge-Tonabnehmer:

Der Tonabnehmer, der in unmittelbarer Nähe des Stegs montiert ist.

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