Gitarre Hersteller_Joyo
Test
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16.06.2020

Joyo Tauren - Joyo Taichi Test

Overdrive-Pedale für E-Gitarre

Preiswerte Legendenjäger

Mit Joyo Taichi und Joyo Tauren legt der chinesische Hersteller zwei Overdrive-Pedale aufs Parkett, deren legendären Vorlagen so manchem Gitarristen das Wasser im Munde zusammenlaufen lassen. Wie der Name Tauren anklingen lässt, verbirgt sich hinter ihm ein Verzerrer, der stark vom Kult-Overdrive schlechthin inspiriert ist, dem Klon Zentaur. Der Taichi hingegen weist sowohl im Klang als auch in der Potibelegung verblüffende Ähnlichkeiten zum Zendrive auf, jenem Pedal, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, die süßen Dumble-Mitten einzufangen.
Erfreulicherweise gehen die Joyo-Varianten deutlich günstiger als ihre prominenten Vorbilder über die Ladentheke, und wer sich für den Direktvergleich mit anderen Modellen interessiert, dem sei unser Audiovergleich Klon- und Dumble-Style-Pedale wärmstens ans Herz gelegt. Wie sich die beiden Varianten von Joyo konkret in der Praxis schlagen, wollen wir hier ergründen.

Details

Gehäuse/Optik

Beide Pedale kommen in sehr robusten Metallgehäusen mit den Maßen 110 x 70 x 50 mm, wobei sich der Tauren in einem Braunton mit beigefarbener Beschriftung, der Taichi hingegen ganz in Silber mit weißem Schriftzug präsentiert. Zum Lieferumfang gehört ein kleines Manual sowie vier anklebbare Gummifüße.
Alle Bedienelemente befinden sich in der oberen Pedalhälfte und entsprechen der Belegung, die man auch bei den berühmten Vorbildern findet. So kommt der Tauren mit drei Potis, während der Taichi vier Regler aufweist, die allesamt mit silbernen Kunststoffknöpfen versehen sind und sich sehr gut ablesen lassen.
Unterhalb der Potis wartet eine kleine, orangefarbene LED, die den Aktivierungszustand signalisiert. Doch das ist in puncto Lightshow noch lange nicht alles: Sowohl front- als auch rückseitig gibt es eine LED-Einrahmung, die sich per Schiebeschalter an der Unterseite genauer einstellen lässt: Entweder ist sie nur angeschaltet, wenn auch das Pedal aktiviert ist, oder aber dauerhaft an- bzw. dauerhaft aus.

Die Klinkenanschlüsse für Ein- und Ausgang sind rechts- bzw. linksseitig platziert und der Eingang für das Netzteil befindet sich an der Front. Dieses wird mit 9 Volt gefüttert und muss im Fall des Tauren 25 mA und im Falle des Taichi 20 mA bereitstellen. Batteriebetrieb ist bei beiden Pedalen nicht vorgesehen.

Bedienung

Tauren

Beim Tauren kann man die Ähnlichkeit im Aufbau zum Klon nicht leugnen. Auch hier zeigen sich drei Potis, wobei Volume die Masterlautstärke und Gain den Grad der Verzerrung bestimmen. Tone ist hier weitaus mehr als einfach nur eine passive Höhenblende, sondern findet im 12-Uhr-Setting eine neutrale Position und kann zusätzliche Höhen hinzufügen. Wie beim Vorbild kommt der Tauren mit einem Buffer, besitzt also keinen True Bypass.

Taichi

Auch beim Taichi fällt auf, dass man sich für die Potibelegung den Hermida Zendrive wohl etwas genauer angeschaut hat. Volume bestimmt die Lautstärke, Gain den Grad der Verzerrung und der Tone-Regler ermöglicht das EQing.
Das Voice-Poti ist ein wichtiger Faktor im Gesamtsound, denn im Prinzip ist es für zwei Aufgaben abgestellt: Einerseits regelt es die Verzerrung im Verbund mit dem Gainregler, zum anderen die Ansprache der tiefen Frequenzen. Daher macht es auch Sinn, zuerst den Voice-Regler einzustellen, bevor man abschließend mit dem Tone-Poti, das eine reine Höhenblende ist, das Finetuning vornimmt. Der Taichi besitzt wie das Original einen True Bypass.

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