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Test
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26.04.2019

JHS Pedals Switchback, Summing Amp und Active A/B/Y Test

Signal-Splitter

Kleine Helfer im Pedalboard

Mit JHS Pedals Switchback, Summing Amp und Active A/B/Y hat der amerikanische Boutique-Pedalbauer neben seinen Effekten auch einige sinnvolle Signal-Splitter im Angebot. Der Switchback schaltet bei Bedarf zwei getrennte Loops, der Summing Amp routet zwei Eingangssignale auf ein Ausgangssignal und last, but not least outet sich der Active A/B/Y als typischer Signalsplitter, der eine Gitarre auf einen oder zwei Amps schickt.

Wenn es darum geht, ein Gitarrensignal nicht auf direktem Weg zu Amp zu schicken, sondern vorher zu splitten, zu routen oder anderweitig zu schalten, dann lauern auf diesen Wegen diverse Klippen, die es zu umschiffen gilt. Und die reichen von Brummen über Phasenprobleme bis hin zu diversen weiteren Einflüssen auf den Gitarrenton. Deshalb werden an diese elektronischen Helfer ganz besondere Ansprüche gestellt, denn sie sollen ihren Job so unauffällig wie möglich verrichten und das Originalsignal im besten Fall völlig unangetastet lassen. Wir wollen wissen, wie es bei unseren Kandidaten um die Signalqualität bestellt ist und welche Einsatzmöglichkeiten sie bieten.

Switchback

Gehäuse

Der JHS Switchback kommt im schwarz lackierten Druckgussgehäuse im Standard-Pedalformat mit den Maßen 66 x 110 x 37 mm (B x T x H) und bringt 188 Gramm auf die Waage. Die Unterseite ist komplett glatt, kann also mit Klettband ausreichend beklebt werden, um das kleine Kästchen im Pedalboard zu befestigen. Alternativ dazu können auch Mounting Plates bequem an den Gehäuseschrauben befestigt werden. Wer das Gerät nicht im Board benutzten möchte, für den liegen kleine, aufklebbare Gummifüße parat. Die Anschlüsse sind an den Seiten platziert, rechts der Input (Guitar) und die beiden Send-Anschlüsse sowie die Buchse für die Remote. Hier kann ein Fußtaster angeschlossen werden, der die beiden Loops umschaltet. Mit dem kleinen Kippschalter auf der Oberseite lässt sich dies auch direkt am Gerät vornehmen. Zwei LEDs geben Auskunft darüber, welcher Loop gerade aktiv ist (grün: Loop 1, rot: Loop 2). Der Ausgang zum Amp und die beiden Returns befinden sich an der linken Seite. Hier ist außerdem der Anschluss für ein Netzteil (nicht im Lieferumfang) angebracht. Der Switchback benötigt 9 Volt (Center Negativ) und hat eine Stromaufnahme von 43 mA.

Einsatzmöglichkeiten

Mit dem Switchback kann zwischen zwei unterschiedlichen Effektloops geschaltet werden. Man kann ihn aber auch so nutzen, dass man die Effekte nur in Loop 1 parkt und auf Loop 2 dann den kompletten Bypass-Sound hat. Oder man steuert mit ihm zwei Amps über die beiden Sends an und schaltet zwischen den beiden hin und her. Für den Einsatz im Board benötigt man allerdings noch einen zusätzlichen Schalter. Eigentlich wäre es Board-kompatibler gewesen und hätte Platz und Geld gespart, wenn man statt des Mini-Schalters einen normalen Fußschalter eingebaut hätte.

Klangqualität

Jetzt geht es an die Signalqualität und die Frage, ob und wie stark diese beim Einsatz des Switchbacks leidet. Im Einsatz ist dabei eine Les Paul und ein Marshall Plexi, der über eine Marshall 4x12 Box (Celestion G12M) läuft, die mit einem Neumann TLM-103 abgenommen wird. Der Plexi ist auf einen mittleren Zerrgrad eingestellt, der einen Pegelverlust recht deutlich mit verändertem Zerrgrad quittiert. Ihr hört zuerst das direkte Signal, also quasi die Referenz, und dann verschiedene Anschlüsse mit dem Switchback. Dessen Signalverlust ist dabei absolut geringfügig.

Active A/B/Y

Gehäuse

Der Active A/B/Y kommt im gleichen Gehäusetyp wie der Switchback, misst 110 x 63 x 48 mm (B x T x H) und wiegt 219 Gramm. Das ist etwas mehr, denn hier sind zwei Fußschalter verbaut. Flankiert werden sie von jeweils einer LED, die den aktuellen Status anzeigt. Mit dem Schalter AB wird zwischen Ausgang A und B umgeschaltet, die LED zeigt grünes Licht, wenn A angewählt ist, bei B leuchtet sie rot. Möchte man beide Ausgänge aktivieren, wird der rechte Schalter (Y) gedrückt und die rote LED daneben leuchtet. Die Anschlüsse sind beim Active A/B/Y komplett an der Stirnseite positioniert, in diesem Fall die beiden Ausgangsbuchsen und eine Eingangsbuchse. Dazu kommt der Anschluss für das Netzteil (nicht im Lieferumfang). Der Active A/B/Y benötigt die übliche 9V-Spannung (Center Negativ) und hat eine Stromaufnahme von 48 mA. Auch dieses Pedal ist an der Unterseite komplett blank und kann komfortabel mit Klettband beklebt werden. Mounting Plates lassen sich an den Gehäuseschrauben befestigen und für den Standalone-Betrieb liegen der Verpackung kleine Gummifüße bei.

Einsatzmöglichkeiten

Beim typischen Einsatz des Active A/B/Y schickt dieser das Signal der Gitarre an zwei Amps und nutzt diese wahlweise einzeln oder gemeinsam. Auf einen Ground Lift-Schalter verzichtet JHS, da ein Ausgang des Pedals mit einem Ausgangsübertrager ausgestattet ist und es laut Hersteller deshalb zu keinem Brummen kommen kann. Darüber hinaus soll dieser für ein absolut geräuschloses Schalten sorgen.

Klangqualität

Auch hier wird jetzt mit der Les Paul und dem Plexi die Klangqualität geprüft. Ihr hört zuerst das Direktsignal von Gitarre und Amp als Referenz und dann mit dem Active A/B/Y dazwischengeschaltet, jeweils Ausgang A und B. Beim Active A/B/Y werden die tiefen Mitten einen Hauch reduziert, aber auch das bewegt sich im mikroskopischen Bereich.

Summing Amp

Gehäuse

Der Summing Amp kommt im schwarzen Mini-Druckguss-Gehäuse und ist auch am einfachsten bestückt. Es misst 93 x 45 x 32 mm (B x T x H) und hat ein Gewicht von 116 Gramm. Der Summing Amp ist quasi das Gegenteil des A/B/Y, denn er hat zwei Eingänge und einen Ausgang. Einen Schalter gibt es nicht, denn die beiden Eingänge werden komplett auf den Ausgang geschaltet. Lediglich eine rote LED gibt Auskunft, dass das Gerät eingeschaltet ist. Dazu muss es mit einer Netzspannung von 9 Volt (Center Negativ) versorgt werden. Den Anschluss für das optionale Netzteil findet man an der Stirnseite, wo auch die beiden Eingangsbuchsen und der Ausgang angebracht sind. Auch beim Summing Amp gibt es die glatte Unterseite - es kann mit Klettband, Mounting Plates oder den beigefügten Gummifüßen gearbeitet werden.

Einsatzmöglichkeiten

Bei zwei Eingangssignalen auf einen Amp fällt einem natürlich erst mal ein, dass man zwei Gitarren an einen Verstärker anschließen kann. Für einen Looper-Artist kann dieses Pedal hilfreich sein, wenn er zwei unterschiedliche Instrumente an einen Looper Eingang anschließen und nicht mit einem Mixer arbeiten möchte. Im Pedalboard kann dieses Teil sinnvoll mit dem A/B/Y eingesetzt werden, wenn man zum Beispiel zwei Effektloops parallel laufen lassen möchte: Im Weg A wird ein Delay mit Viertelnoten geparkt, im Weg B ein Delay mit punktierten Achtelnoten. Diese laufen dann in den Summing Amp und werden auf einen Verstärker geschickt. Das geht natürlich auch mit anderen Effekten in paralleler Verschaltung.

Klangqualität

Das Spiel kennt ihr mittlerweile, die Klangqualität bzw. der Signalverlust wird nun mit der Les Paul und dem Plexi untersucht. Ihr hört zuerst das Direktsignal von Gitarre und Amp als Referenz und dann mit dem dazwischengeschaltetem Summing Amp, einmal Eingang 1 und dann Eingang 2. Auch hier gibt es einen minimalen Verlust der tiefen Mitten, der aber absolut im Rahmen bleibt.

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