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Test
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07.04.2019

JHS Clover Test

Preamp/Booster-Pedal

Multi-Instrumentalist

Mit dem JHS Clover Preamp/Booster-Pedal hat die amerikanische Marke aus Grandville bei Kansas City um Chefingenieur Josh Scott ein Pedal entwickelt, das in ähnlicher Form bereits 1983 das Licht der Welt erblickte. Die Rede ist vom Boss FA-1 FET Amplifier, einem kleinen, portablen Transistor-Preamp, der z.B. auf "Unforgettable Fire" von U2 zu hören ist und zu Joshs Lieblingspedalen zählt.

Da das japanische Vorbild relativ kurz hergestellt wurde und nur noch als begehrtes Sammlerstück zu erwerben ist, entschloss sich Scott kurzerhand, eine eigene Variante des Modells auf den Markt zu bringen. Dieses hat ein paar nette Zusatzfeatures zu bieten und soll nicht nur für den E-Gitarreneinsatz, sondern auch für Akustikgitarren- oder Bassanwendungen prädestiniert sein. Darüber hinaus ist es schaltbar und bietet zusätzlich einen XLR-Output mit Groundlift.

Details

Gehäuse/Optik

Der JHS Clover kommt im klassischen Pedalgehäuse aus Metall mit den Maßen 124 x 72 x 56 mm. Da "Clover" das englische Wort für "Klee" ist, überrascht es nicht, dass die Optik, wie beim Boss-Original, in einem hellen, matten Grünton gehalten ist mit einem gezeichneten schwarzen Kleeblatt auf der Oberseite.

Hier finden sich auch vier schwarze Kunststoffpotis samt roter Markierung und ein Dreifach-Drehschalter im gleichen Outfit. An üblicher Stelle wartet der Fußschalter und rechts daneben eine rote LED, die den Betriebszustand anzeigt - ein Novum gegenüber dem Boss-Preamp, der ohne auskommen musste.

Rechtsseitig findet sich der Eingang in Form einer Metallklinkenbuchse und weiter vorne ein versenkt angebrachter Schalter zur Aktivierung des Low Cuts. Die gegenüberliegende Seite hält den Output sowohl in Form einer Klinken- als auch einer XLR-Buchse bereit, sowie einen ebenfalls tiefer gelegten Groundlift-Schalter. Die Stirnseite liefert Platz für das optional erhältliche 9V-Netzteil, welches das Pedal mit 45,5 mA füttern muss. Alle Bedienelemente wirken sehr hochwertig verarbeitet und alle Buchsen sind solide verschraubt. Der Boden ist mit vier Kreuzschrauben sicher arretiert, muss jedoch grundsätzlich nie abgenommen werden, da kein Batteriebetrieb vorgesehen ist.

Zum Lieferumfang gehören vier anklebbare Gummifüße der Firma 3M, ein Gravity Pick, ein Sticker und ein kleines Manual.

Bedienung

Das Clover Pedal versteht sich als Preamp, DI-Box und EQ, aber auch als amtlicher Booster, der vor Amps oder Verzerrern eingesetzt werden kann. Die Vorlage für dieses Pedal war, wie oben erwähnt, der Boss FA-1 FET Amplifier, und in der Tat ähneln viele Elemente der Ur-Version, die jedoch nur drei Potis und einen Lowcut-Schalter aufwies.

Ein gravierender Unterschied liegt in der Wahlmöglichkeit von drei Betriebsmodi:

  • No EQ: fungiert als reiner Clean-Boost und die EQ-Sektion ist wirkungslos.
  • No Mids: ist eine exakte 1:1 Kopie des Boss FA-1 Pedals, das im Unterschied zum Clover keinen Mittenregler besaß.
  • Full EQ: stellt die volle EQ-Funktion bereit

An Potis haben wir zum einen den Volume-Regler, der einen Volumen-Boost von bis zu 24dB bei linearem EQ ermöglicht und damit eine Amp-Vorstufe oder Zerrpedale ordentlich ankitzeln kann. Hier liegt bei ca. 8 Uhr Unity-Gain vor.

Der Equalizer arbeitet als Dreiband EQ und liefert folgende Eingriffsoptionen:

  • Treble +/- 15 dB Kuhschwanzfilter (shelving filter) bei 10 kHz
  • Middle +/- 15 dB Glockenfilter (peaking filter) bei 1,3 kHz
  • Bass +/- 15 dB Kuhschwanzfilter (shelving filter) bei 270 Hz

Der Low-Cut, der auf der Oberseite des FE-1 anzutreffen war, ist hier seitlich als Dip-Schalter untergebracht und senkt die Frequenzen bis 212 Hz um 3 dB, was dafür sorgen kann, dass sich die Gitarre im Gesamtfrequenzbild einer Band aufgeräumter platziert.
Die linksseitig angebrachten Ausgänge sind klanglich absolut identisch, wobei der XLR-Output für die Anwendung von Akustikgitarren oder Bass direkt ins Mischpult vorgesehen ist. Im Falle vom Brummproblemen lässt sich seitlich ein Groundliftschalter aktivieren.

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