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05.12.2018

Jam-Tracks Vol. 7 - Die II-V-I-Verbindung in Dur für die Gitarre

Gitarren-Workshops: Jam- und Backing-Tracks zum Solo-Üben und Jammen

In der siebten Folge unserer Jam-Track-Serie wollen wir einen genaueren Blick auf die sogenannte II-V-I-Verbindung werfen, die besonders im Jazz beliebt ist.
Aber keine Sorge, auch wenn die Jazzgitarre nicht eure erste Wahl sein sollte, ist es absolut lohnenswert, sich mit Improvisationskonzepten über diese Akkordverbindung vertraut zu machen. Denn auch in der Pop- und Rock-Musik finden wir die 2-5-1-Kadenz wieder.

Heute soll es zunächst um die II-V-I-Verbindung in einer Durtonart gehen. Mit der Bezeichnung sind die Stufen der Tonart gemeint, die meist mindestens in Vierklängen erklingen. Da Bb-Tonarten im Jazz sehr beliebt sind, habe ich diesen in den folgenden sechs Jam-Tracks etwas den Vorrang gegeben.

Bevor wir uns ein wenig genauer die möglichen Skalen und Improvisationskonzepte anschauen wollen, kommen hier erst einmal die sechs Tracks in unterschiedlichen Tonarten.

Jamtrack II V I (C-Dur) - Basistonart: C-Dur - Tempo: 98 BPM

Akkordfolge: | Dm7 | G7 | CMaj7 | CMaj7 |

Jamtrack II V I (F-Dur) - Basistonart: F-Dur - Tempo: 98 BPM

Akkordfolge: | Gm7 | C7 | FMaj7 | FMaj7 |

Jamtrack II V I (Bb-Dur) - Basistonart: Bb-Dur - Tempo: 98 BPM

Akkordfolge: | Cm7 | F7 | BbMaj7 | BbMaj7 |

Jamtrack II V I (Eb-Dur) - Basistonart: Eb-Dur - Tempo: 98 BPM

Akkordfolge: | Fm7 | Bb7 | EbMaj7 | EbMaj7 |

Jamtrack II V I (G-Dur) - Basistonart: G-Dur - Tempo: 98 BPM

Akkordfolge: | Am7 | D7 | GMaj7 | GMaj7 |

Jamtrack II V I (D-Dur) - Basistonart: D-Dur - Tempo: 98 BPM

Akkordfolge: | Em7 | A7 | DMaj7 | DMaj7 |

Skalen

Auch wenn die II-V-I-Verbindung gern genutzt wird, um in unterschiedliche Tonarten zu modulieren, handelt es sich hier zunächst um eine sogenannte diatonische Akkordverbindung, bei der alle Akkorde aus derselben Tonart stammen.

Es spricht also nichts dagegen, mit der Durtonleiter oder Durpentatonik der jeweiligen Tonart über diese Verbindung zu improvisieren.
Fingersätze zur Durtonleiter und Dur-Pentatonik findet ihr hier:

Möchte man aber seine Melodielinien ausdrucksstärker gestalten bzw. harmonisch auf den Punkt bringen, empfiehlt sich ein genauer Blick auf die einzelnen Akkorde und deren Skalen bzw. Akkordtöne. Für die zweite Stufe erklingt im Detail die dorische Molltonleiter. In der Grundtonart C-Dur wäre das also D-Dorisch. Für den Dominantsept-Akkord bieten sich einige Möglichkeiten. Die Basis ist aber die mixolydische Tonleiter. In C-Dur handelt es sich dabei um G-Mixolydisch. Da die Akkorde aber funktionsharmonisch interagieren, ist eine modale Betrachtung nicht unbedingt zielführend.
Eher bieten sich Akkord-Arpeggios an, mit denen man die Töne des jeweiligen Akkords einzeln ausspielt. Besonders ausdrucksstark erweist sich hier die Terz und Septime des jeweiligen Akkords. Mit anderen Worten: Lernt unbedingt, die Akkorde in einzelne Töne auf dem Griffbrett aufzubrechen!

Hier findet ihr einige Anregungen zur Improvisation mit Akkordtönen:

Falls euch übrigens einige Begrifflichkeiten neu sind, ist das völlig normal. Es klingt auch alles immer etwas komplizierter, als es am Ende ist.

Unsere Theorie Workshops helfen hier weiter.

Anregungen zum Üben

Auch wenn es musikalisch zunächst nicht besonders tiefsinnig wirkt, ist es absolut sinnvoll, die Arpeggios in der jeweiligen Lage vom Grundton aus in Achtelnoten ohne weitere Verzierungen auszuspielen. Wenn ihr hier sicher seid, könnt ihr anfangen, kleine Melodielinien zu kreieren. Um ein gutes Händchen für diese Art der Akkordfolge zu bekommen, bieten sich auch immer sogenannte II-V-I-Licks als Grundlage an, von denen jeder professionelle Spieler einige in der Hinterhand hat. Wenn ihr schon soweit seid, versucht doch mal ein II-V-I-Lick von einer Aufnahme, die euch gut gefällt, zu transkribieren. Es lohnt sich!

Und nun viel Spaß beim Jammen!

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