Feature
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27.09.2018

Interview und Gear-Chat: Tommy Baldu

Ein Interview mit dem Schlagzeuger und Visionär

Über Kunst, Kommerz und die Suche nach dem persönlichen Sound

Tommy Baldu ist nicht nur Trommler, sondern vor allem Visionär. Hat er einmal etwas vor Augen, verfolgt er es kompromisslos bis zum Ziel. Der 1966 in Karlsruhe geborene und noch heute in einem nahegelegenen Dorf lebende Musiker ist ständig auf der Suche. Auf der Suche nach dem perfekten Sound, der richtigen Energie für jeden Song und immer nach der nächsten großen Herausforderung. Dabei scheint er nie müde zu werden und möchte nur, wie er einmal sagte, „jeden Tag ein Stück mehr Baldu werden“. Was auf diesem Weg bislang schon alles passierte, wo die Reise noch hingeht, und was ihm bei der Musik am wichtigsten ist, erzählte er uns im Interview.

Der sympathische Süddeutsche tourte bereits mit Bands um die Welt, stand auf den größten Bühnen, ja sogar im Stadion und brach dann alles auf die Essenz herunter. Raus aus den großen Jobs und hin zu der Musik, die er eigentlich immer machen wollte. Nebenbei gründete er „Das Vereinsheim“, ein Kollektiv aus Musikern, die jedes Konzert zu einem einzigartigen Erlebnis machen, indem sie bekannte Gäste einladen und inmitten des Publikums ein einmaliges Konzert spielen. Außerdem produziert Tommy Baldu Künstler, schreibt Songs und ist weiterhin als Studiodrummer aktiv. So landete er auf Erfolgsalben von Xavier Naidoo, Laith Al-Deen, Söhne Mannheims und Pohlmann.

Hallo Tommy. Erzähl doch mal ein bisschen von den Anfängen! Wie bist du zur Musik gekommen?

Bei mir hat das wirklich ganz klassisch angefangen, indem ich auf Kochtöpfen gespielt habe. Meine 11 Jahre ältere Schwester war damals mit einem Jazztrommler zusammen. Das war natürlich großes Glück für mich. Dem habe ich wirklich viel zu verdanken, weil er ein guter Lehrer war, mir den Zugang zum Instrument vermittelt und das Feuer für Musik entfacht hat. Das war nicht so stupide nach einem Lehrbuch für Anfänger, was mir damals sehr gefallen hat. Dann bin ich den typischen Weg über den dörflichen Musikverein und Schülerbands gegangen, weil ich sofort mit anderen Leuten zusammen Musik machen wollte.

Hast du dich damals viel mit Jazz beschäftigt?

Naja, also ich würde mich zumindest nie als Jazzdrummer bezeichnen, aber ich habe zum Beispiel mit Traditional Grip angefangen, den ich noch heute spiele. Natürlich habe ich mich durch den Unterricht mit Jazz befasst, aber meine Schülerband hieß beispielsweise „Burning Strings“, und wir wollten ganz klar Rockstars werden. (lacht) Ich war zwar offen für Jazz und habe auch zeitweise in einer Fusion Band gespielt, aber das waren eher Erkundungsversuche, um den eigenen Sound zu finden. Das ist ja oftmals eine ziemlich lange Reise zu sich selbst.

Hast du auch noch andere Instrumente gelernt?

Ja, ich spiele auch Gitarre und genieße es, dass ich in meinem Homestudio immer wieder mal Gitarren aufnehme. Ich habe da auch einige Amps stehen und befasse mich sehr mit dem Sound von Gitarren.

Wie ging dein Weg weiter? Hast du später Schlagzeug studiert?

Nein, ich habe dann in einem Musikladen gearbeitet und nebenbei immer in Bands gespielt. Als ich 20 Jahre alt war, habe ich dann den Job als Drummer bei Edo Zanki bekommen. Er ist ein Soulsänger und Produzent, der heute noch aktiv ist. Das war der erste Künstler, mit dem ich im Studio gearbeitet und auch auf Tournee gegangen bin. Bei ihm habe ich wahnsinnig viel gelernt und viel zu tun gehabt. Auf einmal hatte ich dann eine Steuernummer und war selbstständiger Musiker. Durch Edo Zanki habe ich irgendwann auch Herwig Mitteregger von Spliff kennengelernt, den ich dann auch auf ein paar Tourneen begleiten durfte. Das war für mich wirklich eine Ehre, weil ich großer Spliff und Nina Hagen Band Fan war. Danach habe ich dann mit der Band „Six Was Nine“ gespielt, die in den Neunzigerjahren mit „Drop Dead Beautiful“ ihren großen Hit hatten. Das war noch die richtige Hochzeit der Plattenindustrie, die uns nach Amerika ins Studio und mit Tina Turner auf Tour geschickt hat. Geld schien damals keine Rolle zu spielen, weshalb uns die Plattenfirma dann auch zwei Wochen nach New Orleans und vier Wochen nach England geschickt hat, damit wir ein Hit-Album aufnehmen. Das war 1996, eine unglaublich ereignisreiche Zeit für mich, in der ich aber auch noch ziemlich blauäugig war, denn natürlich sollte man all das am Ende durch Plattenverkäufe zurückzahlen. Das passierte dann nicht, und nach der Tour mit Tina Turner, bei der wir in ganz Europa und sogar im Wembley-Stadion als Vorgruppe gespielt haben, war ich wirklich einfach abgebrannt und pleite auf dem Boden der Tatsachen angekommen. Der Plattenvertrag wurde dann ziemlich schnell gecancelt, und somit war der Traum vom Dasein als Rockstar erstmal ausgeträumt. Ich bin dann mit einer befreundeten Sängerin nach Nashville gegangen, um etwas Eigenes zu starten, denn mein Hunger nach Musik war nach wie vor riesengroß. Kurz danach bin ich dann bei Laith Al-Deen eingestiegen.

War damals sein Hit „Bilder von dir“ schon veröffentlicht?

Nein, wir kannten uns schon vorher und haben in einem kleinen Club in Karlsruhe jede Woche einen Steady Gig gespielt. Parallel dazu hat er dann bei Sony einen Plattenvertrag bekommen. Den Groove auf „Bilder von dir“ habe ich später sogar mit programmiert. Der Hit hat ihm viele Türen geöffnet, und es gab viele Tourneen und Studioproduktionen, wodurch ich vier, fünf Jahre sehr beschäftigt war. Und dann bin ich irgendwann ausgestiegen.

Warum?

Ich habe damals schon gerne Vintage Drums gespielt, und das war so überhaupt nicht angesagt. Es gab dann einen Moment bei einem Support-Gig von Laith Al-Deen bei Pur, bei dem ich gemerkt habe, dass ich klanglich in eine Ecke gedrängt wurde. Die Pur-Techniker kamen immer und meinten, dass man mein Schlagzeug mal richtig stimmen muss, und einmal hat tatsächlich ein Backliner meine alten Becken mit so einem Cymbal Cleaner geputzt, wodurch der Sound komplett verändert wurde. Über die Jahre sammelt sich ja der ganze Schmutz, Staub und Schweiß und erzeugt eine Patina, weswegen die Becken so gut klingen. Das waren die Zeiten, in denen du schief angeguckt wurdest, wenn du ein Handtuch auf die Snare gelegt hast. Ich schätze Laith sehr, und er ist ein unglaublich guter Sänger, aber irgendwann haben mich die Hits und die Art der Musik einfach gelangweilt, bis ich mich schließlich beim Spielen nicht mehr gemocht habe. Ich hatte das Gefühl, dass ich zwei Stunden lang den gleichen Beat spiele und klanglich überhaupt nicht flexibel sein durfte. Alles aus der Produktion sollte bis zum letzten Schlag der Triangel nachgeturnt werden, und ich wollte mit der Band lieber freier spielen, vielleicht auch trashiger klingen, um sich irgendwie auch abzusetzen. Irgendwann habe ich dann realisiert, dass nicht die anderen das Problem sind, sondern ich da raus musste, wenn ich wirklich glücklich werden wollte. Es ist mir nicht leicht gefallen zu gehen, weil das auf dem damaligen Höhepunkt des Erfolgs war und der Gig natürlich auch meine Haupteinnahmequelle war, aber ich musste einfach was ändern. Ich hatte richtig Schiss damals, aber rückblickend war das für mich eine richtungsweisende Entscheidung. Ich habe einen klaren Sound, den ich verfolgen will, an den ich glaube und bleibe dem auch treu.

Ich habe das Gefühl, dass es heute immer wichtiger wird, seine Nische zu finden und den eigenen Sound zu definieren. War das damals auch schon so? 

Nein, als ich 2004 dort ausgestiegen bin, war das keinesfalls so. Ich hatte auch Phasen, in denen ich dachte, dass mir meine Entscheidung auf die Füße fällt und das alles so nicht aufgeht. Zu der Zeit war schon wirklich ein anderer Sound gefragt, als ich ihn gemacht habe. Den mumpfigen Sound fanden zwar alle spannend, aber du glaubst gar nicht, wie oft ich frustriert war, als ich dann das Endresultat einer Studioproduktion gehört habe. Es ist nicht selten so gewesen, dass meine alten Drumsets im Studio abgefeiert wurden und im Mix dann alles so gedreht wurde, dass es wie ein neues Yamaha Set klang. Deshalb habe ich irgendwann auch angefangen, mich selbst aufzunehmen, damit ich darüber mehr Kontrolle habe. Aber es stimmt schon, damals war es schwierig, überhaupt einen Platz zu finden, und heute ist es auf einmal ein hipper Sound. Das ist schon verrückt, auf einmal ist das angesagt, was man schon immer gemacht hat. Es kann aber natürlich auch sein, dass in fünf Jahren wieder was völlig anderes angesagt ist. Ich glaube aber, dass es mehr denn je wichtig ist, an sich selbst und seinem Sound am Instrument zu arbeiten. Man muss nicht alles können, sondern wird dann schon für die Musik angerufen, in der man sich zuhause fühlt und sich nicht verbiegen muss. Es ist auf jeden Fall eine lange Reise zu sich selbst, die eigentlich nie aufhört. Aber es macht immer mehr Spaß, weil man irgendwann mehr Ruhe und Selbstsicherheit bekommt. Ich muss nicht mehr im großen Stadion spielen, sondern für mich ist der größte Erfolg, wenn ich tolle Musik machen darf und am Ende des Monats der Kühlschrank gefüllt ist und meine Familie etwas zu essen auf dem Tisch hat. Wenn ich mal 80 Jahre alt werde, wünsche ich mir, dass ich auf vielen schönen Platten gespielt habe, die ich gerne höre. Das ist mein Ziel, und ich merke immer wieder, dass man davon in der Profiwelt ganz schnell abgebracht werden kann. Es gibt viele Kollegen, die mitunter auch frustriert sind, weil sie Musik spielen, bei der zwar das Geld stimmt, die sie aber nicht erfüllt. Und das ist einfach nicht mein Weg.

Wie ging es nach deinem richtungsweisenden Ausstieg bei Laith Al-Deen weiter?

Danach habe ich zusammen mit der Sängerin Sandie Wollasch, dem Pianisten Sebastian Studnitzky und dem Bassisten Michael Paucker eine Band gegründet, die Triband hieß. Da wollten wir es nochmal richtig wissen, und es lief auch eine Zeit lang richtig gut. Wir haben Preise bekommen, und es ist langsam immer weiter gewachsen, bevor es leider an den zu unterschiedlichen Interessen der Bandmitglieder scheiterte. Natürlich war der ganz große Erfolg auch nicht da, und so ist uns irgendwann die Puste ausgegangen. Seitdem hatte ich eigentlich ein bisschen die Schnauze voll davon, eine Band zu gründen und habe dann das „Vereinsheim Baldu“ ins Leben gerufen. Das ist keine Band, aber ein Kollektiv, mit dem ich von Zeit zu Zeit Musik mache. Wir treffen uns, erzählen uns, wie es uns geht und hören gute Musik. Dreimal im Jahr spielen wir dann in Karlsruhe, Mannheim, Freiburg und Mainz Konzerte. Ich hatte damals mit einem Sänger ein paar Songs geschrieben, und als klar war, dass es zu wenige für ein Konzert waren, haben wir Gäste eingeladen. Das hat sich über die Jahre so wunderbar entwickelt, dass mittlerweile alle Konzerte immer ausverkauft sind und wir jedes Mal neue tolle Künstler mit an Bord haben. Wir spielen dabei in der Mitte des Raums, und das Publikum sitzt um uns rum. Dabei gibt es auch keine Monitorsysteme, weil die Boxen über uns hängen. Es ist eine Art „Wohnzimmer der Sinne“, da auch ein Videokünstler mit Visualisierungen zur Musik beiträgt. Wir proben auch gewollt nur einen Tag und sind auf dünnem Eis unterwegs. Das genieße ich sehr, weil die Musiker sich nicht verstecken können, sondern einfach spielen. Improvisation spielt da natürlich eine große Rolle. Künstler wie Cäthe, Pohlmann, Tim Neuhaus und Kat Frankie waren schon als Gäste da, und die lassen sich dann auch richtig darauf ein. Sie wohnen während der Vorbereitung alle in meinem kleinen Dorf, und ich genieße es sehr, sie kennenzulernen. Das ist ein großer Spaß, und ich habe darüber natürlich auch unglaublich viele Leute kennengelernt, mit denen ich immer mal wieder Musik mache. Für mich ist dabei der Austausch wichtig, den ich im heutigen Studioalltag, bei dem sich die Musiker kaum noch sehen, sehr vermisse.

Da hast du Recht. Gerade wenn Files nur über das Internet hin- und hergeschickt werden, bleibt selten Zeit für das wirkliche miteinander Musizieren.

Ja, ich kann das ja einerseits auch gut verstehen, weil die Budgets knapp sind und man kaum Zeit hat, aber man sollte sich ja schon drüber austauschen, an welchem Song man überhaupt arbeitet und was man damit ausdrücken will. Ich habe in Los Angeles mal Jay Bellerose kennengelernt und hatte einmal die Gelegenheit, ihn bei einer kleinen Studiosession zu begleiten. Da habe ich gesehen, was ihm wichtig ist. Mich hat es total beeindruckt, dass alle ihre Handys weggelegt haben, bevor sie ins Studio gegangen sind und sich dann mit dem Künstler über den Songtext ausgetauscht haben. Als sie dann die Takes zu den Songs gespielt haben, war das alles sehr intensiv, hatte ein tieferes Gefühl und eine höhere Konzentration auf den Song. Ich versuche das bei meinen Produktionen auch zu erzeugen und investiere lieber zwei Stunden mit dem Künstler oder der Band im Gespräch, als einfach nur Spuren einzuhacken. Ich glaube auch, dass die Hörer das unbewusst mitbekommen. Der Mensch hat doch seine Sensoren für Energien und Stimmungen, und ich bin mir sicher, dass die Hörer die Wertigkeit von gut gemachter Musik erkennen. Natürlich ist es auch eine Qualität, wenn man alleine einspielt und alles so exakt wie möglich spielt. Ich mache das von Zeit zu Zeit auch gerne, wenn das jedoch die einzige Art zu arbeiten ist, finde ich das auf Dauer stupide.

Mit welchen Produktionen bist du momentan beschäftigt?

Ich habe gerade das neue Gregor Meyle Album eingespielt, was großen Spaß gemacht hat. Wir haben uns da als Band vier Tage im Studio in Mannheim eingeschlossen und die Songs eingespielt. Auf der letzten Xavier Naidoo Platte, die Jules Kalmbacher produziert hat, habe ich zu den programmierten Beats der Produktion Drums gespielt. Demnächst kommt dann die neue Platte der Sängerin Phela, die wir auf Teneriffa aufgenommen haben. Außerdem habe ich noch auf dem neuen Album von Florian Ostertag, dem Pianisten von Philipp Poisel, gespielt. Das sind alles Produktionen, die mir sehr gefallen haben.

Sagst du auch Studioproduktionen ab?

Das kommt eigentlich nicht vor. Aber Live sage ich schon Sachen ab. Ich wurde zum Beispiel für die Kelly Family gefragt, aber das ist einfach nicht meine Welt.

Hast du Pläne für die Zukunft oder lässt du die Sachen eher auf dich zukommen?

Hmm...ich habe manchmal schon ein bisschen Respekt vor meiner Einstellung. Ich bin jetzt 52 und bekomme keine Anrufe von Teeniebands mehr. Durch mein aktuelles Herzensprojekt „Roforofo“ mit dem isländischen Gitarristen Ómar Guðjónsson komme ich aber viel raus aus Deutschland und hoffe, dass ich da ein bisschen über den Tellerrand gucken kann. Die Musik, die ich liebe, kommt meistens nicht aus Deutschland, weil vor allem an der Spitze der Popmusik schon eine ganze schöne Einbahnstraße verläuft. Viele Platten klingen gleich, und ich frage mich manchmal, ob ich überhaupt auf einer von ihnen spielen wollen würde. Deshalb ist für mich der Reiz, mit ausländischen Produzenten und Künstlern zu arbeiten, immer größer. Ich habe das große Glück, dass mein Studio in meinem Haus ist. Wenn das also mal zwei Monate leer steht, juckt mich das nicht. Aber es wächst trotzdem glücklicherweise immer weiter, und das freut mich sehr.

Bist du auch dein eigener Engineer in deinem Studio?

Ja, und das beinhaltet auch, dass ich den Sound so färbe, wie ich es für richtig halte. Gerade habe ich auch die Annett Louisan Platte dort eingetrommelt und habe mich da klanglich ziemlich aus dem Fenster gelehnt. Ich dachte zwischenzeitlich, dass bestimmt bald der Produzent Michael Geldreich anruft und mich fragt, ob ich ihm die Files mal ohne die ganzen Plugins schicken kann, aber er hat es so genommen. Das freut mich natürlich, weil ich so meinen Sound machen konnte und wieder etwas Neues gelernt habe. Vieles mache ich einfach intuitiv und drehe die Sachen so, wie ich sie bei anderen Platten gut finde. Es gibt ja keine Regeln, sondern man muss eine Idee und den Mumm haben, sie ohne Rücksicht durchzuziehen. Das kann eben auch mal heißen, dass man einen Kompressor so reindreht, wie man es eigentlich nicht machen sollte, aber dadurch der besondere Sound entsteht.

Hast du Lieblingsequipment, mit dem du besonders häufig spielst?

Ja, ich habe damals auf der Tournee von Robert Plant & Alisson Krauss das erste Mal Jay Bellerose gesehen. Ich war begeistert von der Platte, und just in dem Zeitraum gab es eine Tour in Deutschland. Hin und weg von dem Konzert und begeistert von Jays Drumsound habe ich dann recherchiert, welches Drumset er spielt und schließlich ein halbes Jahr später ein Slingerland Rolling Bomber Drumset für 500 Euro gefunden und gekauft. Ich habe das Set dann bekommen und ein Jahr lang erstmal beschissen geklungen, weil man sich echt daran gewöhnen und lernen muss, die Drums zu spielen. Danach habe ich ein Slingerland Radio King von 1946 gefunden und über die Jahre auch alte Ludwig und Gretsch Drums gekauft. Ich liebe alte Schlagzeuge, aber ich bin auch ein Fan davon, irgendwo hinzufliegen und aus dem Equipment vor Ort das Beste rauszuholen. Den Großteil des Sounds hat man doch eh in den eigenen Fingern. Meine Becken nehme ich allerdings mit. Ich habe viele alte Hi-Hats, vor allem Zildjian Avedis in 16 Zoll, die diesen matten Vintage Sound haben und die man ja trotzdem noch recht günstig bekommt.

Kombinierst du die alten Drums und Becken auch mit neuem Equipment?

Ja, es gibt so eine Dave Weckl Signature Snare in 13 Zoll mit zwei Teppichen, die ich sehr häufig nutze. Dave Weckl ist zwar klanglich ganz weit weg, aber man kann den einen Teppich sehr lose machen und den anderen sehr straff spannen und hat so eine Definition und trotzdem diesen trashigen Faktor. Das ist eine tolle Idee. Ich bin auch manchmal überrascht, wie fett die klingen kann. Ansonsten habe ich aber auch eine Ludwig Supraphonic aus den Sechzigerjahren und eine Radio King Snare. Außerdem kaufe ich auch auf dem Flohmarkt, wenn ich da interessante Sachen finde. Ich habe eine alte Lefima Marching Snare, die tierisch klingt. Die hat mich damals fünfzig Mark gekostet. Ich habe mir mal von Brady eine nachbauen lassen, um die dann in „geil“ zu haben. Die Lefima gewinnt aber immer. Wie du siehst, ich habe einen Keller voll Drums und super viel Percussion. Es hört eigentlich nie auf.

Vielen Dank für's Gespräch!

  • Tommys Equipment:
  • Drums: Verschiedene Vintage Sets, oben abgebildet:
  • Slingerland Radio King (1946)
  • 26“ x 14“ Bassdrum
  • 13“ x 9“ Tom
  • 16“ x 16“ Floortom
  • Snare: 1920s Ludwig Snare
  • Becken:
  • 16“ Avedis Zildjian Hi-Hat (Vintage), 22“ Zildjian Constantinople Ride, 20“ Anatolian Sizzle Ride
  • Felle: Aquarian American Vintage

Website von Tommy Baldu: tommybaldu.de

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