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Test
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26.09.2019

Inear Display BowEcho Test

Freeware Delay Plug-in für MacOS, Windows und Linux

Modular-Sound-Mangler mit Vorschlaghammerqualitäten

Die von Thomas Hennebert seit 2012 im Alleingang geführte Soundschmiede Inear Display hat sich der Entwicklung besonders kreativer und innovativer Plug-ins verschrieben. So findet man auf der Homepage des Herstellers eine „Granular Exploration Box“, eine „Digital Chaos Unit“ oder auch eine „Brutal Distortion Unit“. Schon die Namen riechen quasi nach purer Innovation.  

Hennebert selbst sagt von sich, dass er sich vor allem „heavily on the modular and generative aspects of audio software with the hope to make inspiring tools for musicians and sound designers“ fokussiert.  

Die Linie führt er auch in der Zusammenarbeit mit der Marke Glitchmachines fort. Wer neue Wege sucht Klang zu beeinflussen und zu verändern, sollte sich unbedingt intensiv mit den Produkten beider Firmen beschäftigen.   
Ob auch das BowEcho in dieser Tradition steht und ob es überzeugen konnte, lest ihr im folgenden Test.

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Details

Allgemeines

Das BowEcho gibt es in 32- und 64-Bit für Windows, MacOS und Linux. Ihr könnt alle Formate in einer einzigen, 11,8 MB großen Zip-Datei direkt von der Homepage des Entwicklers herunterladen. Dort findet ihr ebenfalls den Key, um die Demo-Version nach der Installation freizuschalten. Kopiert den Code einfach über Strg-C und klickt im Plug-in dann erst auf den Menu-Button und im sich öffnenden Menu schließlich ganz unten auf „Paste Key“. Damit ist das Plug-in registriert und ihr könnt es unbegrenzt benutzen.

Der Entwickler weist allerdings darauf hin, dass der Support des BowEcho eingestellt wurde und somit zukünftig keine Updates mehr erhältlich sein werden. Das gilt auch für drei weitere Plug-ins, nämlich GORGON, R_MEM und DANAIDES. In der Download-Datei ist ebenfalls eine sehr ausführliche Betriebsanleitung im PDF-Format enthalten.

GUI

Die Bedienoberfläche ist sehr übersichtlich gestaltet und in ansehnlichem Grün, Weiß und Grau gehalten. Ganz oben erwartet uns neben einem Schriftzug und dem Status der Registrierung die Preset Sektion. Entweder man klickt auf den Namen des Presets um das dazugehörige Menü zu öffnen, oder man benutzt die beiden Pfeile daneben, um so zum nächsten oder vorherigen der 81 Presets zu springen. Gerade auf der Suche nach Inspiration ist das ein unverzichtbares Feature. Dann folgen zwei Buttons zum Speichern und Laden von Presets. Zum Schluss gibt es dann noch drei weitere Knöpfe. Der Erste triggert die Random-Funktion, das ist immer interessant, wenn man sich gerne selbst überraschen lassen möchte. Der Zweite ist der Panic-Knopf, für den Fall, dass man sich einmal völlig verfahren hat. Über den dritten Knopf kommt man ins Menu.

Der Hauptteil der GUI besteht aus drei Reihen. In der ersten haben wir vier Delay-Module, in der zweiten vier Mixer-Module und in der dritten vier LFOs. Bei den Delay- und den Mixer-Modulen lassen sich der jeweilige Input und Output frei wählen, jeweils mit Dry/Wet-Regler. So kann man sich eine schier endlose Kette von nacheinander geschalteten Prozessen bauen und das Ausgangssignal bis zur Unkenntlichkeit verfremden. 

Die Delay-Time kann sich zwischen 1 und 1000 Millisekunden, im Sync-Modus zwischen 1/128 und 1 bewegen. Das Feedback wird in Prozent eingestellt. Die Mix-Module können über die Mix-Funktion hinaus auch für Ring-Modulation, Gain-Adjustment, Low-Pass-Filtering sowie Stereo Splitting genutzt werden. Die LFOs lassen sich zwischen 0,13 und 40 Hertz ansteuern. Als Wellenformen stehen Sine, Square, Saw Up, Saw Down, Triangle und S&H zur Verfügung.

Zum Schluss gibt es am unteren Ende des Plug-ins eine weitere Zeile. Ganz links wird uns der im Moment eingestellte Parameter mit dazugehörigem Namen und dem jeweiligen Wert angezeigt. Daneben folgt die MIDI-Sektion, mit deren Hilfe ein Parameter mit einem MIDI-Controller gekoppelt werden kann. Und zum krönenden Abschluss gibt es noch die Output-Sektion. Hier wird entschieden, welches Modul zum Output des Plug-ins geschickt wird und mit welcher Lautstärke. Außerdem gibt es noch einen Dry/Wet-Regler und eine Modulationssektion.  

Ebenfalls sehr interessant ist die Tatsache, dass sich auch die Größe des Plug-ins frei einstellen lässt. 

Sound

Das BowEcho Delay ist eher für die grobe Arbeit gemacht. Dezente Delay-Effekte lassen sich zwar herstellen, allerdings ist das gar nicht so einfach. Am besten nutzt man das Freeware-Plug-in für kreative Effekte, für die brachiale Entfremdung des Originalsignals und nicht zuletzt zum Ausprobieren und zum Spaß haben. Letzteres lässt sich kinderleicht vor allem durch die Random-Funktion erreichen. 

Hören wir uns das an mehreren Beispielen an.

Fazit

Während man beim Namen BowEcho noch an ein eher harmloses Delay-VST denkt, lässt seine Beschreibung als „modular sound mangler“ allerdings bereits erahnen, welche Möglichkeiten tatsächlich unter der Haube des BowEchos schlummern. Besonders die Routing-Optionen der einzelnen Module untereinander eröffnen fantastische Klangwelten. Die Ergebnisse sind oft unerwartet, und zwar besonders dann, wenn man die Random-Funktion benutzt. Wer nach einem klassischen Delay sucht, ist hier völlig falsch. Aber wer auf die Suche nach neuen Klängen gehen möchte, um seine Kompositionen und Sound-Designs mit neuem Leben zu erfüllen, der findet im BowEcho ein sagenhaftes Tool, das keine klanglichen Grenzen zu haben scheint.

Den Plugin-Download findet ihr hier! 

  • Pro
  • Perfekt für drastische Effekte
  • Wunderbar in Komposition und Sounddesign einsetzbar
  • Vier Delaylines und unzählige Modulationsoptionen
  • umfangreiche Preset-Liste erleichtert den Einstieg
  • Contra
  • Routing ist relativ umständlich
  • Quasi nur für spezielle Effekte einsetzbar

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