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Test
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15.09.2016

IK Multimedia iLoud Micro Monitor Test

Mini-Studiomonitore

Kleine, aktive Zweiwege-Abhöre in Studioqualität

Von der Firma IK Multimedia gibt es ab Oktober 2016 sehr kleine Abhör-Monitore in Studioqualität. Mit der Bezeichnung „iLoud Micro Monitor“ baut der italienische Hersteller IK Multimedia nicht nur sehr kleine, sondern für diese geringen Ausmaße auch erstaunlich gut klingende Monitorboxen. Könnten größere, teurere Systeme damit ausgedient haben, oder sind die iLoud Micro Monitorboxen eher etwas fürs Kinderzimmer?

Details

Zwei Wege und Bluetooth

Die iLoud Micro Monitore sind ultrakleine, aktive Zweiwege-Abhöre. Von den Ausmaßen her ähneln sie den Billigst-Computerboxen aus dem Multimedia-Supermarkt. Mit etwa 18 mal 13 mal 9 Zentimetern sind sie nur ein bisschen kleiner als ein Ziegelstein und liegen sogar ähnlich schwer in der Hand. Zumindest kommt es mir so vor. Das Paar besteht aus einer linken Box mit Bedienelementen und einer Box für die rechte Seite, die nur einen 4-poligen Anschluss besitzt. Das Gehäuse ist Anthrazitfarben, matt und mit abgerundeten Kanten, und von diesen optischen Merkmalen vergleichbar mit den großen Boxen namhafter Hersteller. Der 3-Zoll-Tieftöner passt gerade so eben in das Gehäuse hinein. Von der Vorderseite her betrachtet, sieht man fast kein Material links und rechts neben den Tieftönern. Da haben die Produktdesigner wirklich beste Arbeit geleistet. Über dem Basslautsprecher befindet sich ein 3/4-Zoll-Neodym-Hochtöner und ganz unten ist die Bassreflex-Öffnung. Die linke Box erkennt man vorderseitig an der kleinen LED unter dem Tieftöner. Leuchtet diese weiß, so kann man erkennen, dass die Box eingeschaltet ist. Ein blaues Leuchten signalisiert, dass eine Bluetoothverbindung zu einem Wiedergabegerät mit A2DP-Protokol besteht, also Mobiltelefone oder Tablets wie iDevices, Android-, Windows- oder Nokia-Mobilgeräte.

Auf der Unterseite der Speaker befindet sich ein Hartgummi-Fuß, mit dem die Box von Ihrer Standfläche ein wenig entkoppelt wird. Den vorderen Teil dieses Fußes kann man aufklappen um die Lautsprecher stärker nach oben hin anwinkeln zu können, um bei kurzen Distanzen höher in Richtung Ohren zielen zu können. Außerdem wurde den iLoud Micro Monitoren eine Schraubgewinde-Buchse spendiert. Die Abhören können damit auf handelsübliche Mikrofonstative mit 3/8-Zoll-Gewinde montiert werden.   

Anschlüsse und Bedienelemente

Die Schaltzentrale auf der Rückseite der linken Box bietet den einzigen Zugriff auf alle Anschlüsse und Einstelloptionen der iLoud Micro Monitore. Ganz oben rechts thront der Lautstärkeregler. Er lässt sich stufenlos von minus unendlich, über einen Rasterpunkt bei 0 dB und von da aus weiter bis auf +6 dB hochregeln. Direkt unter diesem Regler sitzen die Audio-Eingänge. Als analoge Inputs stehen zwei Cinch-Buchsen und eine 3,5mm-Stereoklinkenbuchse zur Verfügung. Außerdem hat man ja den Kleinstabhören eine Bluetooth-Anbindung spendiert: Drückt man den obersten Knopf links neben dem Volume-Regler, so blinkt die vorderseitige LED blau und ermöglicht eine Kopplung. In der Auswahl-Liste des Bluetoothmenüs taucht das IK Multimedia-System entsprechend unter dem Namen „iLoud Micro-Monitor“ auf und bestätigt die Ankopplung mit einem kurzen Signalton. Besonders praktisch ist, dass die Bluetooth-Verbindung parallel zur Analog-Verbindung möglich ist. So kann man zum Beispiel vom Smartphone aus eben mal schnell ein Referenzstück zum Vergleich auf die Abhöre schicken oder mit virtuellen Instrumenten aus Spaß ein wenig mitspielen. Es ist sogar möglich, alle drei Eingänge parallel zu hören: Die Miniklinken-, Blutooth und Cinch-Eingänge können gleichzeitig abgespielt werden. Ob man dafür im täglichen Leben eine sinnvolle Anwendung hat, sei mal dahingestellt, aber ich muss mich zumindest nicht mit Eingangsumschaltern auseinandersetzen.

Ganz unten auf der Gehäuserückseite befinden sich der Stromanschluss für das Netzteil und ein Power-Schieberegler zum Ein- und Ausschalten der beiden Abhöre. Links darüber befindet sich ein 4-poliger Anschluss, ähnlich dem PS/2-Anschluss eines PCs. Die gleiche Buchse befindet sich als einziger Anschluss an der rechten Box, die mit Hilfe des beigefügten zwei Meter langen Kabels an die Linke angeschlossen wird.

Auf der Rückseite befinden sich Schalter für die Frequenzgang-Anpassung

Um den Frequenzgang der Boxen an ihren Aufstellungsort anpassen zu können, wurden den iLoud Micro Monitorboxen drei Schalter spendiert. Ein High-Shelf und ein Low-Shelf senken die Höhen von 4 kHz aufwärts und Bässe von 250 Hz abwärts um jeweils drei Dezibel ab. Der obere der drei Schalter ist für die Platzierung der Boxen auf einem Tisch oder einer tischähnlichen Oberfläche gedacht. Dem verzerrten Frequenzgang durch solche Oberflächen kann mit diesem Schalter entgegengewirkt werden. Schaltet man ihn auf Position „DESK“ so werden Frequenzen zwischen 1 kHz und 10 kHz um +3,5 dB angehoben und unterhalb 400 Hertz wird um 1 Dezibel abgesenkt. 

Innere Werte

Die iLoud Micro Monitor-Boxen tragen wohl zurecht den Begriff Loud im Namen. Mit 50 Watt RMS und einem maximalen Schalldruck von 107 dB SPL in 50 Zentimetern Abstand könnte man die Abhöre durchaus als Akustik-Fön bezeichnen, zumindest wenn man die kleinen Gehäuse bedenkt. Die Zweiwege-Systeme werden mit insgesamt vier separaten Class-D-Verstärkern für jeweils die Hoch- und die Tieftöner besaftet. Class-D-Verstärker werden auch Digitalendstufen genannt und üblicherweise dort eingesetzt, wo bei kleiner Leistung ein hoher Wirkungsgrad wichtig ist, wie beispielsweise bei akkubetriebenen Mobilgeräten. Und 50 Watt ist eine relativ geringe Leistung im Vergleich zu den Wattzahlen der Endstufen der großen Studio- oder PA-Systeme. Der Frequenzgang der iLoud Micro Monitore wird vom Hersteller mit einer maximalen Abweichung von 3 Dezibel zwischen 55 Hertz und 20 Kilohertz angegeben. Von 45 Hertz bis 22 Kilohertz steigt die Abweichung bereits auf -10 Dezibel. Ob über 20 Kilohertz 10 Dezibel zur Linearität fehlen, ist mir im normalen Abhörbetrieb ziemlich egal. Interessanter wird es da im Bassbereich, denn auf das Versprechen bis 55 Hertz hinunter höchstens 3 dB leiser zu werden, bin ich gespannt.

Totale DSP-Kontrolle

Ein 56Bit-DSP hat maßgeblichen Anteil daran, wie gut die Abhöre klingen. Er ist zuständig für Frequenz- und Phasengang und steuert die Dynamik um die Treiber effizient und kontrolliert arbeiten lassen zu können, was sich im Durchsweepen von leise zu laut bemerkbar macht, wozu ich gleich im Praxisteil etwas schreiben werde. Und da der Chip Frequenzgänge beeinflussen kann, fungiert der DSP auch direkt noch als Frequenzweiche, um die Treiber mit den benötigten Frequenzbändern zu beliefern.

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