Bass Hersteller_Hoefner
Test
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23.08.2016

Höfner 60th Anniversary Ltd Edition Violin Bass Test

Viersaitiger E-Bass

Ein ganz besonderes Stück!

Als Höfner 1956 einen Halbresonanz-Bass mit einer violinenartigen Korpusform auf den Markt brachte, konnte noch keiner ahnen, dass der zierliche Shortscale-Bass einmal zu DEM Erfolgsmodell der deutschen Traditionfirma werden würde. Für den Erfolg des Höfner 500/1, so die offizielle Bezeichnung des Violin-Basses, zeichnet vor allem Paul McCartney verantwortlich, der den ungewöhnlichen Shorty in den 1960er-Jahren mit den Beatles rund um den Globus rockte und das Modell damit zu einem zeitlosen Klassiker werden ließ. 2016 feiern Höfner nun den 60. Geburtstag ihres Violin-Basses mit einer speziellen Jubiläums-Version. Der "60th Anniversary 500/1 Violin-Bass" ist weltweit auf 60 Instrumente limitiert und setzt sich mit seinem auffälligen Schwarz/Weiß-Look deutlich von allen anderen 500/1-Modellen ab. Die aufwändige im Stil des Beatles Album-Covers "Revolver" gehaltene Grafik auf der Korpusdecke stammt von dem Bassisten, Musikproduzenten und Grafiker Klaus Voormann, der in der Tat auch das "Revolver"-Cover entworfen hat. 1967 erhielt Voormann dafür sogar einen Grammy in der Kategorie "Best Album Cover".

Höfner haben für ihren Anniversary 500/1 außerdem ein attraktives Sammlerpaket mit vielen Extras geschnürt, die zum größten Teil nur mit diesem Instrument erhältlich sind. Im noblen Aluminium-Case liegen ein Kunstdruck der verwendeten Voormann-Grafik sowie Fotos von Klaus Voormann, eine "60th Anniversary"-Tasse, ein "60th Anniversary"-Kugelschreiber samt Etui, einige "60th Anniversary"-Plektren, vier sogenannte Teacup-Knöpfe als Austauschpotis, eine Höfner-CD, ein weißer Höfner Gurt, sowie ein handgefertigtes Limited Edition Bass Fuzz-Pedal von der deutschen Traditionsfirma.

Details

Das ungewöhnliche Schwarz/Weiß-Design zieht sich beim 60th Anniversary Violin-Bass konsequent durch das ganze Instrument - die Hardware wurde komplett in Schwarz gehalten, das ovale Control-Panel ist Weiß und beherbergt schwarze Potiknöpfe, und sogar die Saiten sind schwarz. Höfner bespannt das Sammlerstück nämlich mit Black Nylon Tape-Wound-Strings aus eigener Fertigung. Der Hingucker schlechthin ist jedoch ohne Frage das Top des Jubiläumsbasses: Klaus Voormann hat für die Schwarz/Weiß-Grafik im "Revolver"-Stil einige Fotos aus dem Höfner-Archiv verwendet und mit Zeichnungen ergänzt - das Ergebnis ist wirklich einzigartig und beschert dem 60th Anniversary Bass zweifellos einen unverwechselbaren Look.

Auch die verbleibenden Korpusteile, also der Boden und die Zarge, nehmen selbstverständlich das Schwarz/Weiß-Thema der Grafik mit auf: Der Korpus wurde ringsum Weiß lackiert und sämtliche Kanten sind mit einem Binding in Schwarz/Weiß/Schwarz eingefasst.

Bei der Materialwahl für den violinenförmigen Halbresonazkorpus gehen Höfner traditionelle Wege und verwenden - wie bei den meisten 500/1-Modellen - Fichte für die Decke und geflammtes Ahorn für den Boden und die gebogene Zarge. Der eingeleimte Hals setzt sich aus zwei Teilen Ahorn und einem Streifen Buche zusammen und wurde mit einem Griffbrett aus Palisander versehen, in dem wiederum 21 Bünde und ein Nullbund Platz gefunden haben. Zur Lagenorientierung gibt es in das Griffbrett eingelassene runde Pearl-Inlays.

Eine weitere Besonderheit beim limitierten 60th Anniversary-Modell ist die schwarze Kopfplatte, die komplett im Stil der Violin-Bässe aus den 50er-Jahren gehalten wurde. Höfner haben den Headstock ihres Sammlerstückes sogar mit dem originalen 50's-Inlay ausgestattet, der bisher noch bei keinem der Reissue-Modelle zu finden war.

Die Rückseite der Kopfplatte und der Halsrücken sind natürlich komplett mit einem weißen Hochglanz-Finish überzogen, denn schließlich soll der Designer-Look des speziellen Violin-Basses auch bei der Halskonstruktion konsequent fortgesetzt werden. Der Kunststoffsattel ist bei den Höfner 500/1-Bässen traditionell sowieso Schwarz/Weiß/Schwarz und passt damit bestens zum 60th Anniversary-Design. 

Gleiches gilt für die typische Höfner-Stegkonstruktion: sie besteht nämlich aus schwarzem Ebenholz und musste daher optisch ebenfalls nicht extra an den Jubiläumsbass angepasst werden.

Alle anderen Hardware-Komponenten kommen in einer schwarzen Spezialausführung, damit sie zum schicken Klaus-Voormann-Design passen. Vier schwarze, offene Höfner-Tuner mit Kunststoffflügeln sitzen auf der Kopfplatte, am hinteren Ende des Basses werden die Saiten von einem schwarzen Höfner Trapez-Tailpiece gehalten, und selbst die beiden Höfner Staple Humbucker-Tonabnehmer wurden für den Sammlerbass extra schwarz lackiert.

Der Sound meines Testkandidaten wird schließlich mit vier schwarzen Potiknöpfen geregelt, die auf einem weißen ovalen Bedienpanel parken - für jeden der beiden Humbucker steht also ein Lautstärkeregler und eine Tonblende zur Verfügung.

Wie in der Einleitung bereits erwähnt, wird der 60th Anniversary 500/1 in einem luxuriösen Aluminium-Case geliefert, der das wertvolle Instrument bestens vor Beschädigungen schützt. Im Case finden wir außerdem zahlreichen Beigaben, die Höfner größtenteils nur zusammen mit diesem Instrument verkauft und welche dem geneigten Instrumentensammler viel Freude bereiten werden!

Besonderen Wert hat sicherlich das von Klaus Voormann unterzeichnete Zertifikat, auf dem einige Informationen zur Entstehung des Instruments vermerkt sind. Und natürlich der schöne Kunstdruck mit der Voormann-Originalgrafik, welche für das spektakuläre Basstop verwendet wurde.

Höfner haben bei ihrem 500/1-Jubiläumspaket aber nicht nur an die Sammler, sondern auch an die Soundfreaks gedacht und auch noch ein handgefertigtes Limited Edition Bass Fuzz mit in das Case gelegt. 

Auf das Pedal gehe ich hier allerdings nicht näher ein, weil davon sehr bald auch ein gesonderter Test auf bonedo erscheinen wird. Dieses Pedal ist nämlich sehr wohl auch ohne den 60th Anniversary Bass erhältlich!

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