Gitarre Hersteller_HarleyBenton
Test
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05.08.2021

Harley Benton SC-550 II DFB Test

E-Gitarre

Budget-Diva

Die Harley Benton SC-550 II ist der jüngste Spross der Thomann-Marke und ein Facelift des sehr beliebten Les Paul Nachbaus SC-550, der bereits seit einigen Jahren unter den Thomann-Verkaufsschlagern rangiert. Auch wenn das Vorgängermodell sich rein optisch kaum von der aktualisierten Version unterscheidet, liegt der Teufel hier im Detail, denn die MkII-Variante kommt mit einem gekammerten und dadurch deutlich leichteren Body, ist mit Tesla-Pickups ausgerüstet und stammt seit Neuestem nicht mehr aus Vietnam, sondern Indonesien.
Die restlichen Features wie eine ansprechende Ahorndecke, augenschmeichelnde Finishes, der tolle Neckjoint und natürlich der überaus geldbeutelfreundliche Thekenpreis bleiben erfreulicherweise erhalten. Ob die überarbeitete Singlecut auch mit inneren Werten überzeugen kann, wird sich hier zeigen.

Details

Korpus

Die SC-550 II erscheint mit einem gekammerten Mahagonikorpus, dem einegewölbte und optisch sehr ansprechende AAAA-Riegelahorndecke aufgeleimt wurde.
Das Aushöhlen des Korpus macht sich in der Wirbelsäule deutlich bemerkbar, denn verglichen mit den 4 kg der Vorgängerin schlagen bei unserer Kandidatin lediglich schlappe 3,5 kg zu Buche. Die Finish-Bezeichnung lautet Desert Flame Burst Gloss, allerdings ist das neue Modell noch in den Farben Black Cherry Flame Gloss, Paradise Amber Flame Gloss, Faded Tobacco Flame Gloss und Silver Burst Gloss erhältlich. Die Ahorndecke wird von einem cremefarbenen Binding umfasst, das für diese Preisklasse überraschend sauber gearbeitet ist und keinerlei Ausreißer aufzeigt. 

Für den Steg kommt eine chromfarbene DLX Tune-O-Matic Bridge zum Einsatz, deren Saitenreiter sich individuell in puncto Saitenlage und Oktavreinheit justieren lassen.
Die Rückseite des Korpus zeigt das rötliche Mahagoniholz sowie zwei Kunststofffächer, in denen sich die Elektrik befindet. Die Klinkenbuchse sowie die Gurtpins sind an den dafür üblichen Stellen an den Zargen angebracht.

Hals

Die SC-550 II ist mit einem eingeleimten Mahagonihals und einem Pau Ferro-Griffbrett bewaffnet, das ebenfalls von einem cremefarbenen Binding umrahmt wird. Das Griffbrett wirkt auf den ersten Blick etwas trocken und anämisch, weshalb ich auf jeden Fall eine Ölung empfehlen würde, um dem Holz wieder etwas Leben einzuhauchen. Zur Markierung der Bundzahlen setzt man ganz klassisch auf Pearloid Trapez-Griffbretteinlagen, die sauber eingearbeitet wurden.
Das Halsprofil wird von Herstellerseite als "'60er-Stärke" angegeben, was sicherlich auf die Slimtaper-Dimensionen der Les Paul anspielt, die ab den 60ern in diesen Modellen verbaut wurden. Die Halsstärke beträgt am 1. Bund 20 mm, am 12. Bund 22 mm und wirkt auf mich sehr komfortabel und auch durchaus sportlich.
Um das Spiel in höheren Lagen zu erleichtern, weist das Testmodell einen sehr ergonomisch gestalteten Halsfuß auf, der deutlich schlanker ausfällt als bei üblichen Paula-Modellen. Die Mensur entspricht mit 628 mm den vertrauten Les-Paul-Maßen und der 12" Griffbrettradius ist ebenfalls arttypisch für moderne Singlecuts. Eine große Überraschung ist für mich allerdings die Bundierung: Ist man bei Gitarren dieser Preiskategorie eher unpolierte Medium-Bundstäbe gewohnt, überrascht die SC550 mit solchen aus Edelstahl im Jumbo-Format, die gut poliert und über das gesamte Griffbrett tadellos abgerichtet und verrundet wurden. Hut ab, hier gibt es nichts zu mäkeln und das Spielen ist "out oft he box" eine wahre Freude.
Die Saiten laufen über einen Kunststoff ABS-Sattel mit einer Breite von 42 mm zur Kopfplatte. Hier sind sechs DLX Kluson Style-Mechaniken mit grauen Keystone-Köpfen symmetrisch angeordnete, die ihren Job stimmstabil und zuverlässig erledigen.

Elektrik

Für die Pickup-Bestückung zieht man bei der MKII Tonabnehmer aus dem Hause Tesla den altgedienten Roswell Pickups vor. Die verbauten Modelle lauten Opus-1 und sind AlNiCo-5 Humbucker mit 7,3 und 8 kOhm, chromfarbenen Pickup-Kappen und cremefarbenen Pickuprahmen. Tendenziell liefern diese Humbucker einen eher mittleren Output und siedeln damit die Gitarre für mich klanglich ganz klar in der 50/60er-Jahre PAF-Tradition an. Angewählt werden sie über einen in einer cremefarbenen Rosette eingefassten Dreiwegschalter, der in der Mittelposition ganz klassisch beide Pickups ungesplittet anwählt. 

Wie für Gitarren dieser Bauart üblich, ist sie mit zwei
Zum Lieferumfang gehört lediglich der Inbusschlüssel zum Einstellen der Halsneigung.

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