Gitarre Hersteller_HarleyBenton
Test
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23.06.2018

Praxis

Sound/Bespielbarkeit:

Trocken angespielt liefert die CST-24 ein ausgewogenes Klangbild und schwingt durchschnittlich lang aus. Die Bespielbarkeit ist dank der Werkseinstellung gut und die mit einem "C" bezeichnete Halsform liegt komfortabel in der Hand. Die Gitarre ist bis in die höchsten Lagen gut zu bespielen. Im Sitzen wie im Stehen pendelt sich die Gitarre exakt in der Waagerechten ein.

Für die folgenden Audiobeispiele schließe ich sie an meinen Marshall JVM 410 an und nehme die mit zwei Vintage 30 Speakern bestückte Box mit einem SM 57 ab.

Los geht es mit dem cleanen Kanal des Amps. Dabei schalte ich durch alle drei Pickup-Positionen, beginnend am Hals.

Im Doppelspulenbetrieb kommt in der Halsposition ein recht dicker Klang zustande, der mit einem deutlich ausgeprägten Anschlag beginnt. Die Mittelposition ist gewohnt perlig, besitzt aber natürlich wesentlich mehr Mittenanteile als beispielsweise die Mittelposition zweier Singlecoils. Überrascht hat mich jedoch der Klang des Steghumbuckers, der bauartbedingt mittig daherkommt, dabei aber eher schlank klingt. Das finde ich durchaus positiv, denn dieser Umstand kommt dem Ton am zerrenden Amp zugute, dazu aber später mehr.

Und nun das Ganze noch einmal mit dem Tone-Regler nach oben gezogen, der so die Doppelspuler splittet.

Hier kommt ein wesentlich drahtigerer und dünnerer Sound zustande, der das Klangbild der Gitarre in eine komplett andere Richtung steuert. Mir persönlich klingen alle drei Positionen etwas zu glasig, aber das ist nur meine subjektive Meinung. Fakt ist aber, dass die Gitarre so ein ganz anderes musikalisches Gebiet abstecken kann.

Weiter geht es mit dem Crunch-Kanal des Verstärkers. Zuerst sind die Tonabnehmer normal, im zweiten Beispiel dann gesplittet zu hören.

Am zerrenden Amp tönt die Gitarre in allen drei Pickup-Schaltungen im Normalbetrieb bauchig und liefert einen recht breiten Rocksound. Dabei bleiben die Attacks aber weiterhin deutlich vernehmbar und sorgen dafür, dass der Sound nicht matscht.

Gesplittet bleibt der glasige Charakter bestehen, gefällt mir aber deutlich besser als im cleanen Kanal des Amps.

Wie die CST-24T mit etwas mehr Gain klingt, kann man in den nächsten beiden Beispielen hören.

Je höher der Zerrgrad am Amp, desto wohler scheint sich unsere Testkandidatin zu fühlen. Gerade der Steg-Humbucker liefert hier überzeugende Klänge, die mit hoher Durchsetzungskraft und schönen Mitten punkten können. Auch gesplittet macht die Gitarre eine gute Figur. Der Sound wird natürlich dünner, verliert aber nicht an Gewicht. Hier und da tönt sie sogar recht Strat-ähnlich.

Natürlich muss auch der High-Gain-Kanal des Amps herhalten. Hier verwende ich aber nur den Steg-Humbucker, wieder erst im Normalbetrieb, dann gesplittet.

Ich muss zugeben, dass mir der Klang des gesplitteten Tonabnehmers hier besser gefällt, denn er ist nicht ganz so schwammig und breit wie im Doppelspulbetrieb, da die tiefen Frequenzen ausgedünnt werden.

Natürlich interessiert mich auch, wie sich die Gitarre im Solospiel zeigt. Die erste Hälfte habe ich mit dem Hals-, die zweite dann mit dem Steg-Humbucker eingespielt. Auf das Splitten der Tonabnehmer habe ich dabei aber verzichtet.

Die Gitarre liefert einen fetten und schmatzenden Leadsound, der sich sehr gut durchsetzt und einen modernen Klang bietet. Dank der ausgeprägten Attacks werden die Töne klar wiedergegeben, was mir sehr gut gefällt. Aufgrund der guten Werkseinstellung und der modernen Halsform fällt das Solieren zudem sehr leicht.

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