Gitarre Hersteller_Hamstead_Soundworks
Test
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09.10.2021

Hamstead Soundworks Comet Test

Overdrive-Pedal

Zerre vom anderen Stern?

Das Hamstead Soundworks Comet Interstellar Driver Overdrive-Pedal hat sich zum Test eingefunden, das laut Hersteller klanglich vom edlen Boutique-Overdrive bis hin zum satt-cremigen Fuzz jede Menge unterschiedlicher Zerrsounds liefern soll.
Dass ein solches Tool nicht zum Schnäppchenpreis zu haben ist, leuchtet ein, aber liefert das Pedal auch wirklich, was es verspricht? Mit einer Besonderheit zumindest kann unser Kandidat aufwarten: Die Klangregelung lässt sich wahlweise vor oder hinter die Zerreinheit schalten. Welche klanglichen Resultate damit erzielt werden können und was sonst noch auf dem Plan steht, soll dieser Test herausfinden.

Details

Geliefert wird das Pedal in einem Stoffsäckchen, das zusammen mit einer ausführlichen Bedienungsanleitung in einem wertig wirkenden Pappkarton steckt. Das aus Metall gefertigte, 70 x 130 x 65 mm große Pedal bringt satte 575 Gramm auf die Waage und ist in einem sportlichen Grün lackiert.

Ein- und Ausgangsbuchsen befinden sich an der Stirnseite, wie auch der Netzteilanschluss, der sich mit jedem Standard-Pedalstromspender oder einer zentralen Spannungsversorgung zufriedengibt. Einzige Voraussetzung: Die Leistung sollte für eine Stromaufnahme von 65 mA ausreichen. Darüber hinaus kann das Pedal aber auch mit 12 Volt betrieben werden, solange der Minuspol innen liegt und Gleichstrom (DC) fließt. Ein Netzteil ist nicht Teil des Lieferumfangs, wird aber dringend benötigt, da Batteriebetrieb nicht möglich ist.

Seitens der Verarbeitung gibt es nichts zu bemängeln, ganz im Gegenteil. Die vier Metall-Potiknöpfe lassen sich dank der Riffelung rutschfrei und sehr geschmeidig mit genügend Widerstand in die gewünschte Position bringen. Ganz klassisch erlauben sie das Einstellen von Level, Gain, Bass und Treble. Der Level-Regler bestimmt die Ausgangslautstärke des Comet Drivers und lässt einen Boost von bis zu +30 dB zu. Das sollte genügen, um die Eingangsstufe eines angeschlossenen (Röhren-)Amps ordentlich anzupusten. Laut Hersteller deckt der Gain-Regler je nach Positionierung eine recht breite Palette an Overdrive-Sounds ab, die vom Preamp Style Boost über einen aggressiven Distortion bis hin zu einem cremigen Fuzz reichen. Das werde ich im Praxisteil natürlich genauer untersuchen!

Es folgt eine Zweibandklangregelung, bestehend aus Bass und Treble, die jeweils bis zu 15 dB anhebt bzw. absenkt. Positiv anzumerken ist dabei, dass die beiden Potis eine Mittenrasterung besitzen. Interessant wird es mit dem bereits erwähnten EQ/Drive-Schalter, denn der bietet zwei unterschiedliche Klangpfade, da sich die Reihenfolge des EQs im Signalweg verändern lässt. Das wiederum nimmt Einfluss auf die Clipping- und Gain-Struktur.

Im DRV > EQ Mode wird eine dynamische Clipping-Schaltung aktiviert, dabei wird der EQ hinter der Drive Schaltung platziert. Wird der Schalter auf die EQ > DRV Position gestellt, folgt der Drive dem EQ. So soll ein organisches, rohes Clipping zustande kommen, das auch supersaturierte Fuzz-Sounds generiert.
Möchte man tiefer in die Klangformung eintauchen, muss das Pedal aufgeschraubt werden, denn im Inneren stehen ein Trimmpoti zum Einstellen von High Cut und ein High Gain-Schalter bereit. Der High Cut-Regler bedämpft das Höhenbild und der High-Gain-Schalter wechselt zwischen zwei Gainstrukturen (Lo/Hi). Das Pedal wird ab Werk im Low-Gain-Mode ausgeliefert.
Ein weiterer Schalter im Inneren ermöglicht die Wahl zwischen Power Up ON und OFF, was im Einsatz mit einem Switching-System sinnvoll ist, denn sobald das Pedal Strom bekommt, aktiviert es sich automatisch im Power Up ON-Mode. Im normalen Betrieb auf einem Pedalboard sollte es im Power UP OFF-Mode betrieben werden, da es dort mithilfe des Fußschalters aktiviert wird. Der stammt übrigens aus dem Hause Gigrig, nennt sich OptoKick und soll für einen geräuschlosen Schaltvorgang sorgen. Sobald das Pedal aktiviert wird, leuchtet eine rote LED, die den Betriebsstatus anzeigt. Der Comet Overdrive besitzt übrigens keinen True-Bypass.

Auch bei genauerem Hinschauen präsentiert sich das in UK gefertigte Pedal makellos verarbeitet und kann damit optisch und handwerklich auf ganzer Linie punkten.

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