Gitarre Hersteller_Hagstrom
Test
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08.07.2018

Hagstrom Swede LTD Black Dark King Test

E-Gitarre

Neuer Schwede

Die Hagstrom Swede LTD Black Dark King kann mit diversen Ausstattungsmerkmalen der streng limitierten Three-Kings-Serie aufwarten. Sichtbare Grundlage ist die klassische Swede-Korpusform, und für die Entwicklung der Pickups zeichnet wie bei den Vorgängermodellen der schwedische Tonabnehmer-Spezialist Johan Lundgren verantwortlich.

Der Traditionshersteller aus dem Norden Europas ging seit seiner Gründung im Jahr 1925 durch eine wechselvolle Geschichte und von 1982 bis 2005 wurden überhaupt keine Instrumente gebaut. Die Wiederaufnahme der Produktion erfolgte schließlich in China und die ehemalige Fabrik in Schweden wurde zum Hagstrom-Museum. Auch unsere limitierte Swede Black Dark King trägt schwedische Gene, stammt aber ebenfalls aus fernöstlicher Fertigung.

Details

Optik/Verarbeitung:

Die Gitarre wird in einem Karton geliefert, in dem sich neben dem Instrument lediglich ein Inbus-Schlüssel zum Einstellen des Halsspannstabes befindet. Nachdem ich sie aus ihrer Verpackung geschält habe, fällt die hochglänzende schwarze Lackierung und die "Black Nickel"-Hardware durchaus positiv ins Auge.

Korpus

Der Korpus ist sauber lackiert und das Finish lässt keine Wünsche offen - Lacknasen oder sonstige Mängel sind keine auszumachen. Als Korpusmaterial kommt Mahagoni zum Einsatz, auf das eine gewölbte Ahorndecke geleimt wurde. Aufgrund der deckenden Lackierung ist allerdings keine Holzmaserung zu erkennen. Hagstrom hat der Gitarre zusätzlich ein schwarzes Perloid-Binding spendiert, das die Kanten des Instrumentes umrundet und auf der Oberseite zusätzlich ein schwarz-weißes Binding hinzugefügt. Bei der Korpusform handelt es sich um die Single-Cut-Variante, die sich unübersehbar an der guten alten Les Paul orientiert.

Die beiden Humbucker wurden, wie bereits erwähnt, vom schwedischen Pickup-Designer Johan Lundgren konzipiert, wobei ein Lundgren Design No.2 AlNiCo II am Hals und ein Lundgren Design No.5 AlNiCo V am Steg seinen Platz hat. Lundgren ist definitiv kein Unbekannter, denn zu seinen Kunden gehören unter anderem Mitglieder der Band Meshuggah, Pat Smear von den Foo Fighters, der Ibanez Custom Shop, Scott Graham von der britischen Kultband Thin Lizzy und viele mehr.

Die Pickups lassen sich mit einem Dreiwegschalter anwählen und mit zwei Volume- und zwei Tone-Potis regeln. Die Tone-Potis besitzen zudem eine Push/Pull-Funktion, die den jeweiligen Doppelspuler splittet und um weitere Klangmöglichkeiten erweitert. Alle Regler besitzen griffige Metallknöpfe und lassen sich mit leichtem Widerstand drehen.

Die Hagstrom hat aber zusätzlich einen weiteren Kippschalter im Angebot, der als Sound-Filter agiert. In der Mittelstellung wird die Option deaktiviert, nach oben geschaltet ein Hi-Mid-Cut und nach unten gedrückt einen Hi-Cut aktiviert. Wie die sich im Klang äußern, werde ich im Praxisteil natürlich näher beleuchten.

Die Saiten werden in eine Longtravel T-O-M Brücke mit Hagstrom-Tailpiece geführt und von sechs Messing-Saitenhaltern gehalten. Die beiden Gurtpins befinden sich an den gewohnten Stellen und sind zudem mit schwarzen Filzplättchen unterlegt, um eine Beschädigung des Lacks zu verhindern, sehr gut!

Raus in Richtung Verstärker geht es über die Klinkenbuchse, die sich in der unteren Zarge befindet. Ein Blick auf die Rückseite zeigt drei versenkt eingelassene Kunststoffabdeckungen, die die Ausfräsungen für die beiden Schalter und die Potis verschließen. Eine Ausfräsung an der Rückseite dient als Rippenspoiler.

Hals

Der Mahagoni-Hals wurde wie gewohnt mit dem Korpus verleimt und rückseitig hochglänzend schwarz lackiert. Das schwarze Perloid-Binding ist hier ebenfalls zu finden und rundet ein stimmiges optisches Erscheinungsbild ab. Auch hier gibt es seitens der Verarbeitung nichts zu bemängeln.

Die 22 Medium-Jumbo-Bünde sind sauber in das Griffbrett aus Resinator eingesetzt und an den Kanten entgratet, was für ein angenehmes Spielgefühl sorgt. Beim Griffbrettmaterial handelt es sich um das von Hagstrom überwiegend eingesetzte Resinator, bei dem es sich um einen drucklaminierten Holz-Verbundwerkstoff handelt, der laut Hersteller eine dichtere und stabilere Struktur als Standardhölzer aufweisen soll bei einer Klangentfaltung ähnlich der von hochwertigem Ebenholz. Rein optisch sehe ich keinen großen Unterschied zu Ebenholz, und mit der Einführung der Cites-Zertifikation stellt Resinator eine gute Alternative zu dem beliebten Tropenholz dar.

Nähere Informationen bezüglich Cites kann man übrigens hier finden:

Als Halsspannstab verwendet Hagstrom den hauseigenen H-Expander, der für zusätzliche Stabilität sorgt und im Querschnitt in der Tat dem Buchstaben "H" gleicht. Er sorgt für eine besondere Steifigkeit und lässt eine sehr flache Saitenlage zu. Soll der Hals trotzdem einmal nachgestellt werden, kann man dies über einen Zugang an der Kopfplatte bewerkstelligen. Den passenden Schlüssel findet man, wie bereits erwähnt, im Karton. Für die Orientierung auf dem Griffbrett sorgen weiße Perloid-Inlays und kleine weiße Punkte im Binding.

Die Saiten werden über einen 43 mm breiten Graphtec Black Tusq-Sattel in Richtung Kopfplatte geführt, die angewinkelt angebracht ist und die Drähte somit veranlasst, genügend Druck auf den Sattel auszuüben. Die geschlossenen Mechaniken in 3:3-Anordnung besitzen Stimmflügel im Art-Deko-Design und ermöglichen einen präzisen Stimmvorgang mit einer Übersetzung von 18:1. Dabei handelt es sich ebenfalls um ein von Hagstrom entwickeltes Design mit entsprechendem Logo auf der Rückseite. Passenderweise wurde die Kopfplatte ebenfalls schwarz lackiert und mit einer Umrandung an der Oberseite versehen.

Die Dark King besitzt eine Mensur von 628 mm und bringt 3759 Gramm auf die Waage. Die tadellos verarbeitete Gitarre wurde in Hagstroms Haupt-OEM-Werk in China gefertigt, das von dem US-Gitarrenbauer David Lee (seit dem Re-Launch der Marke in 2005) und seiner chinesischen Frau Yan Mei Fu geführt wird.

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