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Test
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13.12.2017

GTC Sound Innovations Revpad Test

Multieffektpedal

Effekte-Fingerstyle

Das GTC Sound Innovations Revpad hat den Anspruch, weit mehr zu sein als nur ein Multieffektpedal. Neue Technologien und immer billigere und gleichzeitig bessere Computerchips ermöglichen auch im Musiksektor bisher undenkbare oder vielfach auch unbezahlbare Möglichkeiten. Wie weit man das Ganze treiben kann, zeigen immer neue Kreationen wie beispielsweise den in Deutschland entwickelten Kemper Amp, um nur ein Beispiel zu nennen.

Die Firma GTC Sound Innovations geht einen anderen Weg. Der Hersteller aus Israel, genauer gesagt aus der Hafenstadt Haifa, kombiniert mit dem Revpad analoge und digitale Technologien zu einem einzigartigen Effektprozessor, der mit einer Kombination aus Fußboard und Gitarren-Pad-Controller einen neuartigen Ansatz verfolgt.

Details

Konzept

Das GTC Revpad ist ein System, bestehend aus einer Basisstation im Verbund mit einem kompakten Wireless XY Pad-Controller, der auf jeder Gitarre montiert werden kann. Mit diesem drahtlosen Touchpad, das mit einer wiederaufladbaren Batterie ausgestattet ist, lassen sich umfassende Effektketten auf alle möglichen und unmöglichen Arten miteinander kombinieren und verwalten, und das Ganze ohne Kabelsalat. Befestigt wird es mit zwei kleinen, kreisrunden Klettverschlüssen unterhalb der Tonabnehmer, und ist dort auch jederzeit wieder entfernbar. Laut Hersteller liegt dort auch die optimale Position, die je nach Anschlagstechnik jedoch zu Problemen führen kann, weil der Controller mit seiner Dicke von immerhin 8 mm doch ziemlich "aufträgt", vor allem, wenn er auch noch auf einem Schlagbrett sitzt.

Die Basis-Einheit

Die Basisstation ist zwar ein ganz schöner Wonneproppen, aber dafür lassen sich mit dem Gerät neben guten Brot-und-Butter-Sounds auch viele verrückte Klangexperimente anstellen. Grundlegende Schaltfunktionen und einige Unterfunktionen werden mit den vier Fußtastern vorgenommen. Tiefgreifende Eingriffsmöglichkeiten in die Klanggestaltung bietet dagegen der Navigations-Button. Er besteht aus einem Endlos-Drehregler mit einem mittig gelegenen Home-Taster. Vier Pfeiltasten um den Navigationsdrehregler dienen der Navigation durch den Parameter-Dschungel der Untermenüs. Drei mittig gelegene separate Taster unter dem großen Display dienen dem Speichern eigener Presets, der Einstellung der Systemkonfiguration und der Programmierung der X- bzw. Y-Achsen des Touchpads.

Die besagte große Anzeige informiert über Patches, Parameter, die bearbeiteten Seiten sowie Systemeinstellungen und führt durch die Navigation, das kleine Display links daneben fungiert als Active-Bank-Display und zeigt die Nummer der Bank von 01 bis 50 an. Das Revpad gewährt Zugriff auf 200 Patches, die in 50 Bänken mit je vier Patches abgelegt sind. Welches der vier Patches in der angezeigte Bank gerade aktiv ist, zeigt die jeweilige LED über den vier Fußschaltern. Die komplette Patch-Information findet sich in der Hauptanzeige.

Die Stirnseite

Hier befinden sich nicht nur sämtliche Anschlüsse des Pedals, sondern auch zwei kleine Schalter für die Anpassung der Ein- und Ausgangspegel. Wenn man das Gerät klassisch vor einen Gitarrenverstärker schaltet, sollte man den Eingang auf "Guitar" und den Ausgang auf "Amp" stellen. Anders verhält es sich im Einschleifweg des Amps oder im Verbund mit einem Mischpult. Hierfür werden beide Schalter in den "Line"-Modus gebracht. Die Basisstation besitzt einen Mono-Eingang und zwei Stereoausgänge. Beim Expression-Anschluss handelt es sich nicht, wie man annehmen könnte, um einen Anschluss für ein Expression-Pedal, obwohl die Buchse auf verschiedenen Abbildungen auf der Hersteller-Website und in den Manuals mit "Expression Pedal" beschriftet ist und "Connect your favorite pedal" empfohlen wird. Hier handelt es sich um einen Expression-Ausgang, der ein Expression-Steuersignal an externe Geräte sendet. Neben den beiden MIDI-In- und MIDI-Out-Buchsen gibt es noch zwei USB-Anschlüsse. Die USB Typ A Buchse dient dem Aufladen der Wireless Remote Control, während der USB Typ B für die Verbindung mit dem Rechner zuständig ist. Die beigelegte Antenne kommt an den entsprechenden Port und dient der Verstärkung des Funkverkehrs mit dem Wireless Remote Controller auf der Bühne. Das Pad überträgt übrigens nur die Steuersignale des Wireless Controllers und nicht gleichzeitig auch das Gitarrensignal.

Obwohl man im Grunde keine weiteren Pedale benötigt, bietet die Basisstation einen Mono-Einschleifweg, bestehend aus einer Send- und einer Returnbuchse. Hier kann man beispielsweise den Verzerrer seiner Wahl einschleifen. Oder man zweckentfremdet die beiden Buchsen, um mit ihrer Hilfe das Revpad sowohl vor den Amp als auch in dessen Einschleifweg zu schalten. In diesem Fall wird das Gerät quasi intern aufteilt, wobei sich ein vordefinierter Teil der Effektblöcke vor den Amp- und ein zweiter Teil in dessen Einschleifweg routen lässt. Dazu geht man mit der Gitarre in den Eingang der Basisstation und aus dem Send des Pedals in den Eingang des Gitarrenverstärkers. Um die verbleibenden Effektblöcke nun in den Einschleifweg des Gitarrenverstärkers zu schalten, verbindet man dessen Send mit dem Return des Revpads und den Ausgang des Pedals entsprechend mit dem Return des Gitarrenverstärkers.

Der Controller

Mit zum Lieferumfang gehört ein spezieller Controller mit dem bereits erwähnten Touchpad. Das berührungsempfindliche Teil kann in zwei, vier oder sechs Segmente aufgeteilt werden. Eine interne, austauschbare und aufladbare Batterie wird per Mini-USB-Anschluss aufgeladen. Neben dem Touchpad befinden sich auf der Oberseite des Controllers außerdem die besagten drei frei programmierbaren Minitaster, die ab Werk für die Umschaltung der Presets und die Aktivierung des Freeze-Modus zuständig sind, aber darüber hinaus auch nach eigenem Gustos frei konfiguriert werden können. Dank der umfangreichen Programmiermöglichkeiten lassen sich auch angeschlossene MIDI-taugliche Geräte steuern. Dazu muss man sich im Vorfeld allerdings intensiv mit der Betriebsanleitung aller beteiligten Geräte auseinandersetzen.

Die verfügbaren Effekte

Auch wenn das Revpad auf den ersten Blick einen Plug-and-Play-Eindruck vermittelt, bedarf die Programmierung einer gewissenhaften Einarbeitung. Schließlich lassen sich dank seiner äußerst umfangreichen MIDI-Fähigkeiten nicht nur externe Geräte, sondern auch sehr komplexe Setups verwalten. Das Revpad bietet insgesamt acht interne Effektblöcke, die mit unterschiedlichen Effekten belegt werden können. Zu diesem Zweck stehen sieben Effekttypen zur Verfügung: Drive, Dynamic, Pitch, Modulation, Filter Space und Special. Damit aber nicht genug, denn jede dieser Effektsparten bietet eine unterschiedliche Anzahl an Variationen. Im Bereich Drive sind es Distortion, Overdrive und Fuzz, andere Effektbereiche bieten aber weitaus mehr, wie zum Beispiel die Filtersektion. Hier stehen mit Wah, Wow, Filter, Talker, Eztlk, Phaser und EQ gleich sieben Sounds zur Auswahl. Neben den wirklich gut gelungenen Einzeleffekten gibt es noch eine Fülle unterschiedlichster Mischungen. Deshalb kann ich euch im Rahmen dieses Tests nur einen winzigen Ausschnitt aller Möglichkeiten präsentieren.

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