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Test
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07.08.2015

Gretsch Taylor Hawkins Signature Snare Test

Snare Drum

Foo-Sound für Alle

Mit der Taylor Hawkins Signature Snare Drum haben wir ein Instrument im bonedo Test, welches das Interesse von Rock-Drummern überall in der Welt auf sich ziehen dürfte. Das liegt zum einen natürlich am unzweifelhaften Ruhm des Namensgebers, Foo Fighters Drummer Taylor Hawkins, zum anderen an dem für ein Signature Modell wirklich ungewöhnlich niedrigen Kaufpreis. Mit ihrem schwarz vernickelten 14“ x 6,5“ Stahlkessel, verchromter Hardware und dreifach geflanschten Stahlspannreifen erfüllt die in Taiwan gefertigte Snare Drum des U.S.-amerikanischen Traditionsherstellers Gretsch auf jeden Fall schon einmal die formalen Ansprüche an eine Snare, die ganz im Sinne klassischen Rockdrummings  konzipiert wurde.

Taylor Hawkins ist inzwischen ein alter Hase im Drum Business. Bevor er 1997 Mitglied in Dave Grohls Band „Foo Fighters“ wurde, begleitete er unter anderem den weltweiten Siegeszug der kanadischen Sängerin Alanis Morissette rund um Ihr Erfolgsalbum „Jagged Little Pill“ als Tourdrummer. Auch wenn sein Spiel bei den Foos vielleicht weniger „flashy“ anmutet als das von so manch anderem Signature Artist, hat Taylor sich durch sein songdienliches, extrem energetisches und musikalisches Drumming den Respekt unzähliger Trommler und Foo Fighters-Fans auf dem Planeten erarbeitet. Heute, zum zwanzigsten Band-Geburtstag, gehören Hawkins und seine Mitstreiter zweifelsfrei zu den größten und authentischsten Acts in der Welt des Rock'n Roll. Umso erfreulicher –  aber nicht wirklich überraschend, wenn man die Attitüde der Foo Fighters ein wenig kennt – ist es, dass Hawkins bei der Konzeption seiner Gretsch Signature Snare darauf bestand, dass die Trommel zu einem Preis angeboten werden müsse, den die Kids, die Fans, die jungen Trommler auch bezahlen können. Ob eine solche Vorgabe Kompromisse in Material, Verarbeitung und Ausstattung nach sich zieht, wollen wir nun genauer beleuchten.

Details

Ein Stahlkessel im dunklen Mantel

Hat man die Snare aus ihrem unspektakulären Karton befreit, sticht sofort das edel anmutende, nicht ganz leicht zu beschreibende Finish ins Auge: Der sechseinhalb Zoll tiefe Kessel spiegelt in einem von dunkelgrau über bräunlich bis schwarz changierenden und schimmernden Look, der nicht wirklich glänzt, aber auch nicht als matt bezeichnet werden kann. Eine Optik, die der Nickelbeschichtung mitsamt darüber liegender Klarlackierung geschuldet ist. Darunter verbirgt sich der einen Millimeter starke Stahlkessel. Die Innseite des mit einer 30 Grad Gratung versehenen Kessels, der, wie die komplette Snare, in Taiwan gefertigt wird, ist schwarz lackiert. Auf der Ober- und Unterseite kommen dreifach geflanschte, 2,3 Millimeter starke Stahlspannreifen zum Einsatz. Alle zwanzig Spannschrauben sind von kleinen, schwarzen Nylonplättchen unterlegt, so genannten „Locs“, die für eine erhöhte Stimmstabilität der Trommel sorgen sollen. Die verchromten Böckchen, die zum Einsatz kommen, kennt man auch von anderen Gretsch Snare-Modellen aus der „U.S.A. Custom Wood“- oder auch der „Gold“-Serie. An der Unterseite befindet sich ein Snare-Teppich mit 20 Spiralen, dessen Halteplättchen aus Messing gefertigt sind. Geführt wird der Teppich von einer einseitig justierbaren „Classic Deluxe“ Abhebung, die, ebenso wie der Rest der Hardware, verchromt ist und den Teppich mittels zweier schwarzer Nylon-Strips ans Resonanzfell zieht bzw. von dort absenkt. 

Den „Hawk“ im Blick

Wie es sich für ein Signature Instrument gehört, haben die Designer bei Gretsch auch der Taylor Hawkins Snare ihr ganz individuelles Badge spendiert, und wie bei Gretsch üblich, findet sich das in diesem Fall eckige Modell-Emblem über dem einzigen Luftausgleichsloch am Kessel. Der silberne Gretsch-Schriftzug auf schwarzem Grund wird durch Taylors Unterschrift sowie die Silhouette eines Raubvogels komplementiert. Wer das mit dem Vogel nicht sofort versteht: „Hawk“, die Kurzform von Hawkins, ist auch das englische Wort für Falke. Außerdem wird das Verb „to hawk“ üblicherweise mit „verhökern, verschleudern“ übersetzt, was der von Taylor vorgegebenen Preispolitik – gewollt oder ungewollt – noch einmal Nachdruck verleiht.

Schließlich bleibt noch zu erwähnen, dass Taylor und Gretsch in Sachen Felle auf Bewährtes aus dem Hause Remo zurückgreifen: Auf der Schlagseite unserer Trommel wurde ein weißes, rauhes „Emperor X“ mit innen aufgebrachtem Dot aufgezogen, die Unterseite ist bestückt mit einem klaren „Ambassador Snare“ Fell. Wie sich das Instrument nun anfühlt, spielt und wie es klingt, werden wir im folgenden Praxisteil erleben.

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