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09.09.2010

Gallien Krueger MB 150E Serie III Test

Ein kleines Stück Ewigkeit

1967 stellte Rob Gallien, damals noch Mitarbeiter bei HP, seinen ersten Bassverstärker vor. Es war der 226B, von dem rund 100 Exemplare die Lötstationen verließen und der wegen seines raumschiffartigen Designs auch liebevoll „Spaceship“ genannt wurde. Wie viele andere Firmen zu jener Zeit wuchs auch Galliens Garagenbetrieb zu einem beachtlich großen, wirtschaftlich erfolgreichen Unternehmen. In den 70ern führte die Partnerschaft mit Rich Krueger zum immer noch aktuellen Firmennamen Gallien-Krueger, auch wenn der zweite Teilhaber heute nicht mehr zur Firma gehört. Damals erkannte Rob Gallien, dass es bei Bassverstärkern erheblich mehr Innovationsbedarf gab als im Gitarrensektor, der von namhaften Verstärkerherstellern dominiert war. Also spezialisierte er sich zunehmend auf die Tieftonkunden und deren Bedürfnisse.

Der legendäre Meilenstein der Firmengeschichte, der schließlich den Durchbruch markierte, war der GK 800 RB. Dieses Topteil im damals neuen 19“ Rackdesign, mit Metallgehäuse, ausgefeilter Transistortechnik, hervorragendem Klang und einem eigenen Soundcharakter war 1982 eine Sensation. Dazu trugen auch seine hohe Leistung, Bi-Amping Fähigkeit, DI-Ausgang, Effekt-Loop und nicht zuletzt ein extrem geringes Gewicht bei. Kurze Zeit später überrollte Gallien-Krueger die Welt mit einem Combo-Amp-Design, das komplett im Gegensatz zu allen existierenden Modellen stand, zur Überraschung vieler aber zu einem Kultobjekt der Basswelt avancierte. Der 200 MB war ein winziger Würfel, komplett aus Aluminium und 100 Watt stark, mit eingebautem Stereo-Chorus und Compressor, Contourschalter, Gigbag und diversen weiteren Features. Das Kürzel MB stand für Micro Bass, und der kompakte Zeitgenosse etablierte sich schnell bei E- wie bei Kontrabassisten als treuer Begleiter. Auch heute, nach über 25 Jahren, ist er immer noch als 150 Watt starke MKIII Fassung unter der Bezeichnung „MB150 E“ erhältlich.

Wahrscheinlich bin ich selbst der härteste Tester des Urvaters unseres Testkandidaten. Seit 25 Jahren leistet mir ein GK 200 MB treue Dienste. Sieben Jahre folgte er mir durch ganz Europa, seit 17 Jahren steht er fest installiert im Orchesterplatz eines kleinen Varieté-Theaters und absolviert dort 12 Shows pro Woche - ohne Ausfälle. Ein wahres Wunder, dass sich nicht einmal der Lautsprecher nach dieser langen Zeit in seine Atome zerlegt hat. Deshalb stellt sich nicht nur mir die Frage, ob der MB 150E MKIII ein würdiger Nachfolger ist und ob er die gesunden Erbanlagen mitbringt, mit denen mein GK 200 MB offensichtlich reich gesegnet ist?

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