Test
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25.04.2017

Future Artist MIDI Looper Test

Pocket Sequencer und MIDI Looper

Die dritte und die vierte Hand des Keyboarders

Audiolooper gibt es viele am Markt. Aber geloopte Audiosignale sind starre Aufnahmen, die wenig Flexibilität in der Veränderung des Sounds zulassen. Der Future Artist MIDI Looper erzeugt keine Audio, sondern MIDI-Schleifen. Der Keyboarder spielt eine Spur ein, lässt diese sich wiederholen und hat die Hände frei für andere Dinge.

Das ist erst mal nichts Sensationelles: Ableton Live macht genau das, seit die Version 4 endlich MIDI-Funktionalität einführte. Und aktuelle MIDI-Sequenzer können mittlerweile ebenfalls MIDI aufnehmen, ohne dass die Aufnahme mit der Stop-Taste beendet werden müsste – und damit auch der Loop. Aber nur für diesen einen Zweck in Hardware gegossen, das gab es bislang noch nicht. Im ganzen Hype um Stepsequenzer, Grooveboxen und gelooptes Audio ging das Spielen von langen polyphonen MIDI-Phrasen tatsächlich ein wenig verloren. Das haben auch Future Artist erkannt und den MIDI Looper vorgestellt, die dritte und vierte Hand des Keyboarders.

Details

Gehäuse und Anschlüsse

Der Future Artist MIDI Looper ist eine kleine blaue Box aus robustem Metall mit den Maßen 121 x 66 x 40 mm. Die einzigen Bedienelemente sind zwei quadratische, hintergrundbeleuchtete RGB-Taster und zwei Endlosdrehknöpfe mit integrierter Schaltfunktion. Auf der Rückseite befinden sich Anschlüsse für USB, Fußschalter, MIDI-in und MIDI-out. Die Fußschalterbuchse ist als Miniklinkenbuchse ausgeführt, ein Adapter liegt bei. Über die USB-Buchse wird der MIDI Looper an den Computer angeschlossen und mit Strom versorgt. Bei Nutzung ohne Computer erfolgt die Stromversorgung ebenfalls über USB, ein Netzstecker liegt allerdings nicht bei.

Aufbau

Der MIDI LOOPER bietet lediglich ein Pattern mit vier synchronen MIDI-Spuren, die nacheinander mit MIDI-Noten gefüllt werden. Bis zu 64 Takte sind pro Spur bei 64-facher Polyphonie möglich. Damit erscheint der kleine Bläuling prädestiniert als Auffangbecken für lange, mäandernde, polyphone, live gespielte Sequenzen. Im ersten Testaufbau hatte ich den MIDI Looper ganz schlicht per MIDI-in-und-out mit meinem Clavia Nord Lead verbunden und ohne weiteres Equipment Drumloops, Bass-Riff und Melodie eingespielt. Das ist das ideale Einsatzgebiet des MIDI Loopers: als spontan nutzbares MIDI-Notizbuch, mit dem man eine Spur einspielt, um danach die Hände frei zu haben für die nächste – und die übernächste, und so weiter, entweder als neue Spur oder als Overdub über die bereits vorhandene. Bis zu 256 Layer sind pro Spur machbar. Im Optionsmenü wird festgelegt, ob der MIDI LOOPER als eigenständige MIDI-Master-Clock agiert oder seine Tempovorgabe via MIDI-in oder USB bezieht. Im Masterclock-Modus kann das Tempo eingetapped und später per Drehregler angepasst werden. Abspeichern lässt sich allerdings nichts: Wird der MIDI Looper ausgeschaltet, sind auch die eingespielten Sequenzen unwiederbringlich verloren.  

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