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19.08.2019

FOH-Tipp: Grundversorgung im Mikrofonkoffer für Bands

Welche Mikrofone braucht man als Band und in welcher Preisklasse sollte man einkaufen?

Das Warten hat ein Ende. Nach monatelangem Suchen hat sich die Band gefunden und jede Position ist besetzt. Endlich kann es mit den Proben, Aufnahmen und hoffentlich auch bald mit den ersten Auftritten losgehen. Der frisch angemietete Proberaum erwartet eine amtliche Druckbeschallung, leider fehlt es noch an den passenden Schallwandlern (sprich: Mikrofonen), um sich Gehör zu verschaffen.

Welche Mikrofone braucht man als Band überhaupt und in welcher Preisklasse sollte man einkaufen?

Profimaterial vs. Chinaböller

Ein heikles Thema, zu dem es wohl auch keine abschließende, allgemeingültige Weisheit zu verkünden gibt. Fakt ist allerdings, dass anerkannte Profistandards sich gerade im Mikrofonbereich als erstaunlich wertstabil erweisen. Somit ist ein solches Investment auch betriebswirtschaftlich durchaus sinnvoll. Auf der anderen Seite erzeugen einige günstige Mikrofone fernöstlicher Produktion zum Teil erstaunlich gute Ergebnisse, sodass auch bei schmaleren Budgets in puncto Sound nur wenige Abstriche gemacht werden müssen. Je nach Brieftasche und angestrebter Anwendung kann auch ein Mix aus Profi- und Low-Budget-Mikrofonen zielführend sein.

Mikrofone fürs Schlagzeug

Je nachdem, wie gut die Bandkasse gefüllt ist, lässt sich gerade an den Trommeln problemlos ein kleines Vermögen versenken, wenn man jede Trommel einzeln mikrofoniert. Großes Drumset = viele Mikrofone. Eine einfache Rechnung. Beginnen wir mit dem Fundament, der Fußpauke.

„Kick Drum ist the new lead vocal“, ein Besuch eines Pop/Rock-Festivals bestätigt diese Aussage. Die Bass Drum ist ein integraler Bestandteil der westlichen Musikkultur und sollte dementsprechend ordentlich bestückt sein. Wie wäre es mit einer Shure Beta91a Grenzfläche? Sie bietet einen guten Grundsound, verfügt auch über ausreichend Tiefbass und spart zudem noch ein Mikrofonstativ ein.

Eine „gut & günstig“ Alternative wäre das Audix F-6, das auch in dem Audix Fusion FP-7 Mikrofonset zu finden ist. Das Audix Mikrofonset beinhaltet alles, was man für den Einstieg benötigt. Wer lieber gezielt einkauft, der kommt an der Snare kaum am Shure SM57 vorbei. Immer noch eines der besten und zugleich günstigsten Mikrofone für die Snare-Abnahme.

Wenn man bei Schlagzeugmikrofonen sparen muss, dann bei den Tom-Mikros. Toms bieten unkritische Signale, die sich zudem mittels EQ dem persönlichen Geschmack anpassen lassen. Der Autor bevorzugt an den Toms Clipmikrofone: nehmen keinen Platz weg, sparen Mikrofonstative und lassen sich gezielt ausrichten. Eine budgetfreundliche Lösung wäre das EV PL36. Das Sennheiser E 904 wäre der entsprechende Profi-Ersatz.

Bei der Blechabnahme sollten im Idealfall identische Mikrofone zum Einsatz kommen. Für den Einstieg reichen zunächst zwei Kleinmembran-Kondensor, die später um ein weiteres Paar aufgestockt werden können (2 x Overhead, HiHat, Ride Becken) falls Rock am Ring anruft. Einen guten Kompromiss aus Qualität und Preis bietet das Rode NT5 Stereoset. Zumal sich diese auch gut an jeglichen akustischen Instrumenten machen.

E-Gitarren

Nicht verhandelbarer Standard: Shure SM57. Fertig ... naja, wenn es unbedingt günstiger sein soll und man zudem noch ein Mikrofonstativ einsparen möchte, dann ist das Superlux PRA 628 MKII eine gute Empfehlung.

Brass

Krasser Brass-Sound braucht passende Mikrofonie. Besitzen die Bläser einen ausgeprägten Bewegungsdrang, dann sind Clip-Mikrofone wie das AKG C 519 M oder das the t.bone Ovid CC100 eine passende Wahl. Sollen Stativ-Mikrofone zum Einsatz kommen, dann macht man mit den Klassikern Shure SM57 und den EV PL-20 nichts verkehrt.

 

Gesang

Hat man sich endlich geeinigt, wer alles Background singen darf, muss noch die Frage nach dem richtigen Mikrofon geklärt werden. Es ist schwierig, einen Mikrofontypen zu finden, der zu jeder Voice passt. Zumindest die Lead-Sänger sollten eine handvoll Modelle ausprobieren und das wählen, welches ohne große EQ-Eingriffe aus dem Stand heraus gut zur Stimme passt. Kandidaten für einen Test wären Shure SM58Sennheiser e935 oder für die Abteilung Jazz-Gesang und für Bands mit gemäßigter Bühnenlautstärke auch Kondensatormikrofone wie das Neumann KMS105 oder das DPA D:Facto II.

Wer als Background-Sänger sein Mikrofon überwiegend zur Getränkebestellung statt zum Satzgesang benötigt, der dürfte dieser Aufgabe auch mit einem t.bone MB85 Beta nachkommen dürfen.

 

Keyboards, A-Gitarre und E-Bass

Je nachdem wie die Mitmusikanten im Bandgefüge aufgestellt sind, spendiert man ihnen ein, zwei günstige DI-Boxen wie die Millenium Pocket DI 1 oder etwas Nobles aus britischem Hause wie die BSS AR133.

... vorzugsweise mit einer Packung After Eight.

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