Gitarre
Test
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25.02.2015

Finhol Auto Stomp Player Test

Drum & Cajon Computer

Mitspieler

Mit dem neuartigen Auto Stomp Player kann der Instrumentalist - in unserem Fall wohl in erster Linie Akustik-Gitarrist und Sänger in Personalunion, seine One-Man-Band durch einen intelligenten Drumcomputer vervollständigen. Die Idee wurde in Ettlingen geboren, wo die Techniker der Firma Finhol diesen fußgesteuerten automatischen Drum-/Percussionspieler entwickelten.

Während mit einer handelsüblichen Stompbox nur ein Single-Sound (BD, SN oder HH) generiert wird, können mit dem Auto Stomp Player nun auch komplexe Rhythmen, die aus mehreren Bausteinen (z.B. BD, SN, HH) bestehen, losgetreten werden. Ob dieser neuerliche Versuch, den Schlagzeuger arbeitslos zu machen, Erfolg hat, werden wir im Praxisteil sehen.

Details

Der Finhol Auto Stomp Player bietet insgesamt zwölf vorstrukturierte Rhythmuspattern zur Auswahl, dazu weiter unten mehr. Selbstprogrammierte Drum- oder Percussionsequenzen sind nicht vorgesehen. Die Rhythmen kommen in einem robusten Alugehäuse mit den Abmessungen (L) 110 x (B) 60 x (T) 30 mm, das seinen Platz zwischen dem flachen Finhol Kick Box Trigger oder einer anderen gängigen Kick Box, und einem Verstärker, einer Anlage oder einem Mischpult findet. An der linken Seite befindet sich die Eingangsbuchse, an der rechten der Monoausgang zum Amp. Einen Fußschalter gibt es nicht, denn der Player schaltet sich automatisch ein, wenn beide Klinkeneingänge (6,3 mm) belegt werden. Mit einer 9V-Blockbatterie wird das Gerät mit Spannung versorgt, der Status der Batterie wird allerdings nicht (z.B. mit einer LED) angezeigt. Zum Einsetzen der Batterie müssen vier Schrauben an der Rückseite gelöst werden, die Anschlussbuchse für ein optionales Netzteil befindet sich auf der linken Seite.

Das Triggern erfolgt - wie schon angedeutet - von jeder handelsüblichen Stompbox aus, wobei über diese die Viertelbeats per Fuß eingegeben werden. Das Tempo wird vom Spieler bestimmt. Der Fuß hält also den Rhythmus und ist für das Timing verantwortlich. Im Modus MANUAL kann das Tempo auch verändert werden, denn der Player macht alle Schwankungen mit, und zwar in Echtzeit. Auch ein Ritardando oder Accelerando könnte deshalb in Zukunft geschmeidiger über die Bühne gehen. In einem Bereich von 50 - 200 BPM folgt das Gerät treu und ergeben nahezu allem, was der Spieler vorgibt. Der Mikroprozessor überwacht die Tapp-Abstände und berechnet permanent die Timingschwankungen zwischen den einzelnen Kicks. Die Quantisierung der verschiedenen Sounds (z.B. BD und SN) im richtigen Verhältnis erfolgt sozusagen "auf dem Fuß". Möglich wird dies durch einen neuartigen Software-Algorithmus. Die zugrundeliegende HCD-Technologie mit dem klangvollen Namen human controlled drum computing hat sich der Hersteller patentieren lassen. Stoppt man das Tapping, stoppt auch das Gerät.

Die Auswahl der Presets erfolgt manuell über den Wahlschalter MODE (links) mit 12 Rasterpositionen. Unterschiedliche Grooves (Rock und Pop) werden hier zur Auswahl angeboten. Wer es etwas rockiger mag, der wählt ein traditionelles Drum-Set mit Bass-Drum, Snare oder Rimshot und Hit-Hat. Wer mehr zur Abteilung "Unplugged" tendiert, wird sich für ein kleines Perkussion-Ensemble mit Low Cajon, High Cajon und Tambourine oder Shaker entscheiden. Darüber hinaus kann der Spieler zwischen binären oder ternären Rhythmen im Achtelfeeling wählen. Rhythmen im Dreivierteltakt gehören nicht zum Angebot und werden auch nicht vermisst.

Die Eingangsempfindlichkeit wird mit dem Regler SENS (rechts) individuell auf einer Skala von 1 - 10 komfortabel eingestellt. Dreht man ihn weiter nach rechts, steuern auch schwächere Impulse die Stompbox, gleichzeitig wird der Dynamikumfang (gewollt) leicht vermindert. Auf diese Weise können (ungewollte) Unregelmäßigkeiten, die sich beim Spielen mit dem Fuß ergeben, ausgeglichen werden. Dreht man den Regler nach links, muss man schon kräftiger zulangen, um das gleiche (hohe) Lautstärkeniveau zu erreichen. Andererseits sind hier größere Dynamikunterschiede möglich. In allen Fällen reagiert der Auto Stomp Player anschlagsdynamisch, d.h., auch zwischen den Sounds (BD, Snare, HH) bleiben die Lautstärkerelationen gewahrt. Diese sind allerdings statisch, da die Grundlautstärke der einzelnen Instrumente nicht individuell regelbar ist. Die Lautstärke des Players wird am Amp eingestellt, da das Gerät selbst keinen Lautstärkeregler besitzt, aber auch darin sehe ich kein Problem.

Ein echter Hotspot ist der Mini-Switch mit der Aufschrift MANUAL - T/AUTO. Im T/AUTO Modus arbeitet der Auto Stomp Player wie eine herkömmliche Rhythmusmaschine, die Fußarbeit kann man sich dann schenken. Das Tempo wird mit dem Fuß über die Stompbox eingegeben und nach vier Kontakten (Vorzähler) setzt sich die Maschine automatisch in Bewegung und spielt, bis der Strom ausfällt. Der Fuß kann dann erst mal Urlaub machen, gestoppt wird der Groove mit einem weiteren Kick.

Kick Box Trigger

Zur Bedienung des Auto Stomp Players benötigt man einen Trigger, zum Test stand das hauseigene Model Finhol Kick Box Trigger zur Verfügung. Die zweiteilige Trigger Kick Box besteht aus dem eigentlichen Pad, dem Trigger und einer Pad-Verlängerung, die sich mit einem simplen Klettverschluss mit dem Trigger verbindet. Daraus ergibt sich eine Grundfläche von min. 31 cm (L) X 12 cm (B) X 0,8 cm (T). Die Schuhgröße ist jedenfalls nicht das Problem. Je nach dem, wie man die Klettverbindung zwischen den beiden Teilen anbringt, kann die Trittfläche bis 48 cm verlängert werden. Das Gerät parkt mit einer an der Unterseite verleimten Antirutschmatte sicher auf jedem Untergrund und verliert im Betrieb nicht die Bodenhaftung. Auch Nebengeräusche werden mit der Gummierung wirkungsvoll unterdrückt. Die gesamte Oberfläche des Pads dient als Sensorfläche und reagiert auf Anschläge mit dem Fuß, den Fingern oder dem Stick, und das anschlagsdynamisch.

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