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Workshop
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22.07.2013

Umsetzung

Sustainpedal

Da der microKORG XL keine Buchse für ein Sustainpedal hat, bleibt nur eine Möglichkeit: ein MIDI Sustain Pedal. Also ein Pedal, das bei Betätigung einen MIDI Sustain Befehl (Controller 64) sendet und am MIDI In des Synths angeschlossen wird. So etwas gibt es nicht zu kaufen, aber man kann es sich anfertigen lassen. Meines hat der MIDI-Spezialist Georg Mahr (www.georgmahr.de) gebaut. Dazu hat er einen handelsüblichen Fußschalter entsprechend modifiziert. Damit man keine Batterie braucht, wurde die Stromversorgung vom DC-Eingang des Synths über die beiden normalerweise ungenutzten, äußeren Leitungen des fünfpoligen MIDI-Kabels realisiert.

Tap Tempo

Auch hierfür benutze ich ein Fußpedal, nämlich das Ploytec 34oneII (www.ploytec.com). Das Tap-Pedal erzeugt ein MIDI-Clock-Signal, zu dem sich das Delay des microKORG XL synchronisieren lässt. Praktischerweise hat es auch einen Merge-Eingang für eine zweite MIDI-Quelle – in meinem Fall das Sustainpedal – sodass keine zusätzliche Merge-Box nötig ist.  

Controller

An dieser Stelle kommt das iPhone ins Spiel. Das Telefon habe ich mit einem MIDI-Interface (z.B. iRig) und der TouchOSC App (4,99 Euro) ausgerüstet. TouchOSC bietet die Möglichkeit, mit Hilfe der Editor-Software am Computer eigene MIDI-Controller zu entwerfen und diese dann in iPhone, iPod Touch oder iPad zu laden. Es bietet virtuelle Buttons, Fader, Encoder etc. die sich beschriften und mit individuellen MIDI Kanälen und Controllernummern belegen lassen. Die Soundparameter des microKORG XL können per MIDI angesprochen werden und die MIDI Map zeigt an, welcher Parameter mit welcher Controllernummer verknüpft ist. Die Verknüpfungen lassen sich in der MIDI Map auch verändern. Man sucht sich also die Parameter aus, die einem wichtig sind, und bastelt sich alles so, wie man es gerne hätte. Ich habe mir eine Bank mit zehn Fadern gebaut und diese mit den zugeordneten Parametern beschriftet.

Damit lässt sich schon ganz gut herumtweaken. Und TouchOSC benötigen wir auch beim nächsten Punkt.

Programmanwahl

Hier ein Beispiel für eine Programmanwahl-Oberfläche in TouchOSC. Jeder virtuelle Button kann mit MIDI-Kanal und Programmnummer belegt werden. Ich habe die Buttons außerdem mit Soundnamen beschriftet. Jetzt kann ich 32 meiner Sounds sofort erreichen. Zwischen der Controller-Seite und der Program Change Seite lässt sich einfach hin- und herschalten. Natürlich könnte man auch noch weitere Seiten basteln, um noch mehr Controller oder Program Changes zu bekommen. Umgeschaltet wird über die schwarzen und grauen Balken oben.

Potis

Die drei serienmäßigen, etwas fragilen Eingabepotis hat Georg Mahr von der Platine abgelötet und durch lineare Metallpotis ersetzt. Diese sind nun mit der Gehäuseoberseite verschraubt und über kurze Kabel mit der Platine verbunden. Der Eingriff war weder kompliziert noch teuer, aber nun sind die Potis viel robuster.

So, und nun macht mein microKORG XL Xaver-Fischer-Edition alles so, wie ich es gerne hätte und ist damit mein perfekter kleiner Weggefährte. Die TouchOSC-App macht natürlich auch in Verbindung mit vielen anderen Synths Sinn, gerade in Sachen Programmanwahl, die ja z.B. bei Virus, NordLead, Prophet 8, Ultranova und Blofeld ebenfalls ziemlich umständlich ist. Oder um einer alten Workstation, die gar keine Controller für den Direktzugriff hat, das Tweaken beizubringen.

Also, dann mal los. Macht euch euren Synth wie er euch gefällt!

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