Gitarre Hersteller_Electro-Harmonix
Test
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01.12.2019

Praxis

Auch wenn hinter den Potis stellenweise noch Zweitfunktionen schlummern, zeigt sich die Bedienung des Mod 11 recht einfach. Bei der Aktivierung des Pedals wird ein wenig der Rauschpegel angehoben, was in der Praxis aber nicht weiter stören dürfte. Was ich beim ersten Soundcheck geboten bekomme, gefällt mir gut und bringt sofort Spielspaß. Insgesamt ist in Sachen Klangtiefe und Plastizität an der einen oder anderen Stelle vielleicht noch etwas Luft nach oben. Allerdings bekommt man hier elf Modulations-Effekte zum ungefähren Preis eines einzelnen Effektpedals. Damit wir uns also nicht falsch verstehen: Die Sounds des Mod 11 sind absolut praxistauglich!

Für die Soundbeispiele stehen verschiedene Gitarren und Amps parat. Vorab sei erwähnt, dass ich heute natürlich nicht alle Modi und Optionen im Detail demonstrieren kann. Ich versuche aber ein möglichst breites Spektrum abzubilden.
Wir starten mit einem klassischen und authentisch wirkenden Tremolo-Effekt vor dem Clean Channel meines PRS Sonzera 20 Amps. Die Gitarre meiner Wahl ist eine Telecaster.

Wenn man möchte, besteht im orangefarbenen und roten Modus des Tremolo Effekts die Möglichkeit, die Hüllkurve auch mit dem Anschlag zu steuern. Gleichzeitig schlummern hinter Rate- und Volume-Poti noch Zweitfunktionen zur Anpassung der Wellenform und des Hüllkurvenfaktors. Bei letztgenannter Funktion ist standardmäßig eingestellt, dass die Modulationsrate (orange) schneller wird bzw. die Intensität der Effekttiefe (rot) steigt, sobald man härter anschlägt. Es wäre aber auch möglich, diese Funktion umzukehren und damit bei weicherem Anschlag zu intensivieren. Übrigens arbeiten auch der Harmonic Tremolo-Modus und der Vibrato-Modus nach diesem Prinzip. Ich bleibe dennoch zunächst im grünen Modus und entscheide mich, mithilfe der Zweitfunktion über das Rate-Poti ein Square Wave-Tremolo zu aktivieren. Im nächsten Beispiel hängt das Pedal im Einschleifweg meines Marshall Mini Silver Jubilee-Topteils, mit dem es sich bestens versteht. In Kombination mit der Zerre des Marshalls und einer hohen Depth-Einstellung lassen sich wunderbar stotternde Tremolo-Sounds erzeugen. Aber hört selbst:

Weiter gehts mit dem Harmonic-Tremolo, das typischerweise mit seiner eigenen Modulation etwas mehr Charakter ins Spiel bringt. Wir hören das Pedal hier wieder in einem Clean-Setting zusammen mit einer Baritongitarre. Anschließend aktiviere ich den orangefarbenen Modus, bei dem sich, wie schon angesprochen, die Effektgeschwindigkeit per Anschlagstärke steuern lässt.

Wer es gerne etwas eiernder mag, wird eventuell beim Vibrato-Modus fündig.

Bei der Uni-Vibe-Simulation des Pedals sind zwei Grundsounds im Angebot. Ich entscheide mich für den Modus Orange und hänge das Pedal vor einen schon etwas zerrenden Amp. Hat was!

Der Chorus bietet sogar drei Klangfarben: Neben einem auf Bässe zugeschnittenen Chorus gehören dazu laut Herstellerbeschreibung auch eine traditionelle Variante und der berühmte Tri-Chorus. Die Modi unterscheiden sich auch hier hörbar voneinander. Hier ein Beispiel zum traditionellen Chorus (grün) und zum Tri-Chorus (orange).

Möchte man Leslie-typisch im Rotary-Modus den virtuellen Rotor beschleunigen, funktioniert dies nur über einen extern angeschlossenen Fußschalter. Im folgenden Beispiel läuft das Horn schon auf Hochtouren.

In Sachen Flanger hat das Mod 11 gleich zwei Programme an Bord. Bei beiden Varianten kann der Anwender zwischen einem additiven oder einem subtraktiven Flanger wählen. Beim ersten der beiden folgenden Hörbeispiele habe ich ein Distortion-Pedal vor den Flanger für einen typischen Space Rock Sound gespannt. Absolut hilfreich ist hier die Option, das Mischverhältnis anzupassen. Der Trough Zero Flanger im zweiten Beispiel hat mir gut bei cleanen Sounds gefallen.

Der Phaser ist sowohl vierstufig als auch sechs- und achtstufig zu haben. Im folgenden Funk-Beispiel hört ihr die volle Breitseite.

Etwas ausgefallener geben sich die letzten beiden Effekttypen, die einen Pitch-Effekt und einen Filter im Angebot haben. Der Pitch-Effekt hält im orangefarbenen Modus verschiedene Tonfolgen in der Hinterhand, die in rhythmischen Pattern ablaufen, sobald man einen Ton anspielt. Und das auch mehrstimmig! Auf welcher Tonhöhe das zusätzliche Intervall oder die Tonfolge erklingen soll, lässt sich bequem über das Volume/Colour-Poti einstellen. Ihr hört den Pitch-Effekt im grünen Modus dazu zunächst in zwei Varianten.

Nachdem ich ein wenig im orangenen Modus mit den Funktionen experimentiert habe, ist folgender Sound entstanden.

Mit dem Filter-Effekt lassen sich ebenfalls mit ein bisschen Tüftelei spannende Sounds erzeugen. Ich habe hier abschließend das Mischverhältnis über die sekundäre Funktion des Volume/Colour-Potis angepasst.

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