Test
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04.07.2017

Ecler Nuo 2 Test

Zweikanal-Battlemixer

Nicht perfekt, doch liebenswert

Der NUO 2.0 von den spanischen Firma Ecler behauptet sich seit fast einer Dekade im Marktsegment der DJ-Mischer um 300 Euro. Mit seinen vielfältigen Einstellmöglichkeiten für den Crossfader wirkt er besonders attraktiv für Scratch-DJs, aber auch Club-DJs werden neugierig, insbesondere wenn sie das Wort „Isolator“ lesen. Werfen wir mal einen genaueren Blick auf das gute Stück und hören zu, was es uns zu sagen hat.

Details

Gerade mal 165 Millimeter breit ist der Nuo 2.0, wenn er ausgepackt auf dem Tisch steht, trotzdem wirkt hier nichts zusammengestaucht. Die Potis für die Equalizer sind sogar ein bisschen größer als bei meinem Allen&Heath Xone:22, der wiederum mehr Platz zwischen den Plattenspielern einnimmt. Auf zwei Kanalzügen kann jeweils zwischen einem Line- und Vinyl-Signal gewählt werden. Unterhalb des obligatorischen Gain-Reglers finden wir den Dreiband-Equalizer mit zusätzlichen „Isolator“-Knöpfen für Bass, Mitten und Höhen. Wer hier irgendetwas Magisches vermutet, was man den Geschichten nach mit Rotary-Mischern verbindet, wird enttäuscht sein, handelt es sich doch lediglich um „Killswitches“ für die drei Frequenzbänder.

Ein Vorhörknopf darf nicht fehlen, dieser ist nach den Equalizern geschaltet. Mit einem weiteren Poti kann das Signal in ein externes Effektgerät gesendet werden. Hier können die Discjockeys entscheiden, ob das Signal nur dann in den Effekt geschickt wird, wenn der Lautstärke-Fader oben ist oder eben nicht (post/pre).

In der Mitte befindet sich noch ein dritter Kanal. Dort kann aber kein weiterer Plattenspieler angeschlossen werden, sondern nur ein Player mit Line-Ausgang (z.B. ein CD- oder MP3-Spieler) sowie ein Mikrofon. Zwischen den beiden Eingängen für diesen Kanal muss dann auch mit einem Schalter ausgewählt werden. Beides gleichzeitig geht nicht. Auf einen Mitten-EQ wird hier verzichtet und die Lautstärke wird mit einem Poti statt mit einem Fader geregelt. Dafür gibt’s bei den Equalizern und dem Gain noch mal 5 dB obendrauf, ich vermute für das Pegeln eines angeschlossenen Mikrofons.

Es folgen leichtgängige Linefader und natürlich der Crossfader. Diese sind in einer aufschraubbaren Einheit untergebracht, damit sie der passionierte DJ nach eventuellen Verschleißerscheinungen schnell durch neue Komponenten ersetzen kann. Ebenso ließe sich hier der hochwertigere Eternal Crossfader von Ecler einsetzen.

Eine Pegelanzeige für die Lautstärke darf auch nicht fehlen. Wir Discjockeys lieben es ja immer, wenn auf dem Pult etwas von grün nach rot pulsiert. Und weil es so schön aussieht, hat Ecler das noch mal für das Kopfhörersignal gemacht, damit wir also nicht nur hören, dass etwas aus den Kopfhörern knallt, sondern es auch sehen können.

Jede Menge Einstellmöglichkeiten an der Vorderseite

Wenn man sich die Frontplatte des Ecler ansieht, wird deutlich, für wen dieser Mixer primär konzipiert ist. Scratch DJs und Turntablists können hier umfangreiche Einstellungen für Line- und Crossfader vornehmen. Zum Beispiel die Kurve, mit der die Lautstärke der Fader geregelt wird.

Mit „Reverse“ lassen diese sich umdrehen, also quasi rechts/links sowie oben/unten vertauschen. Nice! Der Kopfhörerausgang befindet sich hier auch, darüber lässt sich dessen Lautstärke regulieren und mit einem weiteren Drehregler der Mixanteil einstellen.

Das kleine schwarze Cut-In-Potentiometer ist nur von Bedeutung, wenn ein hauseigener „Eternal Fader“ statt des Standard-Crossfaders eingebaut ist, ansonsten soll dieser in der Off-Stellung bleiben. Steckt ein Eternal Fader im Pult, regelt der Knopf die „Distanz zwischen dem Anschlag des Crossfaders und dem Einblendepunkt des Signals“ (Zitat aus der Anleitung).  

Ein Blick auf die Rückseite

Strom gibt’s hier nicht über ein externes Netzteil, sondern über einen Kaltgerätestecker. Die Hauptausgänge sind XLR-Buchsen, so sollte das sein. Alternativ kann aber auch Cinch benutzt werden, das macht es für die Party zu Hause ein bisschen einfacher. Zusätzlich gibt es einen Booth-Ausgang (fürs Monitoring) und einen zusätzlichen Cinch-Ausgang für die Aufnahme (Rec).

Eingangsseitig sind für die beiden Hauptkanäle je ein Phono- und ein Line-Cinch-Pärchen verbaut, der dritte Kanal bietet den bereits erwähnten Stereo-Cinch-Input für ein weiteres Line-Signal und eine Mikrofon-Klinkenbuchse. XLR wäre mir da lieber gewesen, insbesondere weil sogar eine 18V-Phantomspeisung integriert ist (die sich aber auch über einen internen Jumper deaktivieren lässt).

Es würde mir auch besser gefallen, wenn der Eingang für das Mikrofon auf der Vorderseite untergebracht wäre. Mal eben schnell ein Mikro „anklemmen“, ist hinten ja meistens eine fummelige Angelegenheit, wenn bereits alles aufgebaut ist. Wie wir gesehen haben, ist die Vorderseite des Mixers aber auch schon sehr gut bestückt, insofern eine nachvollziehbare Designentscheidung. Zu guter Letzt sind noch Anschlüsse für einen externen Effekt vorhanden, was mit Stereo-Cinch für Send und Return realisiert wurde.

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