Gitarre Hersteller_Earth_Quaker_Devices
Test
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28.05.2019

Praxis

Ich platziere das Pedal vor einem clean eingestellten Amp und beginne mit einer schlichten Bestandsaufnahme des Reverb- und Delay-Modus.

Wir hören dabei das Gerät zunächst im Bypass. Anschließend aktiviere ich den Dispatch-Master und drehe das Reverb-Poti in mehreren Schritten auf. Der Delay-Effekt bleibt vorerst ausgeschaltet.

Beim Aktivieren des Pedals bleibt das eigentliche Signal unangetastet, abgesehen von einem leichten hochfrequenten Rauschen. Der gut abgestimmte Reverb-Effekt präsentiert sich anschließend mit einer hörbaren Modulation, die in meinen Ohren sehr charmant wirkt.

Hören wir uns nun an, was das Delay zu bieten hat. Ich stelle dafür die Echowiederholungen auf einen moderaten Level und drehe das Time-Poti in mehreren Schritten auf. Anschließend verfahre ich nach demselben Muster mit dem Repeats-Poti.

Das Delay verliert bei mehr Wiederholungen im Abklang an Höhen und bekommt dadurch eine analoge Note. Dennoch schaukelt es sich selbst in hohen Einstellungen des Repeats-Potis nicht auf. Die Echozeit reicht von schnellen Slap-Back-Wiederholungen bis hin zu Verzögerungen von 1500 ms und dürfte damit wohl die meisten Einsatzgebiete abdecken.

Auch wenn sich beide Effekt-Typen einzeln nutzen lassen, glänzt der Dispatch Master für mein Empfinden vor allen Dingen mit der Option, beide Effekte kombinieren zu können. Hier lassen sich wirklich schöne und atmosphärische Texturen erschaffen. Dabei harmoniert der modulierte Reverb bestens mit dem Delay. Bei solchen Klangteppichen bieten sich natürlich sehr dynamische Spielweisen wie im folgenden Beispiel an. Allerdings wird das zusätzliche Rauschaufkommen des Pedals bei höherem Effektanteil deutlich hörbarer, was mich schon ein wenig stört. Da haben andere Raumveredler die Nase vorn. Schade finde ich außerdem, dass dem Pedal beispielsweise über einen Expression-Pedalanschluss keine Tap-Tempo-Funktion spendiert wurde. So muss die Option, die pulsierenden Texturen beispielsweise mit einem externen Groove synchronisieren zu können, leider außen vor bleiben.

Der modulierte Reverb lässt sich übrigens im Einzelbetrieb noch zusätzlich über das Repeats-Poti abstimmen, das mir persönlich aber auf Nullstellung am besten gefällt. Ich würde den Reverb-Effekt in der Praxis wahrscheinlich weniger für Brot-und-Butter-Anwendungen, sondern auch im Einzelbetrieb eher für atmosphärische Sounds nutzen. Denn das macht er, abgesehen vom Rauschen, wirklich gut, wie das nächste Beispiel zeigt.

Die Möglichkeit, den Effekt nur für einzelne Passagen mithilfe der Flexi-Switch-Option einzublenden, lädt auf jeden Fall zu kreativen Spielereien ein. Allerdings arbeitet der Fußschalter nicht ganz geräuschlos.

Hören wir zum Abschluss noch zwei Beispiele mit einem etwas schmutzigeren Gitarrensound. Dafür hänge ich das Pedal in den Einschleifweg meines Marshall-Amps, mit dem es sich bestens versteht.

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