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Test
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20.10.2020

E-Drum-Vergleichstest: Die Einsteiger- und Mittelklasse (2021)

E-Drum Kaufberatung und die besten E-Drums im Test

Einsteiger- und Mittelklasse-Sets von Alesis, ATV, Millenium, Roland, Simmons, Yamaha und 2box im großen Vergleich

Wir haben für euch 19 E-Drumsets miteinander verglichen, darunter zehn Kits für Einsteiger und neun Mittelklasseschlagzeuge. Von Alesis waren die Modelle Crimson II SE, Command, Debut, DM10 MKII, Nitro Mesh und Turbo Mesh am Start, von ATV hatten wir die EXS-2 und EXS-5 Modelle im Doppeltest, Millenium war mit dem Modellen MPS-850, MPS-750X, MPS-450, MPS-150 und MPS-150X vertreten, Roland mit dem TD-07KV und dem TD-17KVX, Simmons mit den SD200 und SD1200 Kits, Yamaha mit dem DTX6K3-X und von 2box bekamen wir das Speedlight Kit. In kurzen Videos präsentieren wir euch Schnellchecks, zusätzlich findet ihr Links zu ausführlichen Testberichten sämtlicher Sets. Wir haben die Sounds der Module, die Qualität der Hardware, Spielgefühl, Latenzen und vieles mehr miteinander verglichen.

Die Preisspanne wird in diesem Test definiert durch die 249 Euro günstigen Alesis Debut und Millenium MPS-150 Kits am unteren Ende und das Yamaha DTX6K3-X zum Preis von knapp über 2000 Euro am oberen Ende der Skala. Die Bandbreite an Ausstattungsmerkmalen und inneren Werten ist innerhalb dieser Preisspanne natürlich sehr groß, und auch bezüglich der Transportfreundlichkeit oder der Eignung für Wohnräume gibt es erhebliche Unterschiede. Um für euch etwas Licht ins Dunkel zu bringen, erfahrt ihr alles, was ihr wissen müsst, in den Videos oder den detaillierten bonedo-Tests, die jeweils unter den Videos verlinkt sind. Nehmt euch die Zeit und informiert euch gut, es lohnt sich!

E-Drumsets: Quick Facts

  • Eignet sich ein E-Drumset für Schlagzeuganfänger?

Wenn möglich, sollten Anfänger auf einem akustischen Schlagzeug lernen, um ein Gefühl für die Dynamik des Instrumentes zu entwickeln. Allerdings setzt dies eine lärmunempfindliche Umgebung voraus. Auf E-Drums kann man prinzipiell auch lernen, man sollte dann aber jede Gelegenheit, auf einem akustischen Schlagzeug zu spielen, unbedingt nutzen.

  • Wie haltbar ist ein E-Drumset?

Sofern sie nicht ständig auf- und abgebaut werden, werden selbst preisgünstige E-Drumsets über viele Jahre zuverlässig ihren Dienst verrichten. Von den Markenherstellern kann man, falls doch mal etwas kaputt geht, auch Einzelkomponenten nachkaufen.

  • Kann man E-Drumsets klanglich aufrüsten?

Für viele Mittel- und Oberklasse Drumsets werden in regelmäßigen Abständen neue Sounds entwickelt, die man ins Modul laden kann. Außerdem bieten mittlerweile sogar einige preisgünstige Sets die Möglichkeit, Sounds per USB dauerhaft zu importieren. Alternativ kann man ein E-Drumset auch nutzen, um externe Sound-Datenbanken im Rechner anzusteuern, dies sollte aber vorher getestet werden, da einige Modelle in diesem Punkt nicht optimal funktionieren.

  • Warum sieht man E-Drumsets so selten in Bands?

Trotz einiger Vorzüge gegenüber Akustik-Drums sieht ein E-Drumset in den meisten Fällen auf einer Bühne gegenüber einem akustischen Schlagzeug etwas mickrig aus und besitzt einfach nicht denselben "Coolness-Faktor". In der preislichen Mittel- und Oberklasse gibt es inzwischen aber auch Modelle, die sich optisch dem Look eines Akustik-Drumsets annähern.

Was sind die besten E-Drums für Anfänger?

In der unteren Preisklasse, die sich vornehmlich an die Anfänger richtet, teilen sich zwei Kits von Millenium – eine Firma, die als Spezialist für preisgünstige E-Drumsets bezeichnet werden darf – , ein Simmons- und ein Alesis-Kit die ersten Plätze.

Das Millenium MPS-750X zeigte im Test keine gravierenden Schwächen und verdiente sich damit vier von fünf Sternen. Für knapp unter 500 Euro klingt das Set wirklich gut und Features wie eine Bluetooth-Schnittstelle sind in dieser Preisklasse keine Selbstverständlichkeit. Die relativ großen Drumpads sind mit Mesh Heads bestückt und während die Hi-Hat bei preisgünstigen Kits oft ein Schwachpunkt ist, konnte sie beim MPS-750X absolut überzeugen.

Platz 2 bei den Anfängersets geht an das Vier-Sterne-Kit Simmons SD1200, das für 600 Euro gute und sehr vielfältig editierbare Sounds in Hülle und Fülle bietet und über interessante Funktionen wie Bluetooth-To-MIDI Recording oder Sample Import verfügt. Am besten kann das SD1200 seine Stärken mit der iOS-App Simmons Advanced Drums ausspielen. Nicht ganz überzeugend war im Test das Dynamikverhalten der Pads. 

Ebenfalls vier von fünf Sternen heimste in unserem Vergleichstest das Millenium MPS-850 E-Drumset zum Preis von rund 600 Euro ein, welches über eine sensibel ansprechende Hi-Hat verfügt und mit vier Toms und drei Beckenpads sowie über 500 Sounds und 50 Drumkits großzügig ausgestattet ist. Klanglich kann es mit dem gleich teuren Simmons SD1200 nicht ganz mithalten, bietet aber genau wie dieses die Möglichkeit, eigene Sounds ins Modul zu importieren.

Dass auch Alesis weiß, was E-Drum-Einsteiger wünschen, beweist das Alesis Nitro Mesh Kit. Besonders gut gefielen uns im Test das geringe Gewicht, die umfangreichen Übungsfunktionen und die Möglichkeit, auf 16 Speicherplätzen eigene Kits zu verewigen. Hierzu kann man sich an einem Pool von rund 400 Sounds bedienen. Für 375 Euro ist das eine ganze Menge, sodass das Nitro Mesh Kit im Test vier Sterne erreichte.

Pro & Contra

  • große Auswahl an Sounds
  • viele Speicherplätze für eigene Kits und Songs
  • Bluetooth-Schnittstelle
  • ...

  • Sounds teilweise etwas eindimensional
  • Distortion-Effekt nicht aktivierbar
  • ...

Pro & Contra

  • große Auswahl an Sounds
  • vielfältige Soundbearbeitungsmöglichkeiten
  • umfangreiche Bluetooth/MIDI/USB-Funktionen
  • ...

  • teilweise ungleichmäßige Dynamikverläufe
  • Beater hinterlässt Mulde im Bassdrum Pad
  • ...

Pro & Contra

  • Sample Import Funktion
  • große Auswahl an Sounds
  • gute Hi-Hat Performance
  • ...

  • lautes Anschlaggeräusch des Hi-Hat Pads
  • Hi-Hat Splash Sound etwas unpräzise
  • ...

Pro & Contra

  • große Auswahl an Sounds
  • 16 User Kits
  • transportfreundlich durch geringes Gewicht
  • ...

  • teilweise unausgewogene Lautstärkeverhältnisse der Preset Kits
  • kaum klangliche Variabilität bei unterschiedlichen Anschlagstärken

Hier findet ihr weitere empfehlenswerte E-Drumsets der unteren Preisklasse...

Millenium MPS-150 E-Drum Test

In der Einsteigerklasse rumort es gewaltig, denn Thomann bringt das neue Millenium MPS-150 heraus. Dabei handelt es sich um ein voll ausgestattetes E-Drum Set zum Kampfpreis von 249 Euro. Was es kann, lest ihr hier.

Millenium MPS-150X E-Drum Mesh Set Test

Dass E-Drumsets mit Mesh Heads neuerdings auch schon für kleines Geld zu haben sind, beweist das Musikhaus Thomann mit seinem Millenium MPS-150X E-Drum Mesh Set, welches wir für euch getestet haben.

Alesis Debut E-Drum Set Test

Das Alesis Debut Kit ist ein speziell für Kinder konzipiertes E-Drumset. Im bonedo-Test haben wir das Kit genauestens unter die Lupe genommen.

Welches E-Drumset ist das beste in der Mittelklasse?

Die oberen Plätze in der E-Drum Mittelklasse teilen sich zwischen den zwei großen Firmen Roland und Yamaha und dem weniger bekannten Hersteller 2box auf.

Das Roland TD-17KVX ist mit hochwertigen Mesh Heads bestückt und bietet neben einer hervorragend ansprechenden Hi-Hat eine Audio Import Funktion sowie eine Bluetooth-Schnittstelle. Die Sounds sind druckvoll und dynamisch, wenngleich nicht ganz so authentisch wie bei der Konkurrenz. Trotzdem hat sich das 1900 Euro teure TD-17KVX seine viereinhalb Sterne verdient, weil es in keinem Bereich gravierende Schwächen aufweist.

Vier Sterne gab es für das 2box Speedlight Kit zum Preis von rund 1250 Euro, das durch realistisch klingende Sounds überzeugt und aufgrund der offenen Soundarchitektur den Import von Multisamples ermöglicht. Weitere Pluspunkte sind die geringe Latenz sowie die vielseitigen Routingmöglichkeiten. Leider sind die internen Play-Alongs nicht sehr flexibel, und auch das Rack zeigte mit seiner Anfälligkeit gegen Erschütterungen Schwächen.

Platz 3 gebührt dem Vier-Sterne-Kit Roland TD-07KV für knapp 1000 Euro, das durch sein durchdachtes Bedienkonzept, seine geringe Latenz, die Bluetooth-Funktion und die ansprechenden Sounds mit guter Dynamik überzeugen konnte. Auch Soundtüftler bekommen mit den umfangreichen Editierungsmöglichkeiten eine Menge geboten. Minuspunkte gab es für die fehlende Bellzone beim Ride und die sehr klein geratenen Snare- und Single Zone Tompads.

Das Yamaha DTX6K3-X klingt relativ authentisch, lässt sich klanglich blitzschnell variieren und bietet drei Triggerzonen auf allen Cymbalpads. Weitere Pluspunkte gab's für die Layer- und die Sample Import Funktion. Leider gibt es auf den relativ kleinen Toms mit Silikonspielflächen nur jeweils eine Zone, was nicht so recht zum stattlichen Anschaffungspreis von knapp über 2000 Euro passt. Für vier Sterne im Test reichte es trotzdem.

Pro & Contra

  • sehr gute Sounds
  • intuitive Bedienung
  • hochwertige Pads
  • ...

  • teils ungleichmäßige dynamische Verläufe bei Becken-Sounds
  • keine separat regelbare Kopfhörer-Lautstärke
  • ...

Pro & Contra

  • sehr gute Sounds
  • offene Soundarchitektur
  • geringe Latenz
  • ...

  • unzureichende Isolation zwischen Rack und Pads
  • Kickpad neigt zum Verrutschen
  • ...

Pro & Contra

  • intuitive Bedienung
  • Bluetooth-Funktion
  • hervorragende Beckensounds
  • ...

  • Bellsounds beim Ridebecken in der vorliegenden Konfiguration nicht möglich
  • kleine Durchmesser bei Snare- und Tompads
  • ...

Pro & Contra

  • authentische Sounds
  • komfortable Play-Along-Funktionen
  • vier Layers pro Pad
  • ...

  • kleine Durchmesser bei Snare- und Tompads
  • Single Zone Toms
  • ...

Hier findet ihr weitere empfehlenswerte E-Drumsets der mittleren Preisklasse...

Alesis Command E-Drum Set Test

Alesis präsentiert 2016 zwei neue E-Drumsets, das Forge und das Command. Letzteres ist mit Mesh Heads auf Bassdrum und Snare ausgestattet und Bestandteil unseres ausführlichen Tests.

Die Geschichte der E-Drumsets

E-Drums in der Form, wie wir sie heutzutage kennen, nämlich als Nachbildungen akustischer Drumsets, nur eben mit elektronischer Klangerzeugung, gibt es bereits seit Anfang der 1980er Jahre. In vielen alten Videoclips kann man die sechseckigen Pads (als „Pads“ bezeichnet man alle Komponenten des E-Drumsets, die mit den Sticks malträtiert werden) der Firma Simmons erkennen, die aufgrund ihrer extrem harten Spielflächen für so manchen Handgelenkschaden gesorgt haben dürften. Da die Technologie zu der Zeit noch nicht reif für halbwegs authentische Becken-Sounds war, wurden elektronische Bassdrums und Toms häufig mit herkömmlichen Becken kombiniert, und auch akustische Snaredrums fanden oft Verwendung. Die Klangerzeugung der Module entsprach im Prinzip der eines analogen Synthesizers und hatte als zentrale Bestandteile einen Ton- sowie einen Rauschgenerator. Diese beiden Komponenten konnten beliebig gemischt und variiert werden, so dass eine für damalige Verhältnisse große Bandbreite an unterschiedlichen Sounds möglich war, die allerdings allesamt noch relativ wenig mit dem Klang von akustischen Trommeln zu tun hatten und eher als Sound-Effekte taugten. Allerdings waren die ersten E-Drums auch nicht als heimtauglicher Ersatz geplant, sondern sollten vor allem als eigenständige Soundquelle neben den akustischen Trommelsounds für zeitgemäße Umsetzung der damaligen Popmusik auf der Bühne und im Studio sorgen. 

Es dauerte knapp zehn weitere Jahre, bis die Sounds der E-Drumsets aufgrund dank Sampling-Technologie zumindest annähernd „echt“ klangen. Anfang der 1990er Jahre tauchte im Portfolio des japanischen Herstellers Roland mit dem Modell TD-7 erstmals ein E-Drum Komplett-Set auf, das in seiner Konzeption den heutigen bereits sehr ähnlich war. Es verfügte über ein Sound-Modul mit über 500 Samples, organisiert in 32 Kits, und integriertem Sequencer, der die Aufnahme eigener Songs ermöglichte. Weiterhin gab es Pedale für Hi-Hat und Bassdrum sowie eine MIDI-Schnittstelle zur Kommunikation mit anderen Geräten.

Aufbau, Konstruktion und Platzbedarf

Wie lange dauert der Aufbau? Wie viel Fläche brauche ich?

Der zentrale Bestandteil eines E-Drumset besteht aus einem Gestell, dem so genannten Rack, an dem, abgesehen vom Bassdrum-Pad und dem Hi-Hat Controller, sämtliche Trommel-Pads, die Beckenhalter sowie das Sound-Modul befestigt werden. Höhe und Neigungswinkel der einzelnen Komponenten können den individuellen Vorlieben angepasst werden. Die nötigen Klammern zur Befestigung der Pads und Beckenhalter sind üblicherweise schon an den Aluminiumrohren des Racks befestigt, so dass diese im Prinzip nur noch zusammen gesteckt werden müssen. 30 - 45 Minuten sollte man auf jeden Fall für den Aufbau inklusive vollständiger Verkabelung einplanen. Aber keine Angst, jedem E-Drumset liegt eine detaillierte Aufbauanleitung bei. Ein komplettes E-Drumset beansprucht eine Fläche von etwa 100 x 60 cm.

Schlagzeug spielen in der Wohnung – Pads und Pedale

Der Feind der Nachbarn: Trittschall

Trotz des deutlich reduziertem Geräuschpegels gegenüber einem akustischen Schlagzeug sollten, sofern das E-Drumset in der Wohnung eingesetzt werden soll, gewisse Dinge beachtet werden. Trommel-Pads mit Schlagflächen aus Gummi sind selbstverständlich in puncto Lautstärke nicht mit einer akustischen Trommel zu vergleichen, allerdings auch alles andere als geräuschfrei. Das Trommeln mit den Fingern auf einer Tischplatte beispielsweise erzeugt eine ähnliche Geräuschkulisse. Wem das zu laut ist, der sollte ein Set mit so genannten Mesh Heads in Erwägung ziehen. Dabei handelt es sich um spezielle, mit einem integrierten Tonabnehmer ausgestattete Gewebefelle, die, neben der reduzierten Lautstärke, den Vorteil bieten, dass sie mittels herkömmlicher Stimmschrauben der Spannung eines handelsüblichen Fells angepasst werden können. Mesh Head Pads sind in der Regel teurer als Gummi-Pads und können ihre Qualitäten vor allem auf der zentralen Trommel des Drumsets, der Snaredrum, voll ausspielen.

Die stärkste Geräuschentwicklung geht im allgemeinen vom Bassdrum-Pad aus. Da es auf dem Boden steht und mit einer Fußmaschine angeschlagen wird, können in hellhörigen Mietshäusern auch die in der unteren Etage ansässigen Nachbarn problemlos an den Trommeletüden teilhaben. Abhilfe können hier spezielle, als Schlagzeugzubehör erhältliche Gummimatten wie der Roland NE-10 Noise Eater schaffen, die den Trittschall reduzieren, allerdings auch nicht komplett eliminieren können. Noch effektiver, allerdings auch teurer, ist das Thomann Drum Noise Elimination Podium. Am nachbarfreundlichsten sind spezielle Fußpedale, die den Sound durch einen Kontakt unter dem Trittbrett auslösen, also über keinen Schlägel verfügen und somit kaum Trittschall erzeugen. Der Nachteil dieser Konstruktion liegt im Spielgefühl, welches sich deutlich vom Treten einer gewöhnlichen Fußmaschine unterscheidet.

Die Schaltzentrale – Das Soundmodul des E-Drums

Voices, Kits, Songs, Trainingsfunktionen

Die Hersteller von E-Drumsets versuchen sich in Bezug auf die Anzahl der internen Sounds, allgemein auch Voices genannt, gegenseitig zu überbieten. Tatsache ist aber, dass 100 hochwertige Klänge auf die Dauer mehr Freude bereiten als 400 Sounds, die klingen wie vor 20 Jahren. Man sollte sich von der Zahl also nicht allzu sehr blenden lassen, sondern vor allem bei den akustischen Klängen auf größtmögliche Authentizität achten. Durch Veränderungen der Tonhöhe, der Klangfarbe und durch das Hinzufügen von Hall oder anderen Effekten können die Sounds teilweise drastisch variiert werden. Einige E-Drumkits erlauben auch das Importieren eigener Sounds über einen USB-Stick.

Neben einer gewissen Anzahl vorprogrammierter Kits, also Sound-Zusammenstellungen für bestimmte Genres, gibt es meistens – aber nicht immer! – auch frei belegbare Speicherplätze, auf denen eigene Kits abgelegt werden können. Wer also kreativ werden möchte, sollte auf dieses Feature achten.

Eine hervorragende Möglichkeit zum Üben bieten die internen Songs, die von einem einfachen Cowbell-Pattern bis zu 16-taktigen Arrangements reichen können. Durch die Möglichkeit, das Tempo zu verändern und gezielt bestimmte Instrumente stumm zu schalten, kann man sich problemlos seine Wunschbegleitung zusammen stellen.

Wer seine eigenen Fortschritte regelmäßig unter Kontrolle haben möchte, wird die in vielen E-Drumsets vorhandenen Trainingsfunktionen begrüßen, die Übungen beinhalten, bei denen es auf Tempo und Genauigkeit ankommt. Am Ende gibt es meistens sogar eine Punktzahl, so dass die Kids regelrechte Wettbewerbe veranstalten können.

Wie „echt“ muss es klingen? – Dynamik und Ausdruck

Mehrzonen-Pads, Dynamik und Latenz

E-Drumsets der unteren Preisklasse bieten häufig nur einen Sound pro Pad. Während das bei den Toms und den Crash-Becken keinen großen Nachteil bedeutet, bleiben die Ausdrucksmöglichkeiten bei so komplexen Instrumenten wie der Snaredrum oder dem Ride-Becken etwas eingeschränkt. Wer gerne Rimshots spielt und, wie zum Beispiel im Jazz oder verwandten Genres, vorwiegend das Ride-Becken als Timekeeper benutzt, wird langfristig mit Zwei- oder Dreizonen-Pads glücklicher. Allerdings sollte, vor allem bei den Becken-Pads, auf eine saubere Zonentrennung geachtet werden, damit es sich auch wirklich authentisch anfühlt. Eine „Choke“-Funktion, die es erlaubt, ein Becken kurz nach dem Anschlag durch Festhalten abzustoppen, findet man heutzutage sogar bei den preisgünstigen E-Drumsets.

An die dynamischen Verläufe akustischer Trommeln kommen selbst teure E-Drumsets immer noch nicht heran. Während die Ansprache bei leisen Anschlägen meistens kein Problem ist, zeigen die Abstufungen bis zum oberen Limit eine recht grobe Auflösung. 

Sehr wichtig für ein natürliches Spielgefühl ist auch die zeitliche Verzögerung zwischen dem Anschlagen des Pads und dem Erklingen des Sounds, genannt Latenz, die natürlich so gering wie möglich ausfallen sollte. Über diese Werte schweigen sich die Hersteller, oft aus gutem Grund, aus, denn selbst in der oberen Preisklasse gibt es hier Ausreißer, die ein Spielgefühl vermitteln, als müsste man einen 30-Tonnen Truck von Null auf Hundert beschleunigen. Merke: es ist nicht immer der Drummer, der „schleppt“. Hat man beim Probespielen den Eindruck, den Sound als eine Art Echo des Stockaufschlags zu hören, ist dies ein sicheres Zeichen für einen zu hohen Wert und gleichzeitig ein Garant für verminderte Spielfreude.

Anschlüsse und Erweiterungsmöglichkeiten

MIDI, USB, Einzelausgänge

Die im Handel erhältlichen vorkonfigurierten E-Drumsets bestehen zumeist aus Snare, Bassdrum, drei Toms, zwei Becken und einer Hi-Hat. Einige Modelle bieten die Möglichkeit, weitere Pads anzuschließen, für die im Modul separate Kanäle zur Verfügung stehen. Plant man eine Erweiterung des Sets, ist es ratsam, keine markenfremden Pads zu verwenden, da es häufig Kompatibilitätsprobleme gibt. Im Zweifelsfall heißt es: einfach ausprobieren. Über MIDI- oder USB-Verbindungen ist es möglich, das eigene Spiel auf eine Recording Software aufzuzeichnen, auf Sound-Datenbanken im Rechner zuzugreifen oder Sounds, Kits und Songs auf externen Medien zu speichern. Der obligatorische Audio- oder Aux-Eingang zum Anschluss eines CD- oder MP3-Players oder des Smartphones ist mittlerweile an praktisch allen Sets zu finden. Einige Module ab der mittleren Preisklasse aufwärts verfügen, neben den herkömmlichen Stereo-Ausgängen, über Einzelausgänge, die in Live-Situationen die gezielte Klangbearbeitung einzelner Instrumente am Mischpult zulassen. Für den Hausgebrauch ist dieses Feature weniger von Bedeutung.

Was ist besser? E-Drum oder akustisches Schlagzeug?

Die Vor- und Nachteile

Der große Vorteil eines E-Drumsets gegenüber einer akustischen „Schießbude“ liegt sicherlich im reduzierten Geräuschpegel, der sogar ausgiebiges Trommeln in den eigenen vier Wänden möglich macht. Viele E-Drumsets bieten auch vorprogrammierte Übe-Songs, die im Tempo angepasst werden können sowie Trainingsfunktionen, mit denen Schnelligkeit und Genauigkeit kontrolliert und weiter entwickelt werden können. Auch das Trommeln zur persönlichen Lieblingsmusik ist über einen speziell dafür vorgesehenen Audio-Eingang in den meisten Fällen möglich. Die jungen Schlagzeug-Anfänger werden zudem die Möglichkeit begrüßen, dem Sound-Modul verschiedenste Klänge zu entlocken, seien es nun Schlagzeug-, Percussion- oder Effekt-Sounds, zu denen gerne auch mal ein quietschender Reifen, ein zerspringendes Glas oder eine Polizeisirene gehören kann.

Während kleinere Kinder beim akustischen Drumset in Standardgrößen Mühe haben, die Pedale zu erreichen, ist dies bei E-Drumsets aufgrund der kompakten Bauform kein Problem. Erwachsene wiederum müssen sich, vor allem, wenn sie vom akustischen Schlagzeug kommen, an die meist relativ kleinen Durchmesser der Pads (üblich sind acht Zoll bei den Toms) gewöhnen. Wer damit nicht zurecht kommt, sollte Modelle wie das ATV EXS-5 in Erwägung ziehen, dessen Pads ein bis drei Zoll größer als der Standard sind.

Während man beim akustischen Drumset auf all diese Gimmicks und Features verzichten muss, sind hier – eine gewisse Erfahrung vorausgesetzt – natürlich mehr Klangnuancierungen durch verschiedene Anschlagtechniken sowie die Verwendung spezieller Sticks oder Besen möglich. Auch die Dynamik, also der Bereich zwischen leise und laut, ist um ein Vielfaches höher und ermöglicht ein wesentlich ausdrucksvolleres Spiel. Nicht zuletzt ist das Gefühl, das entsteht, wenn man auf eine akustische Trommel schlägt oder der Stock auf ein Becken trifft, selbst bei hochwertigen E-Drumsets nur sehr begrenzt reproduzierbar. Das gilt im besonderen auch für die Pedale. Ein so vielschichtiges und komplexes Instrument wie die Hi-Hat erfordert in der elektronischen Umsetzung einen großen Aufwand, der sich auch deutlich im Preis niederschlägt. Am dichtesten dran am akustischen Vorbild sind auf einem herkömmlichen Hi-Hat Stativ montierbare Kombinationen aus oberem Hi-Hat-Becken und einem darunter befindlichen Sensor wie das Roland VH-10 Modell oder sogar Varianten mit optischen Sensor wie die Hi-Hat des ATV EXS-5, für das der Hersteller allerdings auch 500 Euro aufruft. Die preisgünstigeren Modelle bestehen aus einem einzelnen Becken-Pad mit separatem Pedal, genannt Hi-Hat Controller, welches durch Niedertreten vom Sound der geöffneten zur geschlossenen Hi-Hat wechselt.

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