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Test
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04.04.2018

E-Drum-Vergleichstest: Die Einsteiger- und Mittelklasse (2018)

E-Drum Kaufberatung und die besten E-Drums im Test

Einsteiger- und Mittelklasse-Sets von Alesis, Millenium und Roland im großen Vergleich

Wir haben für euch sechs E-Drumsets der Einsteiger- und Mittelklasse miteinander verglichen: Von Alesis war das Crimson Mesh Kit Start, die Firma Roland ist mit den Modellen TD-1KV, TD-1KPX und TD-17KVX vertreten, und von Millenium hatten wir die MPS-425 und MPS-850 E-Drumkits im Test. In kurzen Videos präsentieren wir euch Schnellchecks, darunter finden sich Links zu ausführlichen Testberichten sämtlicher Sets. Wir haben die Sounds der Module, die Qualität der Hardware, Latenzen, Spielgefühl und vieles mehr miteinander verglichen.

Die Preis-Range wird in diesem Test definiert durch das 379 Euro günstige Millenium MPS-425 Kit am unteren Ende und das Roland TD-17KVX zum Preis von knapp 1500 Euro am oberen Ende der Skala. Die Bandbreite an Ausstattungsmerkmalen und inneren Werten ist innerhalb dieser Preisspanne natürlich sehr groß, und auch bezüglich der Transportfreundlichkeit oder der Eignung für Wohnräume gibt es erhebliche Unterschiede. Um für euch etwas Licht ins Dunkel zu bringen, erfahrt ihr alles, was ihr wissen müsst, in den Videos oder den detaillierten bonedo-Tests, die jeweils unter den Videos verlinkt sind. Nehmt euch die Zeit und informiert euch gut, es lohnt sich!

Was sind die besten E-Drums für Einsteiger?

Zwei sehr unterschiedlich konzipierte E-Drumkits schafften es auf die ersten Plätze in der Einsteigerklasse: Das Millenium MPS-850, derzeitiges Spitzenmodell der Thomann-Eigenmarke zum Preis von knapp 600 Euro und das Roland TD-1KV, welches im Portfolio des japanischen E-Drum Platzhirsches mit rund 480 Euro im unteren Bereich angesiedelt ist.

Millenium MPS-850

Vier von fünf Sternen heimste in unserem Vergleichstest das Millenium MPS-850 E-Drumset ein, welches Features bietet, die in der Preisklasse von 600 Euro nicht alltäglich sind, so zum Beispiel eine sensibel ansprechende Hi-Hat, die sich, ganz wie bei den "Großen", auf einem handelsüblichen Hi-Hat-Stativ befestigen lässt. Auch die Möglichkeit, eigene Sounds dauerhaft zu importieren, konnte die Redaktion überzeugen. Durch die großen Mesh Head Pads spielt sich das MPS-850 sehr angenehm, und mit vier Tom Pads, drei Becken sowie über 500 Sounds und 50 Drumkits, 20 davon frei programmierbar, ist es überaus großzügig ausgestattet. Das MPS-850 beansprucht aufgrund seiner Dimensionen im Vergleich zum ultrakompakten Roland TD-1KV relativ viel Platz, bietet dafür aber ein belastbares und standfestes Rack mit flexibel positionierbaren Halterungen.

Roland TD-1KV

Ebenfalls vier Sterne gab's von uns für das Roland TD-1KV E-Drumset, das einem komplett anderen Konzept folgt als das Millenium MPS-850. Beim TD-1KV wurde größtmöglicher Wert auf kompakte Abmessungen und Transportfreundlichkeit gelegt, und im Vergleich mit den Konkurrenten erwies sich das Kit tatsächlich als Fliegengewicht. Erkauft werden muss dieser Vorteil allerdings durch die eingeschränkte Positionierbarkeit der Komponenten. Für die Snare kommt ein Mesh Head zum Einsatz, ansonsten trommelt man hier auf Gummi. Das Bassdrum-Pedal ist als Controller konzipiert, was Vor- und Nachteile hat. Einerseits entsteht beim Niedertreten kaum ein Geräusch, andererseits sind schnelle Bassdrum Patterns schwer umsetzbar. Als lupenreines "Plug & Play"-Kit wurde das TD-1KV auf das absolut Nötigste reduziert, so gibt es beispielsweise nur 15 Preset Kits, die nicht editierbar sind und keine Möglichkeit, eigene Kits zu programmieren. Diese Tatsache stört aber angesichts der klanglichen und dynamischen Qualitäten des TD-1KV kaum, und erfahrungsgemäß wollen viele User einfach nur einschalten und lostrommeln.

Platz 3 bei den Einsteiger-Sets geht an das Millenium MPS-425 E-Drumset, im Prinzip ein enger Verwandter des MPS-850, aber aufgrund der reduzierten Ausstattung mit 379 Euro wesentlich erschwinglicher. 

Weitere E-Drum Tests der Einsteigerklasse findet ihr unter den folgenden Links: Alesis Nitro, Millenium MPS-150, Millenium MPS-150X, Millenium MPS-750, Roland TD-4KP, Yamaha DTX-400k, Yamaha DTX-450k.

Welches E-Drumset ist das beste in der Mittelklasse?

In der E-Drum Mittelklasse belegen die Roland TD-17KVX und Roland TD-1KPX die vordersten Plätze. Hier zeigt sich, dass Roland über die größte Erfahrung in Sachen E-Drums verfügt und Kits herstellt, die sich klar an den Bedürfnissen der User orientieren und eine ideale Mischung aus Anwenderfreundlichkeit und Klangqualität bieten. Das TD-17KVX kostet derzeit 1500 Euro, das TD-1KPX 800 Euro.

Roland TD-17KVX

Das Roland TD-17KVX ist die kostspieligste Variante innerhalb der TD-17 Reihe. Das KVX verfügt über dasselbe Modul wie seine kleineren Brüder, ist aber mit hochwertigen Mesh Head Pads, im Falle der Snare sogar 12 Zoll groß, bestückt und beinhaltet mit der VH-10 eine hervorragend ansprechende Hi-Hat. Außerdem ist eine Audio Import Funktion an Bord, ebenso wie eine Bluetooth-Schnittstelle an, die das Streamen von Audiomaterial zum Kinderspiel macht. Weitere Pluspunkte sammelte das TD-17KVX aufgrund seiner geringen Latenz und der intuitiven Bedienbarkeit, beides traditionelle Stärken der Roland E-Drums. Im Vergleich zum Vorgänger TD-11 und auch zu sämtlichen anderen Mittelklasse-Sets klingen die Sounds einfach authentischer und dynamischer. Lediglich die Zonenübergänge bei den Becken-Sounds könnten etwas geschmeidiger sein. Seine viereinhalb Sterne hat sich das TD-17KVX verdient, weil es in keinem Bereich gravierende Schwächen aufweist.

Roland TD-1KPX

Vier Sterne gab es für das Roland TD-1KPX E-Drumset, bei dem die Entwickler vor allem eines im Sinn hatten: Das platzsparende Verstauen des Kits, das vor allem denjenigen, die in den eigenen vier Wänden trommeln, entgegen kommen dürfte. Aber nicht nur das Faltsystem gefiel uns, auch die Bestückung mit Mesh Heads auf Snare und Toms sowie die zahlreichen Übungsfunktionen tragen zur Aufwertung des Sets bei. Das klar strukturierte und intuitiv bedienbare TD-1 Modul ist eher minimalistisch konzipiert, so sind die Sounds nicht veränderbar und den Kits fest zugeordnet, aber durchaus geschmackvoll ausgewählt und von der Bandbreite her so angelegt, dass kaum jemand etwas vermissen wird. Leichte Punktabzüge gab es für die unzureichenden Fixierungen der Beckenarme und die fehlende Möglichkeit, Song-Tempi zu verändern. Dennoch gebührt dem TD-1KPX ganz klar Platz 2 in der Mittelklasse.

Platz 3 in der E-Drum Mittelklasse belegt das Alesis Crimson Mesh Kit, mit rund 850 Euro geringfügig teurer als das Roland TD-1KPX, das vor allem Trommler begeistern dürften, die Wert auf große Pads und eine Optik ähnlich einem Akustik-Drumset legen.

Weitere E-Drum Tests der Mittelklasse findet ihr unter den folgenden Links: Alesis Command, Alesis DM10MKII, Roland TD-11K/KV, Yamaha DTX-532k/562k. 

Worauf ist beim Kauf zu achten? Hier gibt es die E-Drum Fakten.

E-Drumset - was ist das eigentlich? Die Unterscheidung der gängigen Modelle 

E-Drums in der Form, wie wir sie heutzutage kennen, nämlich als Nachbildungen akustischer Drumsets, nur eben mit elektronischer Klangerzeugung, gibt es bereits seit Anfang der 1980er Jahre. In vielen alten Videoclips kann man die sechseckigen Pads (als „Pads“ bezeichnet man alle Komponenten des E-Drumsets, die mit den Sticks malträtiert werden) der Firma Simmons erkennen, die aufgrund ihrer extrem harten Spielflächen für so manchen Handgelenkschaden gesorgt haben dürften. Da die Technologie zu der Zeit noch nicht reif für halbwegs authentische Becken-Sounds war, wurden elektronische Bassdrums und Toms häufig mit herkömmlichen Becken kombiniert, und auch akustische Snaredrums fanden oft Verwendung. Die Klangerzeugung der Module entsprach im Prinzip der eines analogen Synthesizers und hatte als zentrale Bestandteile einen Ton- sowie einen Rauschgenerator. Diese beiden Komponenten konnten beliebig gemischt und variiert werden, so dass eine für damalige Verhältnisse große Bandbreite an unterschiedlichen Sounds möglich war, die allerdings allesamt noch relativ wenig mit dem Klang von akustischen Trommeln zu tun hatten und eher als Sound-Effekte taugten. Allerdings waren die ersten E-Drums auch nicht als heimtauglicher Ersatz geplant, sondern sollten vor allem als eigenständige Soundquelle neben den akustischen Trommelsounds für zeitgemäße Umsetzung der damaligen Popmusik auf der Bühne und im Studio sorgen. 

Es dauerte knapp zehn weitere Jahre, bis die Sounds der E-Drumsets aufgrund dank Sampling-Technologie zumindest annähernd „echt“ klangen. Anfang der 1990er Jahre tauchte im Portfolio des japanischen Herstellers Roland mit dem Modell TD-7 erstmals ein E-Drum Komplett-Set auf, das in seiner Konzeption den heutigen bereits sehr ähnlich war. Es verfügte über ein Sound-Modul mit über 500 Samples, organisiert in 32 Kits, und integriertem Sequencer, der die Aufnahme eigener Songs ermöglichte. Weiterhin gab es Pedale für Hi-Hat und Bassdrum sowie eine MIDI-Schnittstelle zur Kommunikation mit anderen Geräten.

E-Drums vs. akustisches Schlagzeug

Die Vor- und Nachteile

Der große Vorteil eines E-Drumsets gegenüber einer akustischen „Schießbude“ liegt sicherlich im reduzierten Geräuschpegel, der sogar ausgiebiges Trommeln in den eigenen vier Wänden möglich macht. Viele E-Drumsets bieten auch vorprogrammierte Übe-Songs, die im Tempo angepasst werden können sowie Trainingsfunktionen, mit denen Schnelligkeit und Genauigkeit kontrolliert und weiter entwickelt werden können. Auch das Trommeln zur persönlichen Lieblingsmusik ist über einen speziell dafür vorgesehenen Audio-Eingang in den meisten Fällen möglich. Der Schlagzeug-Nachwuchs wird zudem die Möglichkeit begrüßen, dem Sound-Modul verschiedenste Klänge zu entlocken, seien es nun Schlagzeug-, Percussion- oder Effekt-Sounds, zu denen gerne auch mal ein quietschender Reifen, ein zerspringendes Glas oder eine Polizeisirene gehören kann.

Während kleinere Kinder beim akustischen Drumset in Standardgrößen Mühe haben, die Pedale zu erreichen, ist dies bei E-Drumsets aufgrund der kompakten Bauform kein Problem. Erwachsene wiederum müssen sich, vor allem, wenn sie vom akustischen Schlagzeug kommen, an die meist relativ kleinen Durchmesser der Pads (üblich sind acht Zoll bei den Toms) gewöhnen. Wer damit nicht zurecht kommt, sollte Modelle wie das Alesis Strike Pro oder DM10Mk2 in Erwägung ziehen, deren Pads zwei bis vier Zoll größer als der Standard sind.

Während man beim akustischen Drumset auf all diese Gimmicks und Features verzichten muss, sind hier – eine gewisse Erfahrung vorausgesetzt – natürlich mehr Klangnuancierungen durch verschiedene Anschlagtechniken sowie die Verwendung spezieller Sticks oder Besen möglich. Auch die Dynamik, also der Bereich zwischen leise und laut, ist um ein Vielfaches höher und ermöglicht ein wesentlich ausdrucksvolleres Spiel. Nicht zuletzt ist das Gefühl, das entsteht, wenn man auf eine akustische Trommel schlägt oder der Stock auf ein Becken trifft, selbst bei hochwertigen E-Drumsets nur sehr begrenzt reproduzierbar. Das gilt im besonderen auch für die Pedale. Ein so vielschichtiges und komplexes Instrument wie die Hi-Hat erfordert in der elektronischen Umsetzung einen großen Aufwand, der sich auch deutlich im Preis niederschlägt. Am dichtesten dran am akustischen Vorbild sind auf einem herkömmlichen Hi-Hat Stativ montierbare Kombinationen aus oberem Hi-Hat-Becken und einem darunter befindlichen Sensor wie das Roland VH-11 Modell oder sogar Varianten mit zwei Becken-Pads wie das Top-Modell Roland VH-13MG, für das der Hersteller allerdings auch 600 Euro aufruft. Die preisgünstigeren Modelle bestehen aus einem einzelnen Becken-Pad mit separatem Pedal, genannt Hi-Hat Controller, welches durch Niedertreten vom Sound der geöffneten zur geschlossenen Hi-Hat wechselt.

Aufbau, Konstruktion und Platzbedarf

Wie lange dauert's? Wie viel Fläche brauche ich?

Der zentrale Bestandteil eines E-Drumset besteht aus einem Gestell, dem so genannten Rack, an dem, abgesehen vom Bassdrum-Pad und dem Hi-Hat Controller, sämtliche Trommel-Pads, die Beckenhalter sowie das Sound-Modul befestigt werden. Höhe und Neigungswinkel der einzelnen Komponenten können den individuellen Vorlieben angepasst werden. Die nötigen Klammern zur Befestigung der Pads und Beckenhalter sind üblicherweise schon an den Aluminiumrohren des Racks befestigt, so dass diese im Prinzip nur noch zusammen gesteckt werden müssen. 30 - 45 Minuten sollte man auf jeden Fall für den Aufbau inklusive vollständiger Verkabelung einplanen. Aber keine Angst, jedem E-Drumset liegt eine detaillierte Aufbauanleitung bei. Ein komplettes E-Drumset beansprucht eine Fläche von etwa 100 x 60 cm.

Schlagzeug spielen in der Wohnung

Zum Thema Trittschall: Die Pads und Pedale

Trotz des großen Lautstärkeunterschiedes zwischen einem Schlagzeug und einem E-Drumset sollten, sofern das Set in der Wohnung eingesetzt werden soll, gewisse Dinge beachtet werden. 

Trommel-Pads mit Schlagflächen aus Gummi sind selbstverständlich in puncto Lautstärke nicht mit einer akustischen Trommel zu vergleichen, allerdings auch alles andere als geräuschfrei. Das Trommeln mit den Fingern auf einer Tischplatte beispielsweise erzeugt eine ähnliche Geräuschkulisse. Wem das zu laut ist, der sollte ein Set mit so genannten Mesh Heads in Erwägung ziehen. Dabei handelt es sich um spezielle, mit einem integrierten Tonabnehmer ausgestattete Gewebefelle, die, neben der reduzierten Lautstärke, den Vorteil bieten, dass sie mittels herkömmlicher Stimmschrauben der Spannung eines handelsüblichen Fells angepasst werden können. Mesh Head Pads sind in der Regel teurer als Gummi-Pads und können ihre Qualitäten vor allem auf der zentralen Trommel des Drumsets, der Snaredrum, voll ausspielen.

Die stärkste Geräuschentwicklung geht im allgemeinen vom Bassdrum-Pad aus. Da es auf dem Boden steht und mit einer Fußmaschine angeschlagen wird, können in hellhörigen Mietshäusern auch die in der unteren Etage ansässigen Nachbarn problemlos an den Trommeletüden teilhaben. Abhilfe können hier spezielle, als Schlagzeugzubehör erhältliche Gummimatten wie der Roland NE-10 Noise Eater schaffen, die den Trittschall reduzieren, allerdings auch nicht komplett eliminieren können. Noch effektiver, allerdings auch teurer, ist das Thomann Drum Noise Elimination Podium. Am nachbarfreundlichsten sind spezielle Fußpedale, die den Sound durch einen Kontakt unter dem Trittbrett auslösen, also über keinen Schlägel verfügen und somit kaum Trittschall erzeugen. Der Nachteil dieser Konstruktion liegt im Spielgefühl, welches sich deutlich vom Treten einer gewöhnlichen Fußmaschine unterscheidet.

Das Sound-Modul des E-Drums

Voices, Kits, Songs, Trainingsfunktionen

Die Hersteller von E-Drumsets versuchen sich in Bezug auf die Anzahl der internen Sounds, allgemein auch Voices genannt, gegenseitig zu überbieten. Tatsache ist aber, dass 100 hochwertige Klänge auf die Dauer mehr Freude bereiten als 400 Sounds, die klingen wie vor 20 Jahren. Man sollte sich von der Zahl also nicht allzu sehr blenden lassen, sondern vor allem bei den akustischen Klängen auf größtmögliche Authentizität achten. Durch Veränderungen der Tonhöhe, der Klangfarbe und durch das Hinzufügen von Hall oder anderen Effekten können die Sounds teilweise drastisch variiert werden. Einige E-Drumkits erlauben auch das Importieren eigener Sounds über einen USB-Stick.

Neben einer gewissen Anzahl vorprogrammierter Kits, also Sound-Zusammenstellungen für bestimmte Genres, gibt es meistens – aber nicht immer! – auch frei belegbare Speicherplätze, auf denen eigene Kits abgelegt werden können. Wer also kreativ werden möchte, sollte auf dieses Feature achten.

Eine hervorragende Möglichkeit zum Üben bieten die internen Songs, die von einem einfachen Cowbell-Pattern bis zu 16-taktigen Arrangements reichen können. Durch die Möglichkeit, das Tempo zu verändern und gezielt bestimmte Instrumente stumm zu schalten, kann man sich problemlos seine Wunschbegleitung zusammen stellen.

Wer seine eigenen Fortschritte regelmäßig unter Kontrolle haben möchte, wird die in vielen E-Drumsets vorhandenen Trainingsfunktionen begrüßen, die Übungen beinhalten, bei denen es auf Tempo und Genauigkeit ankommt. Am Ende gibt es meistens sogar eine Punktzahl, so dass die Kids regelrechte Wettbewerbe veranstalten können.

Wie „echt“ muss es klingen?

Mehrzonen-Pads, Digital-Pads, Dynamik, Positionserkennung und Latenz

E-Drumsets der unteren Preisklasse bieten häufig nur einen Sound pro Pad. Während das bei den Toms und den Crash-Becken keinen großen Nachteil bedeutet, bleiben die Ausdrucksmöglichkeiten bei so komplexen Instrumenten wie der Snaredrum oder dem Ride-Becken etwas eingeschränkt. Wer gerne Rimshots spielt und, wie zum Beispiel im Jazz oder verwandten Genres, vorwiegend das Ride-Becken als Timekeeper benutzt, wird langfristig mit Zwei- oder Dreizonen-Pads glücklicher. Allerdings sollte, vor allem bei den Becken-Pads, auf eine saubere Zonentrennung geachtet werden, damit es sich auch wirklich authentisch anfühlt. Eine „Choke“-Funktion, die es erlaubt, ein Becken kurz nach dem Anschlag durch Festhalten abzustoppen, findet man heutzutage sogar bei den preisgünstigen E-Drumsets.

An die dynamischen Verläufe akustischer Trommeln kommen selbst teure E-Drumsets immer noch nicht heran. Während die Ansprache bei leisen Anschlägen meistens kein Problem ist, zeigen die Abstufungen bis zum oberen Limit eine recht grobe Auflösung. 

„Immerhin können aber einige Kits der höheren Preisregionen wie zum Beispiel das Roland TD-50 mit einem „versteckten“ Feature aufwarten, das ein natürliches Spielgefühl begünstigt, der Positionserkennung. Dabei registriert das Modul, an welcher Stelle das Pad angeschlagen wurde und erzeugt, je nach Position, leicht unterschiedliche Klänge, die dem berüchtigten „Machine Gun“-Effekt, von dem man spricht, wenn bei schnellen Snare-Wirbeln jeder Schlag exakt gleich klingt, entgegen wirken sollen. Das digitale Snarepad des TD-50 ist sogar in der Lage, zu erkennen, ob ein Stock auf dem Fell aufliegt und stellt in diesem Fall automatisch den Rimclick-Sound bereit.“

Sehr wichtig für ein natürliches Spielgefühl ist auch die zeitliche Verzögerung zwischen dem Anschlagen des Pads und dem Erklingen des Sounds, genannt Latenz, die natürlich so gering wie möglich ausfallen sollte. Über diese Werte schweigen sich die Hersteller, oft aus gutem Grund, aus, denn selbst in der oberen Preisklasse gibt es hier Ausreißer, die ein Spielgefühl vermitteln, als müsste man einen 30-Tonnen Truck von Null auf Hundert beschleunigen. Merke: es ist nicht immer der Drummer, der „schleppt“. Hat man beim Probespielen den Eindruck, den Sound als eine Art Echo des Stockaufschlags zu hören, ist dies ein sicheres Zeichen für einen zu hohen Wert und gleichzeitig ein Garant für verminderte Spielfreude.

Anschlüsse und Erweiterungsmöglichkeiten

MIDI, USB, Einzelausgänge

Die im Handel erhältlichen vorkonfigurierten E-Drumsets bestehen zumeist aus Snare, Bassdrum, drei Toms, zwei Becken und einer Hi-Hat. Einige Modelle bieten die Möglichkeit, weitere Pads anzuschließen, für die im Modul separate Kanäle zur Verfügung stehen. Plant man eine Erweiterung des Sets, ist es ratsam, keine markenfremden Pads zu verwenden, da es häufig Kompatibilitätsprobleme gibt. Im Zweifelsfall heißt es: einfach ausprobieren. Über MIDI- oder USB-Verbindungen ist es möglich, das eigene Spiel auf eine Recording Software aufzuzeichnen, auf Sound-Datenbanken im Rechner zuzugreifen oder Sounds, Kits und Songs auf externen Medien zu speichern. Der obligatorische Audio- oder Aux-Eingang zum Anschluss eines CD- oder MP3-Players oder des Smartphones ist mittlerweile an praktisch allen Sets zu finden. Einige Module der oberen Preisklasse wie zum Beispiel das viel zitierte Roland TD-50 verfügen, neben den herkömmlichen Stereo-Ausgängen, über Einzelausgänge, die in Live-Situationen die gezielte Klangbearbeitung einzelner Instrumente am Mischpult zulassen. Für den Hausgebrauch ist dieses Feature weniger von Bedeutung.

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