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10.11.2017

DJ-Kultur: 10 außergewöhnlich coole Vestax-Teile

Die japanische Firma Vestax meldete Ende 2014 Insolvenz an. Damit nahm eine fast 37-jährige Geschichte, die die DJ-Kultur nachhaltig geprägt hat, ihr vorläufiges Ende. Neben legendären Geräten wie den Mixern PMC-30, PMC-05PRO und PMC-50, dem DCR-1200 Isolator und dem VCI-100, der Controllerism quasi erfunden hat, entwickelte die japanische Firma auch immer wieder völlig außergewöhnliche, in Hardware gegossene Liebeserklärungen an die DJ-Kultur, die ihrer Zeit entweder weit voraus waren oder aber unverdientermaßen auf einem Abstellgleis der Geschichte landeten. Hier sind 10 der coolsten Vestax-Teile.

Vestax in den 70er-Jahren

Vestax-Gründer Hidesato Shiino wird im Internet gern schon mal als der „Leo Fender Japans“ bezeichnet. Ganz so weit her geholt ist diese Aussage nicht. Denn obwohl Vestax uns vor allem als Firma für DJ-Equipment bekannt ist, startete Shiino seine Karriere im Nachkriegsjapan mit ... Gitarren. Als Mitarbeiter bei Yamaha und beim OEM-Gitarrenhersteller FujiGen, der u.a. für Ibanez, Yamaha, Aria, Argus, Greco und Fernandes produzierte, sammelte er erste Erfahrungen. Seine Besuche bei Gitarrenherstellern in den USA, Deutschland und Spanien bestärkten ihn in seinem Wunsch, selbst hochwertige eigenständige Instrumente herzustellen.

1975 gründete er mit Naotake Shibuya, dem Ex-CEO von Fernandes und Katsumi Boomte, dem Gründer der Moon Guitar Corporation die Firma ESP Guitars (Electronic Sound Products), die sich erfolgreich auf Fender Replacement-Teile und Fender-Nachbauten spezialisierte. Bereits 1977 zog er sich aber wieder aus der Firma zurück und gründete die Shiino Musical Instruments Developing Corporation, aus der später die Firma Vestax hervorgehen sollte.

Unter dem Namen Vesta Fire stellte Shiinos Firma Effekte und Recording-Equipment her, wie z.B. den Viertrack-Kassettenrecorder MR-10 B und noch vor Firmen wie Boss und Yamaha die ersten japanischen Effektgeräte wie Limiter/Noise Gate/Parametric EQ/Digital Delay, Digital Reverb, Stereo Chorus oder dieses Distortion-Pedal. Der Name Vesta Fire war vom heiligen Feuer des Tempels der altrömischen Göttin Vesta im Forum Romanum inspiriert. Die genaueren Hintergründe sind jedoch auch langjährigen Vestax-Mitarbeitern nicht bekannt.

Unter dem Namen Vesta Kozo produzierte die Firma Audioprodukte für den Consumer-Markt, unter anderem auch ihren ersten DJ-Mixer, den Vesta Kozo DSM-310. Auf dieser japanischen Website finden sich viele Photos dieses raren Proto-Vestax-Mixers, der schon eine sehr große Ähnlichkeit mit den Vestax-Mixern PMC-10 und PMC-15 aufweist.

Vestax in den 80er-Jahren

Anfang der 80er-Jahre gab es noch keinen richtigen Markt für DJ-Produkte. DJ-Mischpulte waren entweder billige Einsteigerware wie von Monacor oder sehr teure Importware wie die legendären Bozak Rotary Mixer. Dazwischen gab es kaum was. Wozu auch: Diskjockeys legten mit Installationsmixern in Diskotheken auf, gern auch mit Mikrofon-Anmoderation. Als Turntables standen beileibe noch nicht überall japanische 1200er in den Diskotheken, sondern riemengetriebene Plattenspieler wie der Thorens TD 125 aus der Schweiz.

Mitte der 80er Jahre fanden Mixer wie der legendäre Rodec MX180 aus Belgien und der riesige Dynacord M1 aus Deutschland ihren Weg in die Clubs, aber die Idee des Bedroom-DJs war noch nicht geboren. Hip-Hop änderte das. Spätestens als DJ Cash Money 1988 die DMC DJ-Weltmeisterschaft mit einem Gemini MX-2200 gewann, waren plötzlich kleine, sogenannte Battle-Mixer gefragt.

Firmengründer Hidesato Shiino erkannte 1987 nach der Umbenennung seiner Firma in Vestax den wachsenden Bedarf nach DJ-Equipment und präsentierte den 19-Zoll-Mixer PMC-30, den kompakten PMC-10 und den Battlemixer PMC-05. Über allem stand die Vision, dass DJs ebenfalls Remixer und Musiker sein können, wenn man ihnen die nötigen Tools an die Hand gibt, mit denen sie ihre DJ-Fähigkeiten direkt einbringen können, ohne erst das Produzieren mit MPC oder Computer erlernen zu müssen.

Dabei entstanden neben den bekannten und oft kopierten Mixern auch sehr viele obskure und exotische Teile, die man einfach lieben muss, weil sie irgendwo zwischen Genie und Wahnsinn pendeln. Ende 2014 musste Vestax leider Insolvenz anmelden. Aber ihre wagemutigen Produkte sind immer noch so inspirierend wie damals. Kommt mit auf eine Reise durch die wunderbare Welt von Vestax.

1. Vestax Groove Caster (1999) – Der Stratocaster Turntable

Produktion: 1999, Prototyp

Gern wird der Technics 1210er als die „Stratocaster unter den Plattenspielern“ bezeichnet. Dabei hätte einzig und allein der Vestax Groove Caster diesen Titel verdient. Möglich, dass Hidesato Shiino zur Idee einer Turntable-Gitarre durch seine frühere Tätigkeit als Gitarren-Hersteller inspiriert wurde. Mit dem (oder „der“?). Groove Caster stellte Vestax erstmals Equipment vor, das die DJ-Performance revolutionieren sollte. Der DJ sollte auf der Bühne nach vorne treten und ein „richtiges“ Instrument spielen. Zur Ausstattung des Groove Caster gehörten daher auch ein Crossfader, Tone Control Potis und Batteriebetrieb. Dabei sorgte das neuentwickelte „Anti Skipping Tonearm System (A.S.T.S.)“ dafür, dass die Nadel wortwörtlich „im Groove“ – also in der Plattenrille – blieb. Leider blieb es bei einem Prototyp, jedoch profitierten von dieser Technik dann weitere Vestax Produkte wie die Turnies PVT-e1 und PVT-e2 und nicht zuletzt der legendäre QFO.

2. Vestax QFO - Der portable Turntable für den Rockstar DJ

Produktion: 2004, QFO: 700 Stück, QFO LE: 300 Stück, QFO LE DX: 250 Stück Preis (QFO): 128,000 Yen, ca. 1.035,- Euro

Ein paar Jahre später griff Vestax die Idee der „Turntable-Gitarre“ erneut auf. Den QFO kann DJ umhängen und scratchen, so wie einst der DJ in Tone Locs Rap-Klassiker Wild Thing.

Die Idee kam von DJ Q-Bert, einem der besten Scratch-DJs der Welt und Mitglied der legendären Turntablism-Truppe The Invisibl Skratch Piklz. Er schlug Vestax eine Weiterentwicklung des Vestax PDX01 Circular Turntable vor, der bereits über das Anti-Skip Tone Arm System (A.S.T.S.) verfügte. Der QFO hat einen eingebautem Kanalzug mit EQ, Zuspielbuchsen für iPod sowie einen Crossfader und kann wie eine Gitarre umgehängt werden. Es gab mit dem QFO LE auch eine günstigere Version ohne EQ. Allzu hart darf man mit dem QFO nicht über die Bühne hoppeln, sonst springt die Nadel. Aber vertikal scratchen ist damit ohne weiteres möglich. Mit dem QFO LE gab es auch eine Variante mit normalem Tonarm und ohne EQ, dafür mit einem extra Phono-Eingang, um direkt mit dem Turntablism-Wahnsinn loslegen zu können. Der erst später nachgeschobene QFO LE DX bot Serato Kompatibilität.

3. Vestax Controller One Turntable – Das Plattenspieler-Musikinstrument

Produktion: 2005, 110 Stück, Preis: 158,000 Yen, ca. 1.300,- Euro

Als ich 2003 das Vestax Office in Tokyo-Setagaya besuchte, zeigte man mir im Labor einen Versuchsaufbau mit einem Plattenspieler-Chassis und einem angeschlossenem MIDI-Keyboard. Aufgrund der überlegenen Motorleistung ihrer Turntables kamen die Entwickler bei Vestax zusammen mit den Scratch-DJs D-Styles (wie Q-Bert ein Mitglied der Invisibl Skratch Piklz) und Ricci Rucker auf die Idee, dass man die Geschwindigkeit des Turntables nicht nur über Fader, sondern auch über Tasten ändern und damit tonal spielen könnte.

Extra zu diesem Zweck hatte Vestax Schallplatten pressen lassen, auf denen – ähnlich wie bei einem Mellotron – einfach lange Töne aufgenommen waren. Mit dem Keyboard und solch einem Endlos-Ton ließen sich dann Melodien spielen und scratchen. Darauf muss man erst mal kommen. Und damit nicht genug: Nur ein Jahr später brachten die Japaner mit dem Controller One ein fertiges Produkt heraus. Wenn irgendein Turntable das Prädikat „Musikinstrument“ verdient, dann dieser.

Damit der Turntable tatsächlich alle Attribute eines richtigen Musikinstruments hat, besorgte sich Vestax in einer Gitarrenfabrik 110 Bodies aus massivem Erlenholz. Montieren konnte die Gitarrenfabrik die Turntables jedoch nicht. Und weil die externen Vestax-Fabrikationsstätten nicht den Holzkorpus verarbeiten konnten, wurden sämtliche Controller One im Vestax Workshop in Tokyo-Setagaya von nur einer Person in Handarbeit zusammenschraubt. Otskare sama-desu, Hamatani-san!  

4. Vestax Faderboard – das digitale DJ-Klavier

Produktion: 2007, 700 Stück

Diese exotische Box verdeutlicht sehr gut die Philosophie von Vestax, DJs und ihre Herangehensweise an Musik zu erforschen und zu fördern. DJs arbeiten nicht mit Klaviertasten, sondern mit Fadern. Ein Pianist entlockt seinem Instrument die Töne durch die Dynamik des Fingeranschlags auf die Tasten. Vestax erkennt in der filigranen Handhabung der Fader eines Mischpults die Dramaturgie des DJ-Vortrags. Was lag also näher, als ein Sample-Instrument zu bauen, das nicht durch Tasten, sondern durch Fader gespielt wird? Es lag natürlich nicht nahe. Sie haben es aber trotzdem gemacht.

Die Initialzündung kam vom japanischen DJ Shingo Annen aka DJ shing02. Den Soundchip lieferte KORG, der Gleiche wurde auch in der ersten Electribe-Serie eingesetzt. Das Faderboard ist tatsächlich ein schwer definierbares Gerät. Es hat Drums, Keyboard-Sounds und Effekte an Bord, es kann sampeln, aber es ist keine Groovebox.

Die Handhabung erfordert sehr viel Übung, es ist ein eher kompliziert gedachtes Instrument, zumindest für Menschen, die lieber einfach Tasten drücken, als umständlich Fader zu schieben. Zudem ist das Faderboard sehr rar: nur ca. 700 Einheiten wurden gebaut. Dennoch ein lohnenswerter Fang für all jene, die merkwürdige elektronische Instrumente wertschätzen. Oder DJ shing02 nacheifern wollen, der im Video zeigt, was ein begabter DJ alles aus diesem Gerät rausholen kann.

 

 

5. Vestax PDX-3000 Mk.II – Der MIDI-Turntable

Produktion: 2007 – 2012, 10.000 Stück

Nach dem Controller One und dem Faderboard nutzte Vestax die gewonnenen Erkenntnisse und verbaute den ultrastarken Motor des Controller One in einem herkömmlichen Turntable-Chassis, fügte einen MIDI-Eingang hinzu, um den Pitch des Turntables per MIDI-Keyboard chromatisch zu kontrollieren und fertig war der PDX-3000 Mk.II. Im Bonedo-Test konnte das Teil seinerzeit überzeugen.

Auch hier sollte der DJ mit Endlostönen von Vinylschallplatten ähnlich den Tonbandschleifen eines Mellotrons Melodien spielen und scratchen. Die entsprechenden Schallplatten habe ich zwar nie wiedergesehen, aber dank DVS kann DJ mittlerweile auch mit Samples und Timecode-Vinyl das Gleiche veranstalten, wie DJ Steel Kut in seinem Video zeigt.

6. Vestax S-1 CD-Player (2005) – Die CD-Axt

Produktion: 2005, Prototyp

Dieser CD-Player sieht aus wie eine futuristische Gitarre und war 2005 auf der Musikmesse Frankfurt zu sehen. Ich habe den S-1 selbst einmal auf der Bühne benutzt, bei einem Gig im Club ageHa in Tokyo im November desselben Jahres. Man kann sich das Teil wie eine Gitarre umhängen, einen Track von CD abspielen und damit über die Bühne laufen, wenn auch stets an der Leine des Stromkabels und der Audioverbindung.

Der „Hals“ lässt sich zwar drehen, aber darüber hinaus kann man tatsächlich nicht sehr viel mehr mit dem S-1 anstellen, außer Start und Stopp zu drücken, zu pitchen und relativ unrealistisch mit der Scheibe zu scratchen. Als Display haben die Leute von Vestax sehr ökonomisch die des CDX-05 verbaut. Aber der S-1 sieht auf der Bühne einfach unglaublich funky aus. Posertum galore!

Das Jogwheel hat dann noch ein zweites Leben geschenkt bekommen: als Jogwheel des 2006 auf der NAMM-Show vorgestellten Vestax VCI-100-Controllers, der mit seiner robusten Qualität und einer enthusiastischen Mapping-Community „Controllerism“ als Kunstform quasi ganz allein gestartet hat.

7. Vestax CDR-07 – Der DJ-CD-Rekorder

Produktion: 2006

Stell dir vor, du als DJ könntest deinen MC sampeln und dann mit der gebrannten CD zu seinem Rap scratchen. Geht nicht? Doch: Der CDR-07 ist ein DJ-CD-Player, der über eine Aufnahmefunktion verfügt. Er kann über seinen Mikrofon- oder Line-Eingang direkt auf CD-R aufnehmen und diese dann brennen. Oder direkt aus der Gitarre. Oder vom Plattenspieler. Oder von jeder Line-Quelle. Auch koaxiale digitale Ein- und Ausgänge sind an Bord. Genau wie sein nichtaufnehmender Vorgänger CDX-05 kann der CDR-07 darüber hinaus bis zu acht Sekunden lange Loops von CD sampeln und direkt wiedergeben.

Beeindruckend ist zudem der Pitch-Bereich beider CD-Player: schaltbar von ±6% über ±10% und±50% bis zu ±100%. Soll heißen: bei -100% hält der Track einfach an. Dazu kommen wie beim CDX-05 drei integrierte Effekte (Flanger, Filter und Digital Delay) drei Hotcues und eine TT-Link-Buchse zum Anschluss eines Tascam TT-M1-Scratch Controllers. Was auch besser ist, weil das große druckempfindliche Gummi-Jogwheel der Vestax-Player leider viel schwammiger ist als die griffigen Töppe der großen Pioneer CDJs. Nichtsdestotrotz ein guter CD-Player mit einzigartigen Features.

8. Tascam TT-M1 Scratch Controller – Final Scratch auf Rädern

Produktion: Tascam ab 2001, Vestax ab 2004, 1.000 Stück

Der TT-M1 Scratch Controller war ein Zubehör für die Tascam-CD-Player CD-DJ1, CD-X1500 und CD-X1700 und wurde von Vestax entwickelt und gebaut. Mit diesem Teil konnte der DJ seinen Plattenspieler in eine CD-Scratch-Maschine verwandeln. Dazu wurde der TT-M1 (TT-M steht für „Turn-Table-Magic“) einfach auf dem Plattenspieler postiert, das Rädchen auf eine Schallplatte oder auch nur einfach die Slipmat aufgesetzt und mit einem TT-Link-kompatiblen CD-Player verbunden. Das Rädchen im TT-M1 läuft mit dem drehenden Plattenteller mit und übermittelt die mechanisch ermittelte Tempoinformation an den CD-Player – was wirklich erstaunlich gut funktioniert.

So simpel, so effektiv! Hat sich aber leider nicht durchgesetzt. Hätte Pioneer seine CDJs ebenfalls mit TT-Link-Buchsen ausgestattet, wir DJs würden heute wahrscheinlich Rekordbox-Files ganz selbstverständlich mit dem TT-M1 über Pioneer PDX-Turntables scratchen. Da Vestax für die Entwicklung des TT-M1 verantwortlich zeichnete, sind deren Player CDX-05 und CDR-07 selbstverständlich ebenfalls TT-Link-kompatibel.

9. Vestax VRX-2000 – Das Plattenpresswerk für daheim

Produktion: 2004 – 2008, 70 Stück, Verkaufspreis: ca. US$ 5.000,-

Welcher Schallplatten-Connaisseur hätte nicht gerne seine eigene Vinyl-Schneidemaschine zuhause. Alte Neumann-Maschinen kosten ein kleines Vermögen. Doch dann ging in den 00er Jahren das Gerücht um, Vestax baue jetzt einen Vinyl-Cutter für den Heimgebrauch. Bei Berliner Plattenlabels wurde umgehend heftigst diskutiert. „Wir legen zusammen und holen uns so ein Teil für unsere Promos!“

Das war wohlgemerkt vor dem Siegeszug von DVS-Systemen wie Traktor und Serato, mit denen man jedwede Audiodatei spielen und scratchen kann. Dann hörte man lange nichts vom VRX-2000 und er geriet in Vergessenheit. Und als alle schon glaubten, das Teil sei nur ein Gerücht, ging es tatsächlich in Produktion. Der Anstoß dazu kam vom japanischen Vinyl-Presswerk Toyo Kasei.

Die hatten einen schneidbaren Vinyl-Rohling namens „Harmo Disk“ entwickelt, der 50 mal robuster als normale Metall-Dubplates ist und bei Vestax angefragt, ob die Firma für dieses neue Produkt eine Schneidemaschine entwickeln könnte. Sehr schnell hatte Vestax einen funktionstüchtigen monauralen Prototyp entwickelt. Es war die weitaus kompliziertere Konstruktion eines stereotauglichen Schneidemechanismus, der sehr viel Zeit und Geld verschlang.   Die Musik wurde direkt auf die Rohlinge aufgenommen, die in 40-Stück-Kartons erhältlich waren. Die Idee dahinter war, dass Hip-Hop-DJs ihre MCs aufnehmen und dann die Raps von Vinyl scratchen konnten und DJ/Producer ihre neuen Tracks auf Vinyl im Club testen können, ohne die Nachteile einer Dubplate: hoher Preis, kurze Lebensdauer und leichteres Material und dadurch einfacher zu scratchen und mixen.

70 Stück wurden gebaut, 50 zum Preis von ca. 5.000,- US$ verkauft. Generell gelten die VRX-2000 als sehr anfällig. Mehr Infos zum VRX-2000 hier.  

10. Vestax HandyTrax – Turntable To Go

Produktion: 2002 – 2014, 100.000 Stück, Verkaufspreis: ca. 170 Euro,-

Bei Plattensammlern in Japan war der Columbia GP3 sehr beliebt, ein kleiner batteriebetriebener Plattenspieler aus Plastik, mit eingebauten Lautsprechern und einem Plattenteller in der Größe etwa einer 7-Inch. Als dessen Produktion eingestellt wurde, kam man bei Vestax auf die Idee, eine bessere Variante dieses Kult-Turntables zu erschaffen.

Firmengründer Shiino war gegen das Projekt: Für ihn war so etwas ein Spielzeug und des Namens Vestax nicht würdig. 100.000 DJs sahen das anders und machten den HandyTrax zu einem der größten Vestax-Verkaufsschlager. Der HandyTrax wurde zu einem Standard-Tool auf Plattenbörsen und ist auch bei tourenden Vinyl-DJs sehr beliebt. Er ist klein und kompakt und per USB kann der DJ die Schallplatten sogar auf den Computer überspielen.   Und gerade gewinnt der HandyTrax durch den aktuellen Trend des Portablism – des Cuttens und Scratchens mit portablen Plattenspielern – wieder neue Bedeutung. Er ist immer noch auf eBay und Amazon erhältlich – aber der Preis hat sich verdoppelt.

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Electric Indigo ist seit fast 30 Jahren als Techno-DJ und Produzentin im Geschäft. Nach zahlreichen Veröffentlichungen erscheint nun im Januar 2018 ihr Album 511593. Ein guter Grund, mal einen Blick in ihr Studio und auf die Arbeitsweise der Wiener Künstlerin zu werfen.

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