Workshop
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15.02.2017

DIY-Effekte beim Aufnehmen: Flanger, Resonator/EQ und Leslie mit einer Salatschüssel nachbilden

Mit einfachen, preiswerten Mitteln beim Recording den Sound ändern

Auch für die Akustikgitarre werden gerne Effekte eingesetzt. Doch wie für andere akustische Instrumente auch gibt es eine andere Möglichkeit, als immer nur mit Plug-Ins, Bodentretern oder Rack-Effektgeräten zu arbeiten. Wir waren bei IKEA und haben dort unter anderem eine Salatschüssel eingekauft, mit der wir verschiedene DIY-FX basteln konnten. Im Video seht ihr, wie man mit einem Mikrofon und der Schüssel einen Flanger-/Phaser-Effekt hinbekommen kann: Die Schüssel wird einfach über das Mikrofon bewegt. Dabei verdeckt sie ab und an den Direktschallweg von der Gitarre, mal eher vom Korpus, mal eher vom Hals. Außerdem sorgen die Reflexionen durch die Schüssel für Phasenverschiebungen, die sich laufend ändern. Auch ohne zweite Person kann man für einen sehr besonderen Sound sorgen, indem man die IKEA-Schüssel fixiert (Wir haben dazu einen Triad-Orbit O2 Doppelgalgen mit einfachen Bauklemmen ausgestattet). Über die genaue Position lässt sich die Klangfarbe sehr gezielt ändern – und der entstehende hohle Sound macht sich in vielen Mixes sehr gut!

Sicher das Highlight ist aber die Leslie-Emulation. Dazu haben wir ein Stereomikrofonsystem aufgebaut. Im Beispiel sind zwei Großmembranmikros als MS aufgebaut, das aufrechte AT5045 (Niere) liefert das Mittensignal, die querliegende Acht des MG UM 92.1S ergibt das Seitensignal. Natürlich können auch XY-Konfigurationen oder Stereomikrofone verwendet werden. Wichtig ist nur, dass es sich um Koinzidenz-Stereofonie handelt, also nichts, was einen Abstand der Mikrofone zueinander benötogt (ORTF, AB und dergleichen). Mit einer Kreiselbewegung der IKEA-Salatschüssel erreicht man einen Effekt, wie man ihn vom Rotary Speaker Cabinet kennt, also dem Leslie, das vor allem für die Hammondorgel eingesetzt wird. Auf Kopfhörern klingt das besonders klasse!

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