Gitarre Hersteller_Digitech
Test
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14.04.2016

Praxis

Nun wollen wir den Trio Plus einem Praxistest unterziehen und die neuen Features kennenlernen. Bei den Audiofiles habe ich auf Mix- und Masteringtools verzichtet, um euch den natürlichen Klang zu demonstrieren. Bass- und Drumregler stehen auf 12 Uhr, die Gitarre ist in der Lautstärke vorgegeben.

Aktivieren wir zunächst den "Band"-Fußschalter:

Ich schließe die Gitarre an den Trio Plus an und gehe aus dem Mixerausgang direkt ins Audio-Interface, was auch bedeutet, dass die Speakersimulation aktiv ist. Ich wähle den Style "Pop" und spiele ein paar Powerchords. Sofort erkennt das Pedal meine Grundtöne und erstellt einen passenden Groove. Der Drumsound kann zwar nicht mit der Qualität von High-End-Plugins mithalten, liefert aber dennoch ein sehr solides Drumset, das Spaß macht.

Beim Einspielen im "Learn"-Modus sollte man auf eine genaue Spielweise achten, denn hier geht es nicht um das Performen, sondern darum, unserem Testkandidaten eine klare Information zu geben. Das bedeutet, dass sowohl Rhythmus als auch die Akkordoptionen simpel gewählt werden sollten.

Nachträglich lassen sich sowohl die Styles als auch die Genres verändern. Hier steppe ich zu dem eingespielten Groove die diversen Genres jeweils nach vier Takten durch und gehe durch ein paar Styles, inklusive Dreivierteltakt. Im Blues- oder Jazz-Style werden die Achtel nicht ternär aufgefasst, da der Trio meine geraden Achteln beim Einspielen erkennt und auch so umsetzt. Der Style-Regler ermöglicht mir dann auf eine triolische Achtelrhythmisierung zu gehen, wenn gewünscht.

Im nächsten Beispiel gehe ich von meinem Groove aus und verändere die Bassline ein wenig, was kein Problem ist, denn durch den Simple Bass stehen drei verschiedene alternative Bassbegleitungen zur Auswahl. Anschließend betätige ich die Alt Time-Funktion - all das nach jeweils vier Takten.

Betrachten wir nun den Looper: Hier haben wir auf ganz einfache Weise die Möglichkeit, eine Gitarrenbegleitung auf unseren Groove zu spielen, wobei die Anzahl der Loops nach oben hin prinzipiell offen ist, solange sie 230 Sekunden pro Liedteil nicht übersteigen. Der Looper-Schalter ermöglicht auf sehr intuitive Weise, neue Loops zu generieren, vorherige zu löschen oder gar alles zu löschen. Die verschiedenen LED-Farben zeigen euch die jeweilige Funktionsweise dazu an. Im folgenden Beispiel generiere ich einen Loop zum altbekannten Popgroove:

Nun zur Funktion des Temporades, das selbst mein Audiomaterial in der Geschwindigkeit nach oben und unten verändern kann. Wird es zu langsam, machen sich natürlich ein paar Artefakte bemerkbar, darum sollte man es mit der Tempoveränderung nicht übertreiben.

Um die SEQ- und Part-Buttons zu nutzen, muss ich natürlich im Vorfeld drei verschieden Parts eingespielt haben. Ich habe das vorbereitet und zeige euch die Variationen, die durch das Wechseln der Parts entstehen. Jeder Songteil ist hier von mir als 8-taktiges Pattern angedacht. Part 1 fungiert als Intro und Refrain, Part 2 als Strophe und Part 3 als Bridge, das Genre ist Rock, die Part-Abfolge, die ich durch den Sequenzbutton festgelegt habe, ist 1-2-3-1:

Laut Hersteller wird empfohlen, das Playback im Learn-Mode mit einfacheren Akkordoptionen einzuspielen (maximal Septimen), doch auch rhythmisch mag es der Trio Plus eher simpel, denn wie sein kleiner Bruder weiß auch er mit Synkopen nicht wirklich umzugehen - die kleinste rhythmische Quantisierung sind Viertelnoten. Wie ihr hört, werden die synkopierten Akkordwechsel zwar tonal erkannt, jedoch auf die 1 des Folgetaktes gesetzt. Das ist zwar nicht weiter tragisch, aber wollen wir im Looper eine synkopierte Bewegung spielen, müssen wir damit leben, dass der Bass eben erst auf die 1 "nachgereicht" wird. Inwieweit intelligente Groove-Erkennung mit Synkopenerkennung vereinbar ist, vermag ich nicht zu beurteilen, dennoch würde ich dieses Manko als einen Wermutstropfen verbuchen. Hier ein Beispiel mit einer Ballade unter Verwendung von Synkopen:

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