Gitarre
Test
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08.07.2009

Digitech Brian May Red Special Pedal Test

Der Sound ihrer Majestät

Brian May ist schon ein sehr umtriebiger Mensch. Rockstar, Guitar-Hero, Astrophysiker, Buchautor und Chancellor der Liverpool John Moores University. 2007 hat er sogar seine Doktorarbeit in Astronomie am Imperial College in London abgeschlossen. Respekt! Die Wörter Langeweile oder Ausschlafen scheinen nicht in seinem Vokabular vorzukommen. Ohnehin ist Brian May ein völlig untypischer Rockstar: in der Schule Musterschüler, nie irgendwelche Skandale und das Studium wurde mit Auszeichnung abgeschlossen.

Und auch mit seinem Equipment ist er sehr eigenwillig. Im Jahr 1963 begann Brian gemeinsam mit seinem Vater, einem Elektronik-Ingenieur beim britischen Verteidigungsministerium, eine E-Gitarre zu bauen. Die Basis dafür bildete ein hundert Jahre altes Stück Holz, das zuvor in einem Kamin verbaut war. Der Hals wurde per Hand so lange bearbeitet, bis man die gewünschte Form erreicht hatte. Für das Tremolo-System mussten ein Messer und zwei Motorrad Federn herhalten und als Tonabnehmer kamen drei von Brian neu gewickelte und modifizierte Burns Tri Sonic Pickups zum Einsatz. Und das die so entstandene Gitarre wirklich hervorragend funktionierte, zeigt die Tatsache, dass die „Red Special“ (so ihr Kosename) auch heute noch von May gespielt wird.

Das man ein so außergewöhnliches Instrument nicht mit einem herkömmlichen Pick spielen kann, versteht sich natürlich von selbst. Also entschloss sich Sir Brian dazu die Gitarre -very british- mit einer Sixpence Münze zu bedienen. Dieses Instrument, in Verbindung mit dem „Metall-Pick“ bildet das Fundament für den typischen Brian May Sound. Zweite Zutat für seinen Signature-Klang ist der Amp, den er für seine legendärsten Aufnahmen bei Queen benutzt hat: Der Deacy, ein kleiner Verstärker, den der Queen Bassist John Deacon für ihn baute und dessen Bestandteile aus einem auf den Müll geworfenen Autoradio stammten. Dieser, mit einer 9V Batterie betriebene Amp, brachte es auf eine Leistung von 0,45 Watt und klang, in der Kombination mit der Red Special und einem von May gebauten Treblebooster, einfach phänomenal. Neben dem Deacy Amp benutzte May einen Vox AC30 und manchmal mischte er die Signale beider Amps auch miteinander. Die Red Special Guitar und der Deacy Amp wurden von Burns und Vox mittlerweile reproduziert und in Serie gebaut.

Ich fasse noch mal zusammen: Ein Stück Kaminholz und ein Autoradio aus dem Mülleimer produzieren, im Team mit einer Sixpence Münze, einen der größten Rock-Gitarrensounds aller Zeiten. Allerdings kommt es natürlich immer auf die Person an, die die Instrumente bedient. Hier entstehen mindestens fünfzig Prozent des Sounds.

Mit dem Red Special Pedal hat die Firma Digitech dem königlichen Gitarristen ein Denkmal gesetzt und ein Pedal entwickelt, das die Trademark Sounds des Maestros sozusagen „instant – aus der Dose“ erzeugen soll. Wir sind gespannt.

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