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Workshop
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04.02.2013

Es war am 23. August 1879, als der portugiesische Einwanderer Joao Fernandes zusammen mit 400 weiteren Passagieren mit der Ravenscrag die Hawaii-Inseln erreichte. Die Fahrt vom portugiesischen Madeira bis nach Honolulu hatte vier Monate gedauert und war nicht nur nach unseren heutigen Maßstäben ein riskantes Unterfangen.  

Umso dankbarer für die sicher überstandene Reise verließ Fernando das Schiff und begann auf seiner mitgebrachten Braguinha zu spielen, einem kleinen, gitarrenähnlichen Instrument, das man in seiner ehemaligen Heimat auch als ’Machete’ bezeichnete. Wie es heißt, waren die umstehenden Hawaiianer entzückt von der Vorführung und ganz besonders vom speziellen Klang.

Fernandes hatte die Begeisterung der Einheimischen erlebt und soll daraufhin die drei Einwanderer Augusto Dias, Manuel Nues und Jose do Espirito Santo, die mit ihm aus Madeira gekommen waren, dazu ermuntert haben, dieses leicht zu spielende und leicht zu transportierende Instrument nachzubauen. Ob diese Drei es auch waren, die tatsächlich die erste Ukulele schufen, bleibt offen. Jose do Espirito Santo jedenfalls baute ab Mitte der 1880er Jahre in Honolulu Instrumente und pries später in Zeitungsanzeigen auch die Ukulelen aus seiner Werkstatt an.  Kein Zweifel besteht darin, dass sie einen erheblichen Anteil an der Entwicklung des Instrumentes aus der kleinen Braguinha (Stimmung: d' g' b' d‚) und der größeren 5-saitigen Verwandten Rajão (Stimmung: d' g' c' e' a') hatten. Schon mit Beginn der 1890er Jahre jedenfalls war die aus dem heimischen Koa-Holz gebaute Ukulele sehr populär und auf dem besten Weg zum Volksinstrument.

„Ukulele“ bedeutet im Hawaiianischen „Springender Floh“. Aber auch hier existieren wenigstens zwei verschiedene Versionen, was die Herkunft dieser Bezeichnung anbelangt. Eine davon besagt, dass es eine Beschreibung der Finger ist, die sich schnell und hüpfend über das Griffbrett bewegen. Eine andere bezeichnet einen Engländer namens Edward Purvis als Namensgeber. Dieser war damals Assistent des königlichen Hofmeisters – der König war übrigens selbst ein großer Freund der Ukulele – und ein versierter Spieler. Wegen seiner geringen Körpergröße, seines Temperaments und seines Bewegungsdrangs trug er den Spitznamen „Ukulele“, und nicht wenige vermuten, dass so auch das kleine Zupfinstrument zu seinem Namen kam.
Nach dem Auftritt eines Quartetts bei einer Ausstellung in Chicago im Jahre 1893 wurde die Musik aus Hawaii immer populärer und erfolgreicher und erreichte vor allem an der Westküste der USA schon um 1910 einen ersten Höhepunkt. Als fester Bestandteil der Musik profitierte natürlich auch die Ukulele von diesem Zuspruch. Ihre unaufhaltsame und dauerhafte Karriere nahm 1915 nach der „Panama Pacific International Exhibition“ in San Franzisco, bei der es hawaiianische Produkte zu bewundern gab, weiter Fahrt auf.

In der Folge wurde die Ukulele in den USA zum Kult und zum Mittelpunkt eines Booms, der in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts beispielsweise den Instrumentenhersteller C. F. Martin Guitars dazu zwang, fast doppelt so viele Ukulelen wie Gitarren herzustellen. In Hawaii nimmt heute die Ukulele die Stellung ein, die bei uns lange der Blockflöte gehörte: Für alle Kinder im Alter zwischen 9 und 12 Jahren gehört sie in der Schule zum Pflichtprogramm. Jedes Jahr im Juli versammeln sich zehntausend Menschen im Kapiolani Park in Honolulu zum traditionellen Ukulelenfest, bei dem auf einer großen Bühne Schulen die Fortschritte ihrer Schüler präsentieren und professionelle und bekannte Spieler ihr Können unter Beweis stellen.

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