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06.05.2016

Decibel Ultra für iOS Test

App für FOH-Anwendungen und zur Schalldruckmessung

Entschuldigung, wie laut ist es gerade?

Decibel Ultra ist ein nützliches Helferlein für alle Menschen, die hin und wieder wissen möchten – oder müssen – wie laut es in ihrer Umgebung tatsächlich ist. Dabei geht die App über den Funktionsumfang einfacher Dezibel-Anwendungen hinaus und erlaubt zum Beispiel das Erfassen von Messreihen. Wir haben uns das Tool näher angeschaut.

Details

Decibel Ultra gibt es in zwei Versionen. Die kostenlose Ausführung für iPhone und iPad lässt permanent am unteren Bildrand ein Werbebanner laufen. Die werbefreie Variante kostet bei gleichem Funktionsumfang acht Euro. Das Bildschirmlayout ist abhängig vom iOS-Gerät und dessen Ausrichtung. Arbeitet man mit einem iPad im Landscape-Modus, füllen zwei nebeneinander liegende VU-Meter die obere Bildschirmhälfte.

Das linke Meter zeigt das bewertete Signal, fünf Filter (A, B, C, D, Z) lassen sich für diesen Zweck auswählen. Das rechte Meter misst den analogen Peak-Level des Mikrofons und zeigt gleichzeitig die aktuell lauteste Frequenz. Die App unterstützt das interne Mikrofon ebenso wie ein externes Exemplar. Über den VU-Metern sitzt jeweils quer ein Bargraph, der über 25 Stufen die Messung parallel darstellt. Auf dem iPhone oder im Portrait-Modus sind diese Instrumente übereinander platziert und es gibt nur eine LED-Kette zur Pegelanzeige rechts daneben. Im unteren Bildschirmdrittel ist eine Frequenzgangmessung untergebracht. Deren Darstellung kann im Setup oder auch durch Tappen auf die Grafik umfangreich konfiguriert werden.

Das Verhalten der Pegelmeter lässt sich weitreichend kontrollieren. Nicht nur die Frequenzbewertung via Filter ist möglich, auch der zeitliche Ablauf ist flexibel: Im Modus "slow" wird jeweils eine Sekunde für den Anstieg und den Abfall einer Messung definiert. Das sorgt für ein relativ „ruhig stehendes‟, gut ablesbares VU-Meter. Am gebräuchlichsten ist hingegen die Einstellung Fast: An- und Abstiegszeit belaufen sich nun auf nur noch 125 Millisekunden. Dieses Setting soll dem menschlichen Hören nahe kommen. Ebenfalls implementiert wurde der Impuls-Modus mit 35 Millisekunden für den Anstieg und 1500 Millisekunden für den Abfall. Diese Bewertung stammt aus der Zeit des analogen Zeigerausschlags und ist heute eher unüblich.

Praktischerweise erlaubt Decibel Ultra das Aufzeichnen von Messreihen. Dazu betätigt man den Record-Button, und schon geht’s los. Wird die „Aufnahme‟ gestoppt, öffnet sich ein E-Mail-Fenster, in dem die Messwerte bereits tabellarisch sortiert sind. Gestattet man der App den Zugriff auf die Ortungsdienste, wird sogar die geografische Position der Messung ins Protokoll übernommen. Um die Datenflut einzugrenzen, dürfen wir einen Trigger, also einen Schwellwert setzen. Erst wenn dieser Wert überschritten wird, übernimmt die App die Messung ins Protokoll.

Ein kritischer Punkt bei allen Apps dieser Art ist deren Genauigkeit. Entwickler Patrick Schaefer hat Decibel Ultra daher mithilfe von amtlichem Messequipment kalibriert. Außerdem hat er sich mit den in unterschiedlichen iOS-Gerätegenerationen verwendeten Mikrofonen beschäftigt und deren Verhalten analysiert. Die Ergebnisse dieser Forschung schlagen sich unmittelbar in der App nieder: Das Programm erkennt die Mikrofontypen und appliziert automatisch die erforderlichen Korrekturkurven. So bewegen sich, laut Hersteller, die Messfehler nur zwischen einem und drei Dezibel. Für eine gelegentliche Lautstärkemessung ist dies mehr als ausreichend präzise, für ein amtliches Gutachten wird man penibler geeichtes Gerät heranziehen wollen. Als externes Messmikrofon empfiehlt der Programmierer Patrick Schaefer übrigens das MicW i436 (ca. 125 Euro), das sich einfach auf die Miniklinkenbuchse von iPhone und iPad stecken lässt.

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